Frage im Expertenforum Medikamente in der Schwangerschaft an Dr. med. Wolfgang Paulus:

Amitriptylin in der Schwangerschaft und Stillzeit

Frage: Amitriptylin in der Schwangerschaft und Stillzeit

Deffi

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Sehr geehrter Herr Dr. Paulus, ich muss aufgrund meiner starken Kopfschmerzen seit der 6 SW das Medikament Amitriptylin 25 mg einnehmen. Mein Hausarzt meinte, dass dieses Medikament in der Schwangerschaft genommen werden kann bzw. es bisher keinen Hinweis auf Fehlbildungen gibt. Leider konnte mir kein Frauenarzt  diese Aussage bestätigen.  Wie ist hierzu Ihre Einschätzung? Und kann diese Dosis weiterhin genommen werden? (evtl. auch in der Stillzeit?) Vielen Dank. Viele Grüße Erster Tag der letzten Regel: 04-12-2023 Errechneter Entbindungstermin: 09-09-2024 Medikamente: Amitriptylin Einnahmezeitraum (seit wann) und Dosis: Seit 6 SW, 25mg abends Hast du besondere Belastungen: Stress


Dr. Wolfgang Paulus

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Nach Anwendung von Amitriptylin in der Schwangerschaft besteht kein Anhalt für ein erhöhtes Fehlbildungsrisiko. Dieses Präparat, das zu den trizyklischen Antidepressiva gehört, ist als eines der am besten erprobten Psychopharmaka in der Schwangerschaft zu betrachten. Nachuntersuchungen im Vorschulalter nach pränataler Exposition mit trizyklischen Antidepressiva zeigten gegenüber einer Kontrollgruppe keine Abweichungen hinsichtlich Intelligenzentwicklung, Verhalten und Sprachvermögen. Bei hochdosierter Therapie vor Geburt können beim Neugeborenen vorübergehend folgende Symptome auftreten: Tachyarrhythmie (schnelle Herzfrequenz), Tachypnoe (beschleunigte Atmung), Tremor (Zittern), Trinkschwäche, Harnverhalt. Angesichts Ihrer geringen Tagesdosis von 25 mg sind solche Komplikationen jedoch nicht zu befürchten. Eine Einnahme wäre in der Schwangerschaft und ggf. Stillzeit (vielleicht auch noch in geringeren Dosen ausreichend!) durchaus vertretbar.  


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