Anna28
Hallo Frau Dr. Mallmann, ich wäre Ihnen für Ihre Meinung zu folgendem sehr dankbar: Ich (30) nehme die Visanne seit 2 Jahren und sollte sie nun absetzen. Vorher nahm ich 2 Jahre Maxim. 1. Wann wird die Periode ca einsetzen? 2.Könnte man die Visanne auch viele weitere Jahre einnehmen oder was raten Sie ihren Patienten, höchstens? Wegen Knochendichte, Östrogenmangel? Ich habe immer wieder mal eine Sehnenscheidenentzündung am rechten Handgelenk, könnte sowas von dieser Pille kommen? 3. Trotz der Pille zeigte der Ultraschall dass meine Eierstöcke ziemlich aktiv sind, ist das normal? 4.Wie wahrscheinlich ist es, dass die Endometriose wieder kommt? Und was heißt Verhornungstendenz in einem Pap 1? Über Ihre Hilfe würde ich mich sehr freuen, vielen Dank!!
Guten Tag, durch das Dienogest wird der Östrogenspiegel insgesamt moderat gesenkt, was sich positiv auf die endoemtriosebedingten Symptome auswirkt, aber auch zu relativen Östrogenmangelsymptomen führen kann, deshalb ist es wichtig, u.a. die Knochengