Mitglied inaktiv
Sehr geehrter Prof. Michelmann! Mein Mann und ich haben vor 2 Jahren einen- bei der 1. Stimulation erfolgreichen- ICSI-Versuch durchgeführt, es wurden 2 befruchtete Eizellen eingesetzt, wir haben eine Tochter bekommen (was allen hier ganz viel Mut und Hoffnung machen soll!!!). Nun überlegen wir, es ein 2. mal zu "wagen". Hierzu hätte ich 2 Fragen: 1.Gibt es irgendwelche Statistiken, wie groß die Chance ist, dass es wieder beim 1. Stimulationszyklus (aber mit nur 1 eingesetzten Eizelle, das Zwillingsrisiko wäre uns zu hoch)klappen würde? Und 2. : Damals waren 11 Follikel entnommen worden, von denen 8 erfolgreich befruchtet worden sind und sich mehrmals geteilt hatten. Unser behandelnder Arzt meinte damals, für die Kryokonservierung wäre dies knapp geworden. Ab wieviel befruchteten Eizellen wäre das Einfrieren überhaupt ratsam? Vielen Dank für Ihre Anwort.
Hallo Wichtel, da die Eizellqualität und der einzelne Zyklusverlauf bei hormoneller Stimulation sehr unterschiedlich sein kann, ist es sehr schwer vorauszusagen, mit welchen Chancen auf eine erneute Schwangerschaft zu rechnen ist. Fest steht aber, dass bei einer bereits erfolgten Schwangerschaft nach ICSI die Chancen sehr viel besser sind, als wenn überhaupt noch keine Schwangerschaft erzielt worden wäre. Das gleiche gilt für die Frage nach der Anzahl zu transferierender Embryonen. Da wir in Deutschland keine selektive Embryokultur machen können, können wir auch nicht vorhersagen, welche Entwicklungschancen die eine dann auzuwählende, befruchtete Eizelle hat. Erst wenn aus einer Kohorte von mehreren Embryonen derjenige mit der besten Entwicklungspotenz ausgewählt werden könnte, wäre der Transfer eines Embryos zu empfehlen. So gibt es für sie nur die Wahl zwischen geringerer Schwangerschaftschance (1 Embryo) oder des Mehrlingsrisikos (2 Embryonen). Die Kryokonservierung befruchteter Eizellen (PN-Stadien) wird von Zentrum zu Zentrum unterschiedlich gehandhabt. Es gibt auf diesem Gebiet keine allgemein gültige Regel. Hinzu kommt, dass es Qualitätskriterien für die Zygoten gibt. Bei schlechter Qualität wird in der Regel nicht eingefroren, da die Kryokonservierung weitere Schäden setzt und eine normale Embryonalentwicklung nach dem Auftauen nicht zu erwarten ist.
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