Frage im Expertenforum Schwangerschaftsberatung an Dr. med. Vincenzo Bluni:

Drohende Frühgeburt

Frage: Drohende Frühgeburt

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Hallo Herr Dr. Bluni! Ich bin in der 32 SSW und war gerade 3 Tage im KH wegen vorzeitiger Wehen. Ich muss dazu sagen, dass ich von den Wehen nichts gespürt habe. Mein FA hat bei der VU gesagt dass ich, lt. CTG, bereits Wehentätigkeit habe, dies aber zu früh ist. Im KH stellte man dann noch fest, dass ich eine vaginale Streptokokkeninfektion B habe. Nun meine Frage: Woher kommt diese Infektion und warum ist eine Antibiotikumbehandlung während der SS nicht notwendig. Kann diese Infektion ein Mitgrund von den Wehen sein? Mein Muttermund ist sehr weich und bereits leicht geöffnet. Kann das bereits in der 32 Woche vorkommen? Ich dachte eigentlich, dass Wehen in díeser Schwangerschaftswoche bereits vorkommen können und normal sind. Wie ist das mit der Bettruhe? Kann man durch strikte Bettruhe eine FGB wirlich um Wochen hinauszögern? Bin total verunsichert! Liebe Grüsse Sandra


Dr. med. Vincenzo Bluni

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liebe Sandra, diese Keime kommen häufig aus dem Darmbereich. Sie können aber vorzeitige Wehen und eine Frühgeburtlichkeit begünstigen. Deshalb ist in der genannten Situation zumindest für die nächste Zeit der Entwicklung des GEbärmutterhalses und der Wehentätigkeit besondere Aufmerksamkeit zu schenken. Zu den Keime kann ich folgendes sagen: Die B-Streptokken finden sich wohl bei etwa 30% der Schwangeren und sie können neben vorzeitigen Wehen bei den Neugeborenen zu lebensbedrohlichen Infektionen führen. Dennoch wird nicht empfohlen, bei allen Schwangeren nach diesen Keimen zu suchen. Diese Streptokokken sollten, wenn man sie nachweist, antibiotisch behandelt werden, auch schon vor der Geburt. Unter der Geburt sollte man diese intravenös behandeln, da man hierdurch zu einer deutlichen Senkung der schweren Lungeninfektionen führen kann. Nach einer persönlichen Information von Herrn Prof. Dr. Petersen besteht während der Schwangerschaft nach erfolgter antibiotischer Therapie, aber dennoch persistierender B-Streptokokken und Beschwerdefreiheit der Patientin, keine Notwendigkeit zur Dauertherapie. Dieses sollte dann vor Ort besprochen werden. Wie das Therapieregime bei vorzeitiger Wehentätigkeit aussieht, hängt vom Schwangerschaftszeitpunkt, der Wehentätigkeit und der Verkürzung des Gebärmutterhalses ab. Im übrigen gibt es hier je nach Klinik und Behandler sicher kein einheitliches Vorgehen. Sofern es keine Hinweiszeichen für Frühgeburtsbestrebungen gibt oder die Situation sich beruhigt, mag man sicher in Frage stellen, inwieweit eine komplette körperliche Ruhigstellung oder gar orale Verabreichung von Wehenhemmern denn wissenschaftlich bewiesen (evidence based) ratsam erscheint. Dieses kann und sollte aber immer nur individuell vor Ort mit der Klinik besprochen werden. VB


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