Frage im Expertenforum Medikamente in der Schwangerschaft an Dr. med. Wolfgang Paulus:

ASS bis wann

Frage: ASS bis wann

decembermom

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Sehr geehrter Herr Dr.  Paulus, Zur praeklampsie Prophylaxe auf Grund eines erhöhten familiären Risikos und meines erhöhten Alters nehme ich seit Beginn der Schwangerschaft ASS 150 mg pro Tag. Diese Dosierung wurde mir von meiner Ärztin empfohlen. Wann genau muss ich das Medikament absetzen? Ich habe gelesen, dass es sonst zum vorzeitigem Verschluss des ductus venöse kommen kann. Leider besteht die Diagnose SGA bei symmetrischen Wachstum entlang der 5. perzentile. Ich habe Sorge, dass sich das Wachstum verschlechtern könne, wenn das ASS abgesetzt wird, weil die Plazenta dann weniger gut durchblutet wird. Ist diese Sorge berechtigt? Aktuell 32+0 SSW.  herzlichen Dank  Errechneter Entbindungstermin: 19-06-2026


Dr. Wolfgang Paulus

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Acetylsalicylsäure (ASS) wird in niedriger Dosierung (50-150 mg/d) als Dauermedi¬kation zur Thromboseprophylaxe und Prävention der Präeklampsie verwendet. In höherer Dosis (ab 500 mg pro Tag) ist Acetylsalicylsäure als Schmerzmittel bekannt. Nur bei Dauertherapie mit solch hohen Dosen von Prostaglandinsynthesehemmern muss im letzten Trimenon auf einen vorzeitigen Verschluss des Ductus arteriosus geachtet werden. Die derzeit einzige effektive Prävention der Präeklampsie bei Frauen mit einem erhöhten Präeklampsierisiko besteht in einer ab der Frühschwangerschaft (möglichst vor SSW 16/0) beginnenden oralen Einnahme von niedrig dosierter Acetylsalicylsäure (ASS: 150 mg/Tag). Dieses Vorgehen senkt signifikant das Risiko für eine Präeklampsie vor der SSW 37/0 sowie das Risiko für eine (schwere) Präeklampsie bzw. Gestationshypertonie. Dies wird unterstützt durch die Daten der ASPRE-Studie, die bei einer Dosierung von 150 mg/Tag eine Reduktion der Präeklampsiehäufigkeit vor SSW 37/0 von 63 % erreicht. In Deutschland hat sich inzwischen eine ASS-Gabe bis zur 34-36. kompletten SSW etabliert. Danach bringt die Einnahme keine besonderen Vorteile mehr.


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