Frage im Expertenforum Medikamente in der Schwangerschaft an Dr. med. Wolfgang Paulus:

Schwangerschaft möglich bei einnahme von Betaserc und Dusodril wegen Hörsturz?

Frage: Schwangerschaft möglich bei einnahme von Betaserc und Dusodril wegen Hörsturz?

Honey321

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Hallo! Mein Mann und ich haben schon seit längerem den Wunsch endlich Schwanger zu werden, nur macht mir meine Gesundheit einen Strich durch die Rechnung. Ich bin auch schon 28 und möchte jetzt endlich unseren Kinderwunsch erfüllen. Seit 2009 leide ich unter einem Hörsturz, der in der Zwischenzeit wieder weg war allerdings jetzt seit Dezember anhält, ich muss dagegen Durchblutungsfördernde Medikamente wie Dusodril und Betaserc und anfänglich Aprednislon bis zum ausschleichen einnehmen. Meine Frage: Ist es auf Grund dieser Tabletten ein Risiko eine Schwangerschaft einzugehen? Oder beeinträchtigen diese Tabletten die Schwangerschaft nicht? LG Honey


Dr. Wolfgang Paulus

Dr. Wolfgang Paulus

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Bei Betahistin handelt es sich um einen dem Histamin ähnlichen Wirkstoff, der zur Gefäßerweiterung im Rahmen einer Behandlung des Hörsturzes Verwendung findet. Da Studien zur Schwangerschaft weder beim Tier noch beim Menschen in ausreichendem Umfang vorliegen, sollte der Einsatz in der Frühschwangerschaft möglichst vermieden werden. Wir verfügen selbst über lediglich 14 Rückmeldungen nach Anwendung von Betahistin in der Frühschwangerschaft: · 1 x Schwangerschaftsabbruch · 5 x Abort · 8 x gesundes Neugeborenes Ähnliches gilt auch für Naftidrofuryl. Zwar fielen in den Tierversuchen keine fruchtschädigenden Effekte auf, doch fehlen Studien zur Anwendung in der menschlichen Schwangerschaft. Wir verfügen bisher lediglich über 16 Rückmeldungen nach Exposition mit Naftidrofuryl in der Frühschwangerschaft: 2 x Spontanabort 14 x unauffälliges Neugeborenes Eine Anwendung nach Abschluss der sensiblen Phase der Organdifferenzierung (I.Trimenon) wäre jedoch diskutabel.


Honey321

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Hallo Herr Paulus, vielen Dank für Ihre Antwort. Aber was wäre wenn es vorgestern bei meinem ES zu einer Befruchtung gekommen wäre? Tabletten gleich absetzen? Laut meines Hausarztes, den ich am Donnerstag deswegen befragte, wäre das kein Problem wegen den Tabletten, erst wenn ich Schwanger wäre sollte ich diese dann absetzen... aber meine Frage dazu; ab wann weis ich das ich als ''Schwanger'' gelte? Ab einem SSTests, oder gleich davon ausgehen wenn ein ES stattfand? Jetzt kenne ich mich nämlich gar nicht mehr aus.. LG Honey


Dr. Wolfgang Paulus

Dr. Wolfgang Paulus

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Sofern die Anwendung im Zeitraum der Alles-oder-Nichts-Regel (innerhalb von zumindest 14 Tagen nach Empfängnis) erfolgt, ist bei schädigenden Einwirkungen entweder ein Abort oder ein Neugeborenes ohne erhöhtes Fehlbildungsrisiko zu erwarten. Die anfangs pluripotenten Zellen können in dieser Zeit noch geschädigte Zellen ersetzen, so dass die weitere Entwicklung ungestört verläuft, sofern der toxische Schaden nicht so groß ist, dass die Frucht mit der nächsten Regelblutung abgeht. Die Weiterentwicklung einer in diesem frühen Stadium geschädigten Frucht wäre demnach nicht zu befürchten. Erst wenn ein positiver Schwangerschaftstest vorliegt, können Sie vom Eintritt einer Schwangerschaft ausgehen. Solange Sie den Eintritt einer Schwangerschaft innerhalb von 14 Tagen nach Befruchtung feststellen, sind Sie durch obiges Grundprinzip vor Fehlbildungen weitgehend geschützt.


Honey321

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Ich Danke Ihnen VIELMALS für diese Informationen! :)


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