Guten Tag, Herr Dr. Brügel, meine Tochter (7 Jahre) hatte gestern 39,4 °C Fieber, starke Halsschmerzen beim Schlucken, geschwollene Lymphknoten und war den ganzen Tag sehr schlapp und müde. Wir waren daraufhin kurz bei unserem Kinderarzt. Durch einen Abstrich wurde eine Infektion mit Streptokokken A festgestellt. Unser Kinderarzt meinte, wir sollten zunächst noch abwarten. Er hat uns verschiedene naturheilkundliche Mittel empfohlen und bisher kein Antibiotikum verschrieben. Heute ist das Fieber zwar weg, allerdings hat meine Tochter weiterhin Schmerzen beim Schlucken und ist noch etwas schlapp. Ihr Allgemeinzustand ist insgesamt aber deutlich besser. Ich bin dennoch etwas verunsichert, da fünf andere Kinder aus ihrer Klasse aufgrund einer Streptokokken-A-Infektion direkt mit Antibiotika behandelt wurden. Besonders mache ich mir Sorgen hinsichtlich des rheumatischen Fiebers. Unser Kinderarzt ist der Meinung, dass Antibiotika keinen Einfluss auf das Risiko eines rheumatischen Fiebers hätten und entscheidend sei, dass die Bakterien letztlich von selbst verschwinden – unabhängig davon, ob mit oder ohne Antibiotikum behandelt wird. Daher würde ich gerne Ihre Einschätzung dazu hören: Ist es aus Ihrer Sicht vertretbar, bei einem nachgewiesenen Streptokokken-A-Infekt zunächst auf ein Antibiotikum zu verzichten, wenn sich der Allgemeinzustand bereits bessert? Außerdem stellt sich für mich die Frage der Ansteckungsgefahr: Wenn die Infektion nicht antibiotisch behandelt wird, wäre meine Tochter dann tatsächlich noch mehrere Wochen ansteckend? Müsste sie in diesem Fall so lange zu Hause bleiben und dürfte nicht in die Schule gehen? Vielen Dank für Ihre Einschätzung und Ihre Zeit. Ich wünsche Ihnen ein schönes Wochenende! Sofia