Brahms
Sehr geehrter Herr Dr. Gagsteiger, ich soll mit 75 Einheiten Pergoveris die Eizelleeifung fördern (GvnP). Wie hoch ist das Risiko, dass sich hierdurch eine Zyste bildet? Viele Grüße, Brahms
Sehr geehrte Frau Brahms, bei einer sehr niedrigen Dosierung von 75 Einheiten Pergoveris ist das Risiko, dass sich dadurch eine relevante Zyste bildet, insgesamt eher gering. Ganz ausschließen lässt es sich aber nicht, weil jeder Eierstock individuell reagiert. Unter einer hormonellen Stimulation können Follikel manchmal nicht vollständig springen oder nach dem Eisprung als sogenannte funktionelle Zyste / Gelbkörperzyste noch eine Zeit lang sichtbar bleiben. Das ist in den meisten Fällen harmlos und bildet sich meist von selbst wieder zurück. Wichtig ist deshalb die Ultraschallkontrolle: Man sieht dabei, ob ein Follikel regelrecht heranreift, ob zu viele Follikel wachsen oder ob sich eine zystische Struktur entwickelt. Ebenso wichtig ist es, den Eisprung gezielt auszulösen, sobald der Follikel groß genug ist — meistens durch eine Injektion mit Ovitrelle. Dadurch wird die Wahrscheinlichkeit erhöht, dass der Follikel tatsächlich springt, und das Risiko eines stehenbleibenden Follikels beziehungsweise einer funktionellen Zyste kann eher reduziert werden. Sollte sich trotzdem eine Zyste bilden, bedeutet das nicht automatisch etwas Gefährliches. Meist würde man den weiteren Verlauf beobachten und je nach Größe, Beschwerden und Hormonwerten entscheiden, ob man pausiert oder den Zyklus anpasst. Mit freundlichen Grüßen Dr. Friedrich Gagsteiger