Frage im Expertenforum Frühgeburt an Prof. Dr. med. Gerhard Jorch:

Geschwister mit auf Intensiv

Frage: Geschwister mit auf Intensiv

Mitglied inaktiv

Beitrag melden

Hallo Herr Prof. Jorch! Ich habe auch den TV-Frühchenbericht aus ihrer Klinik gesehen und habe dazu eine Frage: Die grosse Schwester eines ca. nur 700 Gramm schweren Frühchens auf der Intensivstation durfte auch sowie die Eltern in den Brutkasten greifen. Irgendwie dachte ich mir dabei, dass es doch schon riskant ist für so ein Problemkind. Gibt es da also keinen Zusammenhang mit Infektionen, Viruserkrankungen, wenn auch Geschwister mit auf die Intensiv dürfen? In meiner Klinik war das damlas nur auf der "normalen" Frühchenstation erlaubt... KARIN


Prof. Dr. med. Gerhard Jorch

Prof. Dr. med. Gerhard Jorch

Beitrag melden

Die Hauptgefährdung geht (leider) von nosokomialen Infektionen aus und werden durch Bakterien und Viren verursacht, die im Krankenhaus zuhause sind und von uns Schwestern und Ärzten von Patient zu Patient übertragen werden. Eltern und Geschwister können Infektionen übertragen, wenn sie krank sind bzw. die ersten Anzeichen einer Krankheit spüren. Deshalb muß vor jedem Besuch kritisch geprüft werden, ob solche vorliegen. Ich habe in den 25 Jahren meiner neonatologischen Tätigkeit aber nur wenige Infektionen von Frühchen oder Reifgeborenen erlebt, die durch Familienangehörige nach der Geburt übertragen wurden. Am gefährlichsten ist noch Keuchhusten, da er anfangs nicht gut diagnostizierbar ist, kein Nestschutz besteht und bei Neugeborenen und jungen Säuglingen zu schweren Apnoen führen kann. Hustende Geschwister sollten also unbedingt vom direkten Kontakt mit den Patienten ausgeschlossen werden.


Bei individuellen Markenempfehlungen von Expert:Innen handelt es sich nicht um finanzierte Werbung, sondern ausschließlich um die jeweilige Empfehlung des Experten/der Expertin. Selbstverständlich stehen weitere Marken anderer Hersteller zur Auswahl.