Laure
Sehr geehrter Herr Dr. Gagsteiger, letzte Woche hatte ich Sie bereits wegen einer möglichen vorübergehenden GKS um Rat gefragt (im 2. bzw. 1. richtigen Zyklus nach MA erstmalig postmenstruelle Zwischenblutungen und erneute Schmierblutungen ab ES+9/10). Vielen Dank noch einmal für die ausführlichen Erklärungen. Die Zwischenblutungen, die ich letzte Woche für den Beginn meiner Periode hielt, was mich an die besagte GKS denken ließ, sistierten einen Tag vor NMT wieder und ein SS-Test war dann unerwarteterweise positiv. Aufgrund der Kombination aus Blutungen und positivem Test war ich bereits in der Notfallambulanz, wo man immerhin eine sehr gut aufgebaute Schleimhaut sah. Das alles wirft nun natürlich wieder neue Fragen auf. Wenn man davon ausgeht, dass es sich wirklich bei mir nur um ein Problem der hormonellen Feinabstimmung nach FG handelte (wovon ich stark ausgehe, da ich noch nie derartige Zyklusprobleme hatte und 2 Schwangerschaften problemlos verliefen), also laborchemisch hoffentlich kein echter Progesteronmangel vorliegt, ist dann die Schwangerschaft jetzt trotzdem durch dieses Problem gefährdet? Ich nehme seit gestern (ES+14) Utrogest, allerdings wird das doch an der evtl. suboptimalen und sonographisch ja nicht beurteilbaren Biochemie der Schleimhaut jetzt nicht mehr viel ändern? Mir geht es - sofern dies annähernd möglich ist - einfach um eine realistische Einschätzung der Situation, da ich natürlich ohnehin Angst vor einer erneuten FG habe und die aktuelle Schwangerschaft ja in einem klinisch nicht ganz unauffälligen Zyklus eingetreten ist. Besten Dank im Voraus!
Guten Abend,, vielen Dank für Ihre Rückmeldung. Ich versuche es klar und realistisch zusammenzufassen: 1. Zur vermuteten vorübergehenden GKS nach Fehlgeburt Nach einer Fehlgeburt sehen wir häufig vorübergehende hormonelle Feinabstimmungsstörungen, insbesondere im Progesteronverlauf. Diese sind: funktionell und meist nicht behandlungsbedürftig laborchemisch oft unauffällig reversibel und normalisieren sich in den folgenden Zyklen Solche Zyklen können dennoch voll fertil sein – Schwangerschaften entstehen nicht selten genau in dieser Phase. 2. Ist die Schwangerschaft dadurch gefährdet? Nach allem, was Sie schildern: ist die Schwangerschaft zustande gekommen die Schleimhaut war sonographisch gut aufgebaut Beides spricht gegen eine relevante Einschränkung der Einnistung. Wenn eine Implantation erfolgt ist, war die Progesteronwirkung zumindest ausreichend. Ein solches Zyklusmuster bedeutet nicht automatisch ein erhöhtes Fehlgeburtsrisiko. 3. Rolle von Utrogest Auch jetzt ist Progesteron sinnvoll: stabilisierend auf die Frühschwangerschaft immunologisch unterstützend ohne nachteilige Effekte Es kann zwar keine Ursachen „rückgängig machen“, aber Schwankungen abpuffern. 4. Wichtige Einordnung Eine exakte Diagnose ist aus der Ferne nicht möglich. Ich kann hier nur einordnen, was häufig ist und was eher selten, nicht aber individuelle Risiken sicher bewerten. Bei wiederholten Fehlgeburten oder auffälligen Verläufen wäre selbstverständlich eine strukturierte Abklärung in einer Kinderwunsch- oder spezialisierten gynäkologischen Praxis sinnvoll. Fazit Der Zyklus war möglicherweise hormonell etwas instabil, aber offensichtlich funktionell ausreichend. Aus medizinischer Sicht gibt es aktuell keinen klaren Hinweis auf eine relevante Gefährdung, wohl aber – trotz aller verständlichen Sorge – Grund zu vorsichtigem Optimismus. Mit herzlichen Grüßen Dr. Friedrich Gagsteiger
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