sila-lorelai
Hallo Herr Dr. Paulus, aufgrund einer länger andauernden Schmerzsituation und Zeit nach OP (Nervenschmerzen, Schmerzen in Knochen und Muskeln, "Still-Rheuma") hat mir mein Schmerztherapeut nun Etorican verordnet. Ich soll es 3 Tage lan täglich nehmen, ob es überhaupt bei mir wirkt. Danach nur bei Bedarf. Ibuprofen wirkt in höchster Dosis gar nicht. Mit 200 mg Diclofenac in Kombination mit 3g Paracetamol pro Tag gehts recht gut, aber die Nebenwirkungen sind zu hoch nach mehrmonatiger Anwendung. Haben Sie hier Erfahrungswerte für die Stillzeit? In welcher Menge geht es ggf in die Muttermilch über? Stillkind ist 16 Monate alt und wiegt 9,3 kg bei 76 cm. Vielen Dank!
Zu Etoricoxib liegen keinerlei Angaben hinsichtlich des Übergangs in die Muttermilch vor. Der Wirkstoff tritt im Tieversuch in die Milch säugender Ratten über. Der Hersteller rät aufgrund der unzureichenden Datenlage von einer Anwendung in der Stillzeit ab. Bei einer Halbwertszeit von 22 Stunden ist davon auszugehen, dass der Wirkstoff noch mehrere Tage nach Einnahme im Organismus vorhanden ist. Haben Sie es mit Ibuprofen auch in höheren Tagesdosen versucht? Ibuprofen gilt neben Paracetamol als Schmerzmittel der ersten Wahl in der Stillzeit. Ibuprofen konnte z. B. bei therapeutischer Gabe von 800 bis 1.600 mg pro Tag nicht in der Muttermilch nachgewiesen werden. Ibuprofen geht nur geringfügig in die Muttermilch über (Townsend et al 1984; Weibert et al 1982). Ein Säugling nimmt über die Muttermilch 0,0008% der mütterlichen gewichtsbezogenen Dosis auf (Walter & Dilger 1997). Die American Academy of Pediatrics betrachtet Ibuprofen als kompatibel mit dem Stillen (American Academy of Pediatrics 1994).
sila-lorelai
Vielen Dank erst einmal für Ihre Antwort. Ibuprofen habe ich über längere Zeit in hoher Dosis eingenommen (1200-800-1200 mg), auch in Kombination mit Paracetamol (1-1-1 g). Leider mit kaum Schmerzlinderung. Mir wurde empfohlen das Etorican so einzunehmen, dass ich die ersten 3-4 Stunden nicht stillen "muss", wenn das Medikament den höchsten Spiegel erreicht.
Das Maximum der Wirkstoffkonzentration in Ihrer Blutbahn wird ca. 1 Stunde nach Einnahme erreicht, aber erst nach 22 Stunden ist der Wirkstoffspiegel auf die Hälfte abgefallen. Insofern wird die Belastung der Muttermilch nach 5 Stunden nicht viel niedriger als 2 Stunden nach Einnahme sein.
sila-lorelai
Vielen Dank für die Details. Ich werde mich nochmals mit meinem Schmerztherapeuten beraten.
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