Frage: Befund zu Hormonanalyse

Hallo Herr Gagsteiger, wegen meiner (zu) kurzen Lutealphase von 3-5 Tagen (Ermittlung anhand von Basalkurve und Ovus) habe ich meine Hormone untersuchen lassen an ZT 21 und ZT 3, am 05.04. und 10.04. U.a. sind folgende Werte erhoben worden: TSH: 2,09 Prolaktin: 05.04.: 141 LH: 05.04.: 12; 10.04.: 4,0 FSH: 05.04.: 11,2; 10.04.: 6,8  Testosteron: 05.04: 0,59; 10.04.: 0,65 DHEAS: 05.04.: 5,1; 10.04.: 4,4 Progesteron: 05.04.: 0,97; 10.04.: 0,20 (Lutealphase laut Labor 1,83-23,9) Calcium, Albumin korrigiert: 05.04.: 2,1 Albumin: 05.04.: 54 Was bedeutet das jetzt für meinen Kinderwunsch? Ich hatte Mitte Dezember nach spontan eingetretener Schwangerschaft eine verhaltene Fehlgeburt und am 19.04. eine Kürettage. Auf dem Befund steht noch E28.1 Androgenüberschuss, N94.3 prämenstruelle Beschwerden und dass ggf. die Einnahme eines Gestagens in der 2. Zyklusphase sinnvoll wäre. Stimmen Sie zu? Oder ist das auch eine Eireifungsstörung? Ich bin mir nicht mehr sicher, ob es einen regelmäßigen Eisprung gibt und in dem Zyklus. Der Progesteronwert oben war ja auch niedriger als 1,83. Was meinen Sie?  Das Prolaktin wurde zuletzt am 04.01. überprüft und lag da bei 97. Jetzt ist es sogar gestiegen auf 141 im April. Wie kann das sein? Sollte man das behandeln? Danke und viele Grüße  Marie      

von Marie0795 am 23.04.2024, 13:10



Antwort auf: Befund zu Hormonanalyse

Hallo, leider kenne ich zu wenig Details, aber ich kann versuchen, Ihnen einige Informationen zu Ihren Hormonwerten und deren möglichen Einfluss auf Ihren Kinderwunsch zu geben. Es ist jedoch wichtig, dass Sie diese Informationen mit Ihrem behandelnden Arzt besprechen, um eine fachkundige und personalisierte Beratung zu erhalten. Progesteron und kurze Lutealphase: Progesteron ist entscheidend für die Aufrechterhaltung einer Schwangerschaft, insbesondere in der frühen Phase. Am 05.04. konnte kaum Progesteron nachgewiesen werden. Damit kann man auch nicht wissen, ob überhaupt ein Eisprung stattgefunden hat oder der Wert schon vor der Blutung am ß8.04. abgesackt war. Die Einnahme von Gestagen in der zweiten Zyklushälfte, wie von Ihrem Laborbericht vorgeschlagen, könnte helfen, die Lutealphase zu verlängern und die Gebärmutterschleimhaut besser auf eine Schwangerschaft vorzubereiten. Aber vorher muss es auch zu einer adäquaten Follikelreifung und zu einem Eisprung gekommen sein. Leider zeigen das die Werte nicht. Androgenüberschuss (E28.1): Erhöhte Androgenwerte können verschiedene Aspekte der weiblichen Fruchtbarkeit beeinträchtigen, einschließlich der Eireifung. Ihre Testosteronwerte sind zwar nicht stark erhöht, aber in Kombination mit Ihrem Prolaktinwert und der Diagnose könnte dies auf ein hormonelles Ungleichgewicht hindeuten, das Ihren Zyklus und Eisprung beeinflusst. Prolaktin: Ein erhöhter Prolaktinwert kann ebenfalls den Eisprung stören. Ihr Prolaktinwert ist von Januar bis April gestiegen und liegt über dem Normalbereich, was die Ursache für Zyklusstörungen sein könnte. Eine Behandlung mit Medikamenten, die den Prolaktinspiegel senken, könnte in Betracht gezogen werden, um den normalen Menstruationszyklus und die Fruchtbarkeit zu fördern. FSH und LH: Diese Hormone sind für die Steuerung des Menstruationszyklus und die Eireifung wichtig. Ihre Werte scheinen im normalen Bereich zu liegen, aber das Timing der Tests und die Balance zwischen den Hormonen sind entscheidend. Es ist wichtig, dass Sie diese Ergebnisse und möglichen Behandlungsoptionen ausführlich mit Ihrem Arzt oder einem Spezialisten für Reproduktionsmedizin besprechen, um die beste Strategie für Ihren Kinderwunsch zu entwickeln. Einfach nur Gelbkörperhormon zu nehmen, wird Ihren Kinderwunsch nicht erfüllen. Eventuell könnten weitere Untersuchungen oder eine Anpassung der Medikation notwendig sein, um Ihre Chancen auf eine erfolgreiche Schwangerschaft zu verbessern. Gerne dürfen Sie sich auch an www.bestfertility.de wenden. Ich hoffe, diese Informationen sind hilfreich für Sie, und wünsche Ihnen alles Gute auf Ihrem Weg.

von Dr. Friedrich Gagsteiger am 23.04.2024



Antwort auf: Befund zu Hormonanalyse

Hallo Herr Dr. Gagsteiger, ich danke Ihnen für Ihre Einschätzung. Diese ist für mich sehr wertvoll. Eine Frage noch: Meinen Sie, dass sich die Werte mit Zuwarten noch verbessern? Meine Frage zielt darauf ab, wann das hormonelle Gleichgewicht nach einer Fehlgeburt spätestens wieder erreicht sein sollte? Bei mir ist es jetzt vier Monate her.  

von Marie0795 am 23.04.2024, 18:26



Antwort auf: Befund zu Hormonanalyse

Guten Abend, hier gibt es sicher mehr Ursachen als die Fehlgeburt. Lassen Sie sich gründlich untersuchen.

von Dr. Friedrich Gagsteiger am 23.04.2024



Antwort auf: Befund zu Hormonanalyse

Hallo nochmal Herr Dr. Gagsteiger, gestern war ich in einer neuen Frauenarztpraxis. Sie haben den Fall ernst genommen und mir jetzt Clomifen und einen Follikelschall verordnet und sie vermuten PCO. Denken Sie auch, dass die Vorgehensweise sinnvoll ist? Sie haben gesagt, dass ich mich gründlich untersuchen lassen soll. Was meinten Sie damit noch? Meine Hausärztin meinte bei dem hohen Prolaktinwerts ggf. ein MRT des Schädels. Meinten Sie das? Danke und schönes Wochenende.  

von Marie0795 am 26.04.2024, 09:19



Antwort auf: Befund zu Hormonanalyse

Hallo! Es freut mich zu hören, dass Ihr neuer Frauenarzt Ihren Fall ernst nimmt und entsprechende Schritte unternimmt. Die Verschreibung von Clomifen und die Durchführung eines Follikelschalls sind gängige Methoden zur Behandlung bei Kinderwunsch, insbesondere wenn der Verdacht auf das Polyzystische Ovarialsyndrom (PCO) besteht. Clomifen wird verwendet, um die eizellreifung zu unterstützen. Diese Vorgehensweise scheint also sehr sinnvoll zu sein. Die Empfehlung, sich gründlich untersuchen zu lassen, bezieht sich auf eine umfassende Diagnostik, um die genauen Ursachen Ihrer Symptome zu ermitteln. Neben der Untersuchung der Eierstöcke und der Hormonspiegel könnte dies auch eine weiterführende Diagnostik beinhalten, wenn ein erhöhter Prolaktinspiegel vorliegt. Ein hoher Prolaktinwert kann verschiedene Ursachen haben, einschließlich Stress oder bestimmte Medikamente, aber auch ernsthaftere Bedingungen wie ein Prolaktinom, ein gutartiger Vergrößerung der Hypophyse. Ein MRT des Schädels wird oft durchgeführt, um dies auszuschließen. Es scheint, dass dies genau das ist, was Ihre Hausärztin meinte, als sie vorschlug, dass Sie sich möglicherweise einem MRT unterziehen sollten. Es wäre ratsam, diese Möglichkeit mit Ihrem Frauenarzt oder einem Endokrinologen zu besprechen, um sicherzustellen, dass alle potenziellen Ursachen für Ihre Symptome sorgfältig untersucht werden. Sie scheinen in guten Händen zu sein, und es ist wichtig, diesen Empfehlungen zu folgen, um die beste Behandlung und Betreuung zu erhalten. Sollten Sie weiteren Rat benötigen, dürfen Sie sich gerne an www.bestfertility.de wenden. Ich wünsche Ihnen auch ein schönes Wochenende und alles Gute auf Ihrem weiteren Weg!

von Dr. Friedrich Gagsteiger am 26.04.2024



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