Mitglied inaktiv
Ich bin in der 9 SSW und bin 38 Jahre.Jetzt stehe ich vor einer schwierigen Entscheidung.Lass ich die Fruchtwasseruntersuchung machen oder nicht? Es gibt noch andere Möglichkeiten,Blutuntersuchung und Nackentransparenzmessung.Was soll ich tun?
liebe Simone, sofern kein besonderes familiäres Risiko für genetische Störungen oder Missbildungen vorliegt, die Frau nicht 35 Jahre oder älter ist und sie auch nicht schon vorweg ein entsprechendes Bedürfnis nach Informationen zur vorgeburtlichen Missbildungsdiagnostik äußert, würde sicher nicht generell zu einer weiterführenden Diagnostik geraten werden. Die Besprechung zu diesem Thema kann natürlich auch schon zu jedem Zeitpunkt vor diesem Alter stattfinden. Ist die schwangere Frau 35 Jahre oder älter und/oder gibt es ein familiäres Risiko für genetische Erkrankungen oder Missbildungen, sollte man mit ihr bei Kinderwunsch oder zu Beginn einer Schwangerschaft schon über die damit verbundenen Risiken für Mutter und Kind sprechen und dazu gehört eben auch das Thema Pränataldiagnostik inklusive der Möglichkeit einer genetischen Beratung. Über die nicht invasiven Verfahren der Pränataldiagnostik, wie z.B. die Nackentransparenzmessung, das Ersttrimeesterscreening oder den Triple-Test sollte man, sofern gewünscht, ebenso mit der Schwangeren/ dem Paar sprechen, wie auch über die invasiven Verfahren, wie Amniozentese (Fruchtwasserpunktion) oder Chorionzottenbiopsie. Dazu gehört dann auch die individuelle Information über mögliche Konsequenzen und Risiken, so dass die Eltern den Sachverhalt gut nachvollziehen können, um ihnen die Möglichkeit zu geben, dann eine eigene Entscheidung für oder gegen eine weiterführende Diagnostik zu treffen. Das Risiko für die Geburt eines Kindes mit einer Trisomie 21 ("mongoloide Störung" oder Down-Syndrom) liegt bei einer 25jährigen (keine familiäres Risiko vorausgesetzt) bei 1: 1352, bei einer 30jährigen bei 1:895,bei einer 32jährigen 1:659, bei einer 36jährigen bei 1:280, bei einer 38jährigen 1: 167 und bei einer 40jährigen bei 1:97. Ebenso steigt bei einer Frau ab dem 35. Lebensjahr das Risiko für schwangerschaftsspezifische Komplikationen, wozu auch Fehlgeburten gehören, an. Das Risiko einer Fehlgeburt infolge einer Fruchtwasserpunktion oder einer Chorionzottenbiopsie liegt in etwa bei 1:100, was dem Risiko einer 40jährigen für die Geburt eines Kindes mit einem Down-Syndrom entspricht. Wenn die Frau/die Eltern sich gegen eine invasive Diagnostik wie der Amniozentese oder Chorionzottenbiopsie zum Ausschluss einer Trisomie oder ähnlicher Chromosomenstörungen entscheiden, weil sie das Risiko z.B. für eine Fehlgeburt nicht eingehen möchten, dann ist der Frau (insbesondere, wenn sie älter ist, als 35 Jahre) in erster Linie die Messung der Nackentransparenz oder das Ersttrimesterscreening zwischen der 11.+14. SSW zu empfehlen. Auf den Triple-Test muss man zumindest hinweisen, dass es ihn auch gibt. Hier ist also zunächst die ausführliche Information der jeweiligen Methoden im Vordergrund stehend. Die Entscheidung selbst kann aber nur das betroffene Elternpaar selbst fällen. VB
Mitglied inaktiv
Hallo Loren, ich bin auch 38 und möchte gern noch ein zweites Kind. Ich habe bereits jetzt - obwohl ich noch nicht schwanger bin - die Entscheidung getroffen, keine FW-Untersuchung machen zu lassen. Das Risiko, ein Down-Kind zu bekommen, ist nämlich in unserem Alter fast gleich groß wie das Risiko, dass die Fruchtwasseruntersuchung eine Fehlgeburt auslöst (1 bis 2 Prozent). Man muss also schon beide Risiken gegeneinander abwägen, weil es passieren kann, dass man ein gesundes Kind durch die Punktion verliert. Die Entscheidung kann Dir letztlich natürlich niemand, auch kein Arzt, abnehmen. Vielleicht hilft es Dir bei Deinen Überlegungen, wenn Du weißt, was ein ungünstiger Befund der FW-Untersuchung bedeuten würde. Das Ergebnis bekommt man erst recht spät, so dass die Entwicklung des Babies schon weit fortgeschritten ist. Die Schwangerschaft ist bereits etwa halb herum und das Kind nähert sich oft schon der Lebensfähigkeit außerhalb des Mutterleibs. Es ist schon vorgekommen, dass ein solches Baby (das berühmte "Oldenburger Baby") seine eigene Abtreibung überlebt hat, und die Ärzt hinterher ratlos um dieses arme, vorzeitig aus dem Mutterleib gerissene Menschenwürmchen herumstanden. Deshalb geht man inzwischen auf Nummer sicher und tötet das Ungeborene noch im Mutterleib mittels einer Spritze. Danach muss die Frau das tote Kind normal oder mit KS auf die Welt bringen. Die Ärzte erzählen dies alles den Schwangeren natürlich nicht gern. Aber ich finde, man muss das alles wissen, um sich entscheiden zu können. Wenn Du wirklich ganz sicher bist, dass Du ein Down-Kind keinesfalls lieben könntest und auch die o.g. Verfahrensweise durchstehen würdest, wäre eine Fruchtwasseruntersuchung sicher eine Überlegung wert. Ich selbst könnte das nicht und würde auch ein Down-Kind nehmen (auch wenn ich natürlich Angst davor habe), weshalb ich mir das Risiko einer Fruchtwasseruntersuchung ersparen würde. Die anderen Verfahren (Doppler-Sonographie, Nackenfaltenmessung etc.) sind wohl auch schon recht aussagekräftig, jedoch in Bezug auf das Down-Syndrom wohl nicht so zuverlässig wie die Amniozentese oder Chorionzottenbiopsie. Liebe Grüße und alles Gute, Astrid
Mitglied inaktiv
Hallo, wenn kein familiäres Risiko besteht würde ich auch von einer FWU abraten! Das ist durchaus gefährlicher als man denkt. Und übrigens wollte man mir das trotz einem Alter von damals 21 auch "aufschwatzen"... 38 ist heute doch ein durchaus normales Alter. ALLES GUTE!
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