Frage im Expertenforum Kinderwunsch an Dr. med. Friedrich Gagsteiger:

Nach Abort Kinderwunsch

Frage: Nach Abort Kinderwunsch

Romy123

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Sehr geehrter Hr. Dr. Gagsteiger, ich hatte gerade erst eine natürliche Fehlgeburt in der Frühschwangerschaft, der Tag der stärksten Blutung war in der SSW 8+4 am 12.5.26. Die Schwangerschaft hatte sich nicht zeitgemäß entwickelt, entsprach der SSW 6+0 und der Embryo (3mm) hatte keinen Herzschlag mehr. Mein Mann (26) und ich (24) sehnen uns sehr nach einem Kind und würden es am liebsten gleich ohne einsetzten der normalen Regelblutung versuchen. Heute bei 9+4 war ich zur Kontrolle bei meiner Gynäkologin, von der Schwangerschaft war nichts mehr zu sehen, die Blutung hörte bereits vor 2 Tagen auf, die Gebärmutterschleimhaut baut sich bereits langsam wieder auf und es war an einem Eierstock auch schon ein heranreifender Folikel zu sehen. Meine Gynäkologin hat jedoch ein kleines Serometra gesehen, was mir jetzt Sorgen bereitet. Sie hat uns geraten auf den neuen Zyklus zu warten, weil sonst einen erneute Fehlgeburt sein könnte wenn die Schleimhaut noch nicht bereit ist. Die Zeit vergeht aber gefühlt garnicht und wir haben so sehr den Wunsch wieder schwanger zu sein. Ich möchte gerne eine zweite Meinung bezüglich einer Schwangerschaft direkt nach einem Abort und dem Serometra. Vielen Dank schonmal. Lg.


Dr. Friedrich Gagsteiger

Dr. Friedrich Gagsteiger

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Guten Tag, zunächst möchte ich Ihnen sagen, wie leid es mir tut, dass Sie diese frühe Fehlgeburt erleben mussten. Auch wenn eine Fehlgeburt in der Frühschwangerschaft medizinisch leider häufig vorkommt, ist sie für das betroffene Paar oft ein sehr schmerzhafter Einschnitt. Man verliert nicht „nur eine Schwangerschaft“, sondern auch ein Stück Hoffnung, Vorfreude und Zukunftsbild. Dass Sie sich jetzt so sehr wünschen, möglichst bald wieder schwanger zu werden, ist deshalb sehr gut nachvollziehbar. Aus medizinischer Sicht ist es zunächst beruhigend, dass bei der Kontrolle keine Reste der Schwangerschaft mehr zu sehen waren, die Blutung aufgehört hat, die Gebärmutterschleimhaut sich wieder aufzubauen beginnt und sogar bereits wieder ein heranreifender Follikel sichtbar war. Das zeigt, dass Ihr Körper offenbar schon wieder dabei ist, in seinen natürlichen Rhythmus zurückzufinden. Grundsätzlich gibt es nach einer unkomplizierten frühen Fehlgeburt nicht zwingend die medizinische Notwendigkeit, mehrere Monate zu warten. Viele Frauen können bereits im nächsten Zyklus wieder schwanger werden, manchmal sogar bevor die erste normale Regelblutung nach der Fehlgeburt eingesetzt hat. Eine erneute Schwangerschaft direkt danach ist nicht automatisch gefährlicher oder „schlechter“. Wichtig ist aber, dass die Gebärmutter wirklich leer ist, keine stärkeren Blutungen, keine Infektzeichen und keine Schmerzen bestehen — und dass man sich auch seelisch einigermaßen bereit fühlt. Das von Ihrer Frauenärztin beschriebene kleine Serometra bedeutet, dass sich eine kleine Menge Flüssigkeit in der Gebärmutterhöhle befindet. Das kann nach einer Fehlgeburt durchaus vorübergehend vorkommen und muss nicht gleich etwas Dramatisches bedeuten. Entscheidend ist, ob diese Flüssigkeit von selbst verschwindet, ob sie sehr gering ist, ob die Schleimhaut sich gut und gleichmäßig aufbaut und ob keine Hinweise auf Entzündung oder verbliebene Gewebereste bestehen. Der Rat Ihrer Frauenärztin, eine normale Blutung abzuwarten, ist deshalb nicht falsch. Er ist eher ein vorsichtiger Weg: Man lässt dem Körper einmal die Chance, den Zyklus komplett neu zu starten, und kann danach davon ausgehen, dass die Schleimhaut wieder sauber und regulär aufgebaut wurde. Besonders wenn noch etwas Flüssigkeit in der Gebärmutterhöhle zu sehen ist, kann dieses Abwarten sinnvoll sein. Andererseits würde ich Ihnen auch sagen: Sie müssen sich nicht zusätzlich quälen mit dem Gedanken, dass Sie durch einen früheren Versuch sicher etwas falsch machen würden. Wenn keine Beschwerden bestehen, die Gebärmutter leer ist und der Verlauf unauffällig bleibt, ist eine Schwangerschaft nach einer frühen Fehlgeburt grundsätzlich auch zeitnah wieder möglich. Eine erneute Fehlgeburt entsteht in den allermeisten Fällen nicht deshalb, weil man „zu früh“ wieder schwanger geworden ist, sondern meist durch biologische Ursachen des Embryos, häufig zufällige Chromosomenstörungen in sehr frühen Entwicklungsphasen. Mein persönlicher, vorsichtiger Rat wäre daher: Wenn das Serometra wirklich nur klein ist, Sie keine Schmerzen, kein Fieber und keine erneute stärkere Blutung haben, können Sie zunächst gelassen bleiben. Sinnvoll wäre eine weitere kurze Kontrolle — zum Beispiel nach einigen Tagen oder nach der nächsten Blutung — um zu sehen, ob die Flüssigkeit verschwunden ist und sich die Schleimhaut normal entwickelt. Wenn Sie den sichersten Weg gehen möchten, warten Sie eine normale Regelblutung ab. Wenn Sie es vorher versuchen, ist das nach einem unkomplizierten frühen Abort aber nicht automatisch unverantwortlich. Ganz wichtig: Bitte machen Sie sich keine Schuldgefühle. Sie sind jung, Ihr Körper scheint bereits wieder zu arbeiten, und eine frühe Fehlgeburt bedeutet in den allermeisten Fällen nicht, dass Ihr Kinderwunsch nicht in Erfüllung gehen wird. Im Gegenteil: Dass überhaupt eine Schwangerschaft eingetreten ist, zeigt, dass vieles grundsätzlich funktionieren kann. Ich wünsche Ihnen sehr, dass Sie nach dieser traurigen Erfahrung bald wieder Hoffnung fassen dürfen. Manchmal braucht der Körper nur einen kurzen Moment, manchmal braucht vor allem die Seele etwas länger. Beides ist in Ordnung. Herzliche Grüße Dr. Friedrich Gagsteiger


