Frage im Expertenforum Medikamente in der Schwangerschaft an Dr. med. Wolfgang Paulus:

Blutgerinnungshemmer in der Stillzeit

Frage: Blutgerinnungshemmer in der Stillzeit

maxiline

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Sehr geehrter Herr Dr. Paulus, unter der Geburt habe ich einen leichten Schlaganfall erlitten (Notkaiserschnitt sowie 2 weitere OP's da sich die Gebärmutter nicht zurück zog sowie Gebärmutterhalsriss, 14 Blutkonserven). Die Folge ist eine Hirnschwellung, wodurch mein Sehfeld beeinträchtigt ist. Ich wurde in der neurologischen Klinik gecheckt, aber es wurde kein Auslöser für den Schlaganfall gefunden. Vorsorglich soll ich ASS 100 nehmen - ca. 1 Jahr lang. Da ich voll stille, wurde dies in Clexane 40 umgewandelt. Mein Hausarzt meint nun, dass Clexane nicht über einen längeren Zeitraum genommen werden sollte wegen Osteoporosegefahr usw. Er empfiehlt spätestens im Sept. abzustillen (6 Monate) und ASS 100 zu nehmen. Gibt es nicht noch ein anderes Medikament, welches in der Stillzeit unbedenklich genommen werden kann oder soll ich schweren Herzens doch abstillen? Vielen Dank für Ihre Antwort im Voraus! Viele Grüße Maxiline


Dr. Wolfgang Paulus

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Acetylsalicylsäure und andere Salicylate gehen in geringen Mengen in die Muttermilch über (Weibert & Bailey 1979, Findlay et al 1981). Da Salicylate langsamer aus der Muttermilch als aus dem Plasma eliminiert werden, kann man in der Muttermilch Spitzenwerte 9 Stunden nach Einnahme feststellen (Anderson 1977). Auswirkungen der Salicylate auf die Thrombozytenaggegation wurden zwar bisher nicht beobachtet, sind jedoch denkbar. Die American Academy of Pediatrics rät daher zur Vorsicht im Umgang mit Salicylaten in der Stillzeit (Committee on Drugs 1994). Der Milch/Plasma-Quotient liegt nach den bisherigen Untersuchungen mit Salicylaten in der Stillzeit unter 1. Demnach nimmt der Säugling lediglich 4 bis 8% einer mütterlichen Dosis auf (Bailey et al 1982; Findlay et al 1981). Bezüglich einer niedrig dosierten Applikation zur Thrombozytenaggregationshemmung sehen die Hersteller grundsätzlich keine Gegenanzeige: „Der Wirkstoff Acetylsalicylsäure und seine Abbauprodukte gehen in geringen Mengen in die Muttermilch über. Da nachteilige Folgen für den Säugling bisher nicht bekannt geworden sind, wird bei Anwendung einer Tagesdosis von bis zu 150 mg eine Unterbrechung des Stillens in der Regel nicht erforderlich sein. Bei Einnahmen höherer Dosen (über 150 mg Tagesdosis) sollte abgestillt werden“ (Fachinfo Aspirin® protect 2000).


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