Romacel
Hallo Herr Dr. Bluni, kurz vor meiner Schwangerschaft wurde festgestellt, dass mein Blutzucker zu hoch ist. Langzeitzuckerwert von 6,8. Mit eiserner Diät habe es geschafft, ihn auf 6,2 runterzubekommen. Nun bin ich unverhofft schwanger geworden und der Wert ist wieder hoch auf 6,7. Gestern war ich beim Diabetologen, habe ein Blutzuckermeßgerät bekommen und messe jetzt eine Woche lang 7 mal am tag meinen Zucker. ich lasse nun alles Süße weg, auch Obst. meine Werte sind jedoch trotzdem erhöht. Zum Beispiel sollte der Wert 1 1/2 bis 2 Stunden nach dem Essen ja bei maximal 6,7 sein, meiner ist 7,5. Und so geht es bei jedem meßwert, manchmal ist es auch noch etwas höher. Können diese Werte meinem Kind schon schaden? ich bin in der 19. Woche und habe erst am Montag wieder einen termin beim Arzt. Vielen dank im voraus! Romacel
Hallo, 1. das HbA1c ist immer nur ein Langzeitwert, der uns zeigt, wie der Blutzucker in den letzten Wochen eingestellt war. 2. wenn ein Schwangerschaftsdiabetes oder ein Diabetes Typ II vorliegt, sollte die Schwangere optimalerweise in einer diabetologischen Schwerpunkteinrichtung, die entsprechend kompetent in der Betreuung von Schwangeren mit Schwangerschaftsdiabetes/Diabetes ist, mitbetreut werden. Dazu gehört dann eine professionelle Begleitung, Ernährungsberatung mit klaren Handlungsanweisungen, Überwachung der Blutzuckerwerte und enge Abstimmung mit Ihrer Frauenärztin/Frauenarzt und ggf. der Frauenklinik. 3. eine Diabetikerin kann heute eine Schwangerschaft in aller Regel "normal" austragen und ein gesundes Kind zur Welt bringen. Es ist aber zu fordern, dass sie sich schon bei der Planung, spätestens sofort nach Feststellung der Schwangerschaft, von einem diabetologisch erfahrenen Internisten und einem mit diabetologischen Problemen vertrauten Gynäkologen gemeinsam betreuen lässt. Wichtigstes Ziel der Prophylaxe und Behandlung ist eine normoglykämische (normale Zuckerwerte) Diabeteseinstellung. Dieses Ziel ist erreicht, wenn die Blutglukosewerte vor den Mahlzeiten unter 90 mg/dl, eine Stunde nach dem Essen unter 140 mg/dl, zwei Stunden danach unter 120 mg/dl liegen. In der ersten Schwangerschaftshälfte soll das HbA1c im oberen Normbereich, später im unteren Normbereich stoffwechselgesunder Schwangerer liegen (Normbereich mit 4,8 bis 6,0 %). Das Therapiekonzept des Gestationsdiabetes sieht als erste Stufe eine Ernährungsberatung vor. In 90% der Fälle genügt diese Ernährungsumstellung (bei der übrigens kaum eine Patientin Hungergefühl hat), um das Therapieziel zu erreichen. Gleichzeitig sollte eine ausreichende Bewegung der Schwangeren sichergestellt sein. Bereits ein halbstündiger Spaziergang nach dem Essen kann die Blutzuckerwerte deutlich senken. Nur bei Schwangeren, die auch dann noch ein pathologisches Blutzuckertagesprofil (wie oben angegeben) aufweisen, ist zusätzlich eine Insulingabe notwendig. Zur Ernährungsumstellung ist folgendes zu sagen: Empfohlen wird eine Ernährung, die eine für die Bedürfnisse der Schwangerschaft adäquate Kalorienmenge und Zusammensetzung enthält. Der Kalorienbedarf für eine Schwangere im 2. und 3. Schwangerschaftsdrittel (Trimenon) beträgt ca. 30 kcal/kg Körpergewicht. Bei Frauen mit einem Body-Mass-Index von größer 27 kg/ Quadratmeter Körperoberfläche am Beginn der Schwangerschaft sollte die Kalorienmenge auf 25 kcal/ kg Körpergewicht reduziert werden. Die Kostverordnung soll von einer ausgebildeten Fachkraft nach Kohlenhydrat-Einheiten (KE) quantifiziert werden. Weiteres besprechen Sie bitte mit den Experten vor Ort. Auf den Internetseiten der Deutschen Diabetes-Klinik an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf können Sie dazu eine sehr informative Broschüre für Betroffene downloaden. Die Adresse finden Sie weiter unten bei den Quellenangaben. VB Quellen: http://www.deutsche-diabetes-gesellschaft.de/re daktion/news/EbLL_GDM_ENDFASSUNG_2011_01_28_E1.pdf (Evidenzbasierte Leitlinie zu Diagnostik, Therapie u. Nachsorge des Gestationsdiabetes. Deutsche Diabetes-Gesellschaft (DDG) und Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG), Stand:2011. Letzter Abruf:5.2.2011) http://www.deutsche-diabetes-gesellschaft.de/redaktion/mittei lungen/leitlinien/PatL_Schwangerschaft_2008.pdf (Diabetes und Schwangerschaft - Patientenversion der Leitlinie der Deutschen Diabetes-Gesellschaft, Stand:2008. Letzter Abruf:5.2.2011) http://www.awmf.org/leitlinien/detail/ll/087-001.html (AWMF-Leitlinie 087-001 der Deutschen Gesellschaft für Perinatale Medizin „Empfehlungen für die strukturellen Voraussetzungen der perinatologischen Versorgung in Deutschland“, Stand:1.9.2005, letzter Abruf:31.1.2011) http://www.diabetes-heute.uni-duesseldorf.de/download/DDFI_B roschuere_Schwangerschaft.pdf (Informationsbroschüre für Frauen mit Schwangerschaftsdiabetes. Deutsche Diabetes-Klinik an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, Stand: 2004, letzter Abruf:31.1.2011)
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