Guten Tag Her Doktor Busse, ich mache mir Gedanken um meinen 15-jährigen Sohn und würde gerne Ihre Einschätzung dazu hören. Mein Sohn treibt derzeit keinen regelmäßigen Sport. Gestern war er mit einem Freund im Schwimmbad. Die beiden haben etwa eine Stunde lang ausgiebig im Wasser getobt und auch spielerisch miteinander gekämpft. Ungefähr eine Stunde nach Verlassen des Schwimmbads bekam mein Sohn plötzlich sehr starke Schmerzen in beiden Schultern. Er beschrieb das Gefühl so, als würde er einen 100-kg-Rucksack tragen. Die Schmerzen waren so stark und anhaltend, dass wir uns entschieden, mit ihm in die Notaufnahme zu fahren. Dort wurde er von einem Arzt körperlich untersucht. Es wurde jedoch keine Blutuntersuchung durchgeführt. Insbesondere wurden weder der CK-Wert (Kreatinkinase) noch die Nierenwerte (Kreatinin und eGFR) oder Elektrolyte kontrolliert. Heute, einen Tag später, ist mein Sohn glücklicherweise vollständig schmerzfrei. Allerdings bin ich im Nachhinein auf das Thema Rhabdomyolyse (Auflösung von Muskelgewebe) aufmerksam geworden. Da diese unter anderem nach ungewohnter und intensiver körperlicher Belastung auftreten kann und in seltenen Fällen auch die Nieren schädigen kann, mache ich mir nun Sorgen, ob diese Möglichkeit hätte ausgeschlossen werden müssen. Meine Fragen: Kann eine solche Muskelschädigung auch nach einer Stunde spielerischer, aber intensiver körperlicher Belastung im Schwimmbad auftreten? Wäre es in diesem Fall sinnvoll gewesen, Blutwerte wie CK, Kreatinin, eGFR und Elektrolyte zu bestimmen? Ist es ratsam, die Blutwerte trotz inzwischen vollständiger Schmerzfreiheit nachträglich beim Kinderarzt kontrollieren zu lassen? Kann eine Rhabdomyolyse auch ohne dunklen Urin oder andere auffällige Symptome auftreten? Mir geht es vor allem darum, sicherzugehen, dass bei meinem Sohn keine unbemerkte Muskelschädigung mit möglicher Nierenbeteiligung vorliegt. Vielen Dank für Ihre Einschätzung.