Frage im Expertenforum Kinderzahngesundheit an Dr. med. dent. Jacqueline Esch:

Fluorid zusätzlich geben - ja oder nein?

Frage: Fluorid zusätzlich geben - ja oder nein?

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Hallo, ich habe noch eine Frage. Bisher gehe ich unserer Tochter (13 Wochen alt und sie wird voll gestillt) nur Vitamin D 3 Tabletten (Vigantoletten 500), da mir mein Zahnarzt und meine Hebamme abgeraten haben Fluorid zusätzlich zu geben wegen den Folgen wie z.B. hässliche Flecken auf Zähnen wegen zuviel Fluorid. Der Kinderarzt möchte, dass ich Vit. D3 und Fluorid (also D-Fluoretten oder Fluorvigantoletten 500) gebe spätestens ab dem Zeitpunkt, an dem ich nicht mehr stille. Was denken sie darüber? Ist es notwendig, zusätzlich Fluorid zu geben? Ist denn nicht genug Fluorid in Salz (ich verwenden jodiertes und fluoriertes Speisesalz) und Leitungswasser und Zahnpasta drin, dass eine zusätzliche Fluoridgabe notwendig bzw. sinnvoll ist? Vielen herzlichen Dank für Ihre Meinung und Rückmeldung. Viele Grüße, Schneemaus


Dr. Jacqueline Esch

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Hallo, Man geht heute davon aus, dass der Kariesrückgang bei Kindern und Jugendlichen in erster Linie auf den breiten Einsatz von Fluoriden zurückgeführt werden kann. Dachte man früher, dass hauptsächlich das vor dem Zahndurchbruch eingebaute Fluorid kariesprophylaktisch wirksam wäre, so ist heute wissenschaftlich belegt, dass vornehmlich die nach dem Zahndurchbruch auf die Zahnoberfläche einwirkenden Fluoride für deren kariesprophylaktischen Effekt verantwortlich sind. Fluoride werden über fluoridiertes Speisesalz, fluoridhaltige Zahnpasta, Fluoridtabletten, fluoridierte Mundspüllösungen, fluoridhaltige Gele und Fluoridlacke in die Mundhöhle eingebracht und können dort mit der Zahnoberfläche reagieren. Fluoridierungsmaßnahmen zielen darauf ab, eine möglichst optimale Kariesprävention zu erreichen. Dabei lässt sich nicht vermeiden, dass fluoridhaltige Präparate auch zum Teil verschluckt werden. Dies gilt insbesondere für kleine Kinder bis zum Alter von vier Jahren. Überhöhte Fluoridaufnahmen können dann an den bleibenden Zähnen zu ästhetischen Beeinträchtigungen in Form von weißen Schmelzflecken führen. Deshalb sollten definierte Grenzwerte nicht überschritten werden. Grundsätzlich ist es für eine gute kariesprophylaktische Wirkung der Fluoride notwendig, diese kontinuierlich anzuwenden. Diese kontinuierliche Anwendung ist zum Beispiel durch die tägliche Anwendung fluoridhaltiger Zahnpasta gewährleistet. Bei gründlicher Zahnreinigung mit der Zahnbürste werden dabei auch kariesauslösende Bakterien von der Zahnoberfläche entfernt, und zusätzlich wird Zahnfleischentzündungen vorgebeugt. Ab dem Durchbruch des ersten Milchzahnes bis zum Durchbruch des ersten bleibenden Zahnes sollten Zahnpasten mit einer niedrigen Fluoridkonzentration (0,05 % Fluorid) verwendet werden. Dabei sollte bis zum zweiten Geburtstag nur einmal täglich mit einer fluoridhaltigen Zahnpasta geputzt werden. Nach Durchbruch der ersten bleibenden Zähne (ca. 6. Lebensjahr) kann dann mit einer Erwachsenenzahnpasta (0,10–0,15% Fluorid) mindestens zweimal täglich eine Zahnreinigung erfolgen. Da kleine Kinder noch nicht richtig ausspucken können, verschlucken sie einen Teil der Zahnpasta. Deshalb sollte bis zum zweiten Lebensjahr nur eine geringe Pastenmenge verwendet werden. Neben der Anwendung fluoridhaltiger Zahnpasta sollte im Haushalt fluoridhaltiges Speisesalz zum Kochen und Backen genutzt werden. Allerdings sollte man auf den Einsatz fluoridierten Speisesalzes im Haushalt verzichten, wenn Fluoridtabletten zur Kariesprophylaxe verwendet werden. Es sollte dann auch bis zur Vollendung des dritten Lebensjahres eine fluoridfreie Zahnpasta zur Mundhygiene angewendet werden. Wir raten mit fluoridhaltiger Zahncreme zu putzen und Vigantoletten zu geben. Liebe GRüße


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