Frage im Expertenforum Kinderwunsch an Fachärztin Tanja Finger:

Kinderwunsch und Quecksilberexposition

Frage: Kinderwunsch und Quecksilberexposition

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Guten Tag Frau Finger,  mein Partner und ich wünschen uns ein Kind und versuchen gerade schwanger zu werden. Am Sonntag ist mir ein altes Fieberthermometer aus den 70er oder 80er Jahren mit Quecksilber runtergefallen und zerbrochen. Ich war ca. 1 Minute ohne jeglichen Schutz in dem Raum und habe dann meinen Partner zur Hilfe geholt. Wir sind sofort wieder in das Zimmer gegangen ohne vorab zu lüften, haben dann allerdings gleich das Fenster weit geöffnet. Außerdem haben wir uns zum Schutz FFP2-Masken aufgesetzt, die allerdings bei uns beiden nicht 100%ig abgeschlossen haben. Wir haben sehr lange gebraucht, um alle Quecksilberkügelchen aufzusammeln (nicht direkt angefasst, sondern mit Papier aufgenommen und dabei dünne Latexhandschuhe getragen). Da sich die Kugeln aber nur schwer aufnehmen ließen, waren wir rund 1 Stunde lang damit beschäftigt. Vor allem mein Partner ist dabei mit dem Kopf sehr dicht (ca. 15-30cm) über den Kügelchen gewesen. Ich mache mir sehr große Sorgen wegen der Quecksilberbelastung durch die eingeatmeten Dämpfe. Man liest immer wieder, dass z.B. eine Amalgamsanierung frühzeitig vor der geplanten Schwangerschaft durchgeführt werden soll und meines Wissens nach ist in einem Fieberthermometer wesentlich mehr Quecksilber enthalten. Meine Frage ist nun, wie lange wir den Kinderwunsch pausieren sollten. Bzgl. Amalgamsanierungen habe ich z.B. davon gehört, dass im Anschluss 1 Jahr lang gewartet werden soll. Ich bin schon 40 Jahre alt und daher rennt uns ein wenig die Zeit weg. Andererseits habe ich ohnehin schon aufgrund meines Alters Sorge um mögliche DNA-Schäden und dass diese nun durch die Quecksilberexposition verstärkt werden könnten. Können wir irgendetwas tun, um die Quecksilberbelastung im Körper zu verringern?  Herzlichen Dank für Ihre Antwort!


Tanja Finger

Tanja Finger

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Guten Abend, Sie sollten sich wegen des Quecksilbers nicht zu viele Gedanken machen. So hoch ist eine Belastung durch ein zerbrochenes Thermometer nicht, dass Sie mit Ihrem Kinderwunsch pausieren müssten. Auch eine intakte Amalganfüllung muss vor einer Schwangerschaft nicht entfernt werden. Die Quecksilbermobilisierung entsteht erst durch die Entfernung der Füllung, vorher wird kein Quecksilber freigesetzt. Gehen Sie ruhig weiter Ihren Kinderwunsch an! Alles Gute!


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