Frage im Expertenforum Medikamente in der Schwangerschaft an Dr. med. Wolfgang Paulus:

Corona und Blutbild

Frage: Corona und Blutbild

Johanna_B

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Sehr geehrter Herr Dr. Paulus, Ich hatte Sie vorhin schon gefragt, was zu den Veränderungen in meinem Großen Blutbild führen könnte. Mir ist noch eine mögliche Ursache eingefallen. Ich hatte kurz vor Weihnachten eine Coronainfektion, die mild verlief. Ich war zwei Tage lang sehr müde und abgeschlagen und lag nur auf dem Sofa, danach ging es mir bis auf einen Schnupfen zumindest so gut, dass ich meinen Alltag mit drei Kindern wieder bewältigen konnte. Kann die Coronainfektion noch Ursache dieser Veränderungen sein? Bis wann wäre dann mit einer Normalisierung des Blutbildes zu rechnen? Wie würden Sie im Hinblick auf den geplanten Kryotransfer verfahren? Noch zuwarten? Wenn ja, wie lange? Viele Grüße, Johanna PS: Hier noch einmal die Abweichungen, Normbereich jeweils in Klammer: Startkernige Granulozyten 0 (3-5%) Unauffällige Lymphozyten 20 (25-40) Atypische Lymphozyten 1% (0), vermutlich reaktiv Eosinophile Granulozyten 1 (2-4) Schistozyten + (neg)  Ovalozyten + (neg)  Poikilozyten ++ (neg)


Dr. Wolfgang Paulus

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Wenn kein Hinweis auf eine Mangelsituation im Zusammenhang mit einer Anämie (niedriger Wert für Hb, Ferritin, Vit. B12, Folsäure) vorliegt, könnten die leichten Abweichungen in der Form der roten Blutkörperchen mit dem erwähnten Infekt in Zusammenhang stehen. Eine Auswirkung auf den Erfolg des geplanten Kryotransfers hätte dies jedoch nicht, so dass hier kein längeres Abwarten erforderlich ist.


Dr. Wolfgang Paulus

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Die Befunde des Blutbildes deuten nicht auf einen Mangel an Folsäure und Vitamin B12 hin. Der Ferritin-Wert ist nicht optimal, aber auch nicht besorgniserregend niedrig. Eine Fortsetzung der Eisen-Supplementierung wäre ratsam. Eisen möglichst etwa 1 Stunde vor oder 2 Stunden nach dem Essen am besten mit Vitamin-C-haltigem Getränk (z. B. Orangensaft) einnehmen, jedoch nicht zusammen mit Kaffee, Tee, Milch oder Calciumpräparaten, damit die Aufnahme optimal erfolgt. Eine Einnahme von 40–100 mg Eisen jeden zweiten Tag statt täglich kann die Aufnahme verbessern und Nebenwirkungen reduzieren. Die vereinzelten Erythrozyten mit abweichender Form dürften mit den erwähnten Infekten in Zusammenhang stehen. Auswirkungen auf den geplanten Kryotransfer sind nicht zu befürchten.


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