Romy123

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Vielen lieben Dank Hr. Dr. Gagsteiger für die ausführliche, einfühlsame Antwort und ihren Rat.  Nur noch kurz die Frage: Stellt ein Serometra wenn es sehr klein ist ein Problem für eine Schwangerschaft oder Einnistung da, wenn sonst die Gebärmutterschleimhaut in Ordnung ist? Herzliche Grüße


Dr. Friedrich Gagsteiger

Dr. Friedrich Gagsteiger

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Wenn es sich nur um ein sehr kleines Serometra handelt und die Gebärmutterschleimhaut sich ansonsten gut und regelrecht aufbaut, ist das in der Regel kein Grund zu großer Sorge. Ein kleines Serometra bedeutet zunächst nur, dass sich eine geringe Menge Flüssigkeit in der Gebärmutterhöhle befindet. Nach einer Fehlgeburt kann das durchaus vorübergehend auftreten, weil sich die Gebärmutter noch zurückbildet und die Schleimhaut sich neu sortiert. Entscheidend ist, ob die Flüssigkeitsansammlung größer wird, bestehen bleibt oder ob Hinweise auf Entzündung, Blutreste oder eine gestörte Schleimhautregeneration vorliegen. Für eine Einnistung wäre vor allem problematisch, wenn deutlich Flüssigkeit in der Gebärmutterhöhle bleibt oder die Schleimhaut nicht schön aufgebaut ist. Wenn Ihre Frauenärztin aber sieht, dass die Schleimhaut sich bereits wieder aufbaut und sonst kein auffälliger Befund vorliegt, spricht das eher für eine normale Erholung nach der Fehlgeburt. Ganz sicher kann man es aus der Ferne natürlich nicht beurteilen. Sinnvoll wäre daher, den Befund bei Gelegenheit noch einmal im Ultraschall kontrollieren zu lassen — besonders dann, wenn Schmerzen, Fieber, übelriechender Ausfluss oder erneute stärkere Blutungen auftreten würden. Grundsätzlich gilt aber: Ein sehr kleines Serometra allein verhindert nicht automatisch eine Schwangerschaft oder Einnistung. Oft verschwindet so ein kleiner Flüssigkeitsrest von selbst wieder. Herzliche Grüße Dr. Friedrich Gagsteiger


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