Mitglied inaktiv
Sehr geehrter Dr. Bluni, vor 3 Jahren hatte ich bei der Geburt einen Dammriss, der genäht wurde. Das Kind war damals 3650 g schwer. Bin wieder schwanger, und dass Kind wird wohl um einiges schwerer. Der Damm tut mir heute noch weh. Hat das bei der Geburt Auswirkungen? Reisst es noch leichter? Oder kann sich das Gewebe an dieser Stelle noch schlechter dehnen? Ich mache mittlerweile (36. SSW) Dammassage - ist jedoch unangenehm, weil die Stelle einfach sehr empfindlich ist. Lässt sich das Gewicht des Kindes durch irgend eine Essgewohnheit der Mutter steuern, oder ist das generell Veranlagung? Vielen Dank für ihre Antwort Susanne
liebe Susanne, auch wenn die Ängste vor/nach einem derartigen traumatischen Ereignis verständlich sind, so ist es nicht selbstverständlich, dass in jedem Fall (wieder) ein Schnitt notwendig wird oder dass das Gewebe reißt. Hierist es sicher sinnvoll, schon im Vorfeld mit der Entbindungsabteilung über die Ängste und das mögliche Vorgehen unter der Geburt sprechen, insbesondere, dass darauf geachtet wird, dass bei Notwendigkeit zum Nähen auch die entsprechende Betäubung vorliegt. Zu der Frage, ob Dammschnitt oder Dammriss besser für die Heilung sind, kann man folgendes sagen: Mittlerweile belegen viele Studien, dass eine Zurückhaltung gegenüber einem Dammschnitt in der Lage ist, vielerlei Komplikationen, die dadurch bedingt sind (auch Dammrisse 3. + 4. Grades) zu verhindern. Auch, wenn es heute immer noch viele Vertreter gibt, die vom Gegenteil überzeugt sind. Wenn möglich, sollte man wohl nach meiner Meinung einen Schnitt vermeiden und einen guten Dammschutz machen. Deshabl am besten auch genau über das Prozedere in der Entbindungsklinik erkundigen. Nicht zuletzt, um etwaige Probleme zu verhindern. Aber jeder Geburtshelfer weiß: das klappt nicht immer und wenn es extrem reißt, ist es eine wahre "Freude" für den Geburtshelfer, dieses in einer langen Prozedur zu nähen und für die Frau, sich damit auseinanderzusetzen. Beides kann im Nachhinein zu Beschwerden führen. Das Gewicht des Kindes kann - sofern eine erhebliche Gewichtszunahme der Frau ausbleibt - nicht beeinflusst werden. VB
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