Frage im Expertenforum Kinderorthopädie an Dr. med. Jan Matussek:

Kopfverformung - Diagnose zu spät bzw. falsch

Dr. med. Jan Matussek

Dr. med. Jan Matussek
Chefarzt für Kinderorthopädie und Kindertraumatologie am Klinikum Emil van Behring, Berlin
Frage: Kopfverformung - Diagnose zu spät bzw. falsch

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Hallo, folgendes ist passiert. Zufällig waren wir im Krankenhaus und wir hatten zu besuch eine Therapeutin, die uns gesagt hat das die Kopfverformung bei unserem Baby ziemlich deutlich ist und auch ein Ohr mehr nach hinten geht als das andere und vielleicht sogar der Kiefer leicht verformt ist und er könnte im Leben dadurch ziemlich viele Probleme haben. Leider ist unser sohn schon fasst 13 Monate alt und eine Helmtherapie wir wahrscheinlicht nichts mehr bringen. Auch auf ein Termin warten wir 3-4 Wochen.   Was ist in der Vergangenheit passiert. Wir haben das mit der Kopfverformung beim Kinderartz schon die ersten Monate angesprochen und diese hat und zum Orthopäden überwiesen, der Orthopäde hat ihn sehr oberflächlich angeschaut, nichts gemessen und sagte das wird sich von selbst lösen, muss nur öffter auf der anderen Seite schlafen. Das war mit mit 6 Monaten. Danach ist die Kinderärtztin in die Rente und der neue Kinderartz hat auch gesagt er findet eine Helmtherapie sinnlos und es würde sowieso nichts bringen und es wäre aus seiner sicht unnötig. Meine Frage hier ist, gibt es noch Hoffnung oder muss der kleine jetzt damit leben? In Sport, Musik und vielleicht sogar beim Kiefer und Wirbelsäule in der Zukunft Probleme haben. Meiner Meinung nach ist die Kopfverformung nicht weit weg von den Beispielbildern auf der z.B. Varilag Internetseite. Falls es nicht mehr Korrigierbar ist und er in der Zukunf deswegen Gesundheitlich beeinträchtigt wird, mach es sinn schon jetzt einen Anwalt einzuschalten, weil die Ärtzte und Orthopede das ganze ignoriert haben? Mit freundlichen Grüßen


Dr. J. Matussek

Liebe Familie,  ich kann natürlich hier den Grad der Kopfverformung nicht richtig beurteilen. Leichte Kopfverformungen sind tatsächlich sehr häufig in der Menschheit und viele Menschen sind damit gut erwachsen geworden ohne Probleme. Auch sind Kieferprobleme nicht bei jeder Kopfverformung das ausschlaggebende... Natürlich kann man eine Helmtherapie auch mit 13 Monaten beginnen, aber Sie müssten sich dazu in ein Zentrum für solche Versorgungen begeben, dass dieser auch adäquat angepasst wird. Zuvor sollten Sie aber ein Arzt ihres Vertrauens noch einmal fragen, z.B. einen anderen Kinderarzt, wie er die Kopfsituation insgesamt beurteilt. Wenn dieser auch sagt, dass es sich um eine geringe Problematik handelt, so haben sie nichts falsch gemacht und sollten die Sache auf sich beruhen lassen. Es gibt in der Bevölkerung eine regelrechte Hysterie bei Kopfverformungen, die zu früheren Jahren ein häufiges Phänomen waren  und auch zum charakteristischen Aussehen von Menschen Köpfen und Gesichtern dann notwendig ist. Wenn sie ihr Kind so wie es ist schön finden, dann wird es das auch sein. Mit freundlichen Grüßen Ihr JM    


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