Frage im Expertenforum Frauenarzt / Frauenärztin an Dr. med. Helmut Mallmann:

Adenomyose in der Perimenopause

Frage: Adenomyose in der Perimenopause

wowugi80

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Sehr geehrter Herr Dr. Mallmann, ich wende mich an Sie, da ich in meiner perimenopausalen Phase vor einem therapeutischen Dilemma stehe und meine behandelnde Gynäkologin sich nach eigener Aussage nicht gut auskennt. Ich bin 46 Jahre alt und leide unter einer ausgeprägten Adenomyose, die sich vor allem durch extreme Sturzblutungen äußert, keine Schmerzen. Zudem machen mir seit einiger Zeit perimenopausale Schlafstörungen zu schaffen. Meine bisherigen Erfahrungen mit der Therapie sehen so aus: Cyklokapron (Tranexamsäure): Dies nehme ich an den ganz starken Tagen im 8-Stunden-Schema. Es ist das Einzige, was die Sturzblutungen verlässlich eindämmt. Famenita (Progesteron): Eine durchgehende Einnahme musste ich wegen starker Nebenwirkungen (Wassereinlagerungen, Herzbeschwerden bei höherer Dosis) abbrechen. Nun versuche ich es zyklisch wegen der Schlafstörungen. Ich habe an Zyklustag 13 (nach sicherem Eisprung) damit begonnen. Heute, an Zyklustag 18 (Tag 5 der Einnahme), habe ich jedoch wieder extremes Brustspannen und eine starke, unangenehme Gereiztheit. Da ich diese Nebenwirkungen kaum aushalte und die Sturzblutungen erfahrungsgemäß ohnehin unabhängig von einer Progesteron-Therapie auftreten, überlege ich, das Famenita heute Abend (nach 5 Tagen) vorzeitig abzusetzen. Ich würde gerne sehen, ob mein eigener Gelbkörper die Schleimhaut noch stabil hält und ob sich die Nebenwirkungen dadurch legen. Hierzu hätte ich drei Fragen an Sie: Famenita vorzeitig absetzen? Ist ein Absetzen an Zyklustag 18 bei diesen Nebenwirkungen vertretbar, auch wenn ich damit eine verfrühte Blutung riskiere? Und deutet dieses extreme Brustspannen bei zusätzlicher Progesterongabe eher auf eine Unverträglichkeit (Dosis zu hoch) oder doch auf eine Östrogendominanz (Dosis zu niedrig) hin? Sicherheit von Cyklokapron: Da ich Hormone so schlecht vertrage, ist die zyklische Einnahme von Tranexamsäure (ca. 2 bis 3 Tage pro Monat) mein wichtigster Rettungsanker. In der S3-Leitlinie wird vor einer „Langzeitanwendung“ wegen des Thromboserisikos gewarnt. Wie bewerten Sie dieses Risiko bei einer rein zyklischen Anwendung über die verbleibenden Jahre bis zur Menopause bei einer ansonsten gesunden 46-Jährigen? Alternative Wege: Welche hormonfreien oder minimal-invasiven Möglichkeiten (außer einer Gebärmutterentfernung) sehen Sie in meinem Alter noch, um die Zeit bis zur Menopause gut zu überbrücken? Da ich in meiner Vergangenheit schon zwei schwere depressive Episoden hatte scheiden die gängigen Präparate gegen Adenomyose für mich leider aus. Ich bedanke mich ganz herzlich für Ihre Einschätzung und Ihren Rat!


Dr. med. Helmut Mallmann

Dr. med. Helmut Mallmann

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Es ist eher anzunehmen, das in diesem Zyklus kein Eisprung stattgefunden hat. Dann kommt es zu einer starken Östrogenproduktion und damit zu Brustspannen. Das Progesteron Ursache für das Brustspannen ist, ist zwar nicht auszuschließen aber eher nicht so wahrscheinlich. Wenn Sie nach 5 Tagen die Therapie mit Progesteron abbrechen, kann es zu ungewöhnlichen Blutungen kommen. Das Thromboserisiko bei 2 bis 3 tägiger Anwendung ist nicht so hoch, wie bei Dauertherapie. Vorausgesetzt es gibt keine zusätzlichen Thromboserisiken. Alternative Therapien gibt es nicht wirklich. Ich würde aber Progesteron durch Dydrogesteron ersetzen. Es ist ein Gestagen, das sich eher bei noch bestehender Regelblutung eignet. Ansonsten blieb noch eine Ablation der Gebärmutterschleimhaut, das ist ein kleiner operativer Eingriff. Gruß Dr. Mallmann 


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