YvMo
Hallo, ich hatte am 26.06. eine LLETZ+EEP. Leider hatte ich direkt im Anschluss auch meine Periode, welche nach ca. 5 Tagen nachließ. Nach 8 Tagen setzte eine stärkere Blutung ein, die anhielt. Diese wurde zweimal erfolglos versucht mit Eisen III zu behandeln. Stationäre Aufnahme mit Tamponade und am 11.07. Revisions-OP mit Cervixnaht. Entlassung direkt nach der OP. Bereits am OP-Tag abends erneut Blutung. Anruf in der Klinik mit Info, das diese bis zu 4/5 Tagen nach OP normal ist. Der Schorf hatte sich zum Großteil schon gelöst. Da Blutung nach drei Tagen wieder stärker wurde, erneute Vorstellung im KH. Lt. behandelnder Ärztin Blutung zu stark und diffus. Behandlung mit Tranexamsäure. (3T/3x1G). Heute Tag 2. Weiterhin mehrmals am Tag nach Toilettengang tropfende Blutung. So wie es aussieht, werde ich mich am Montag erneut in die Klinik begeben für eine zweite Revision. Die letzte Ärztin, die mich behandelt hat, meinte ich hätte wohl einfach Pech gehabt und jeder Körper heilt anders. Nach Lehrbuch hätte man jetzt alle Möglichkeiten ausgeschöpft. Da ich nach den bisherigen OP jedes Mal starke Probleme mit dem Stuhlgang hatte, was der Heilung auch nicht dienlich ist, habe ich natürlich gemischte Gefühle, hinsichtlich des Erfolges einer weiteren Operation. Welche Möglichkeiten sehen Sie noch? Ich habe in drei Wochen meinen Urlaub mit einem Langstreckenflug vor mir. Ist das überhaupt realistisch?
Guten Tag, so ein Verlauf mit diversen Versuchen der Blutstillung und schließlich Revisisions-OP ist sehr belastend und entspricht bei weitem keinem üblichen postoperativen Verlauf nach LLETZ. Die genannten Maßnahmen entsprechen gängigen Optionen bei Blutungen nach einer Konisation. Bei einem so aussergewöhnlichen Verlauf würde ich noch an eine Gerinnungsdiagnostik denken, sofern dies noch nicht geschehen ist. Ich nehme an, ihr Hämoglobin-Wert wurde im Rahmen der Untersuchungen bestimmt? Im Falle einer erneuten OP würde anhand des intraoperativen Befundes entschieden, ob eine erneute Koagulation, eine Naht oder eine andere Maßnahme der Blutstillung erforderlich ist. Auch eine Infektion sollte bei einem so protrahierten Verlauf ausgeschlossen werden. Bzgl. des Stuhlgangs könnte man neben einer ausreichenden Trinkmenge mit einem Stuhlweichmacher wie z.B. Macrogol arbeiten, damit starkes Pressen verhindert wird. Hinsichtlich der geplanten Reise mit Langstreckenflug wäre ich zum aktuellen Zeitpunkt nach Ihrer Schilderung zurückhaltend. Solange relevante Blutungen bestehen, halte ich es für sinnvoller in der Nähe der behandelnden Ärzte zu sein und nach diesem Verlauf sollte man auch das Thromboserisiko im Rahmen eines Langstreckenflug in die Überlegung miteinbeziehen. Im Falle einer persistierenden tropfenden Blutung, Koagelabgang, Schwindel etc. ist eine zügige Abklärung durchzuführen! Dann sollte der weitere Behandlungsplan je nach Untersuchungsergebnis festgelegt werden. Eine abschließende Einschätzung bzgl. der geplanten Reise kann nach einer Untersuchung bzw. je nach weiterem Verlauf gegeben werden. Ich wünsche Ihnen alles Gute und ab nun hoffentlich einen komplikationslosen Verlauf!
YvMo
Hallo Frau Dr. Mallmann, vielen Dank für Ihre zeitnahe und ausführliche Antwort. Ja, das hatte ich mir in der Tat alles etwas anders vorgestellt. Der HB-Wert wurde geprüft. Er ist mit 12,4 wohl immer noch in Ordnung, wenn auch nicht mehr ganz so optimal. Danke für den Hinweis zur Gerinnungsdiagnostik und einer möglichen Infektion. Das werde ich auf jeden Fall nochmal ansprechen und prüfen lassen. Ich hoffe natürlich auch noch auf einen guten Verlauf, habe mich innerlich aber schon ein Stück weit von meiner Reise verabschiedet. Die von Ihnen genannten Risiken sind nicht unerheblich. Alles Gute auch für Sie! Danke.
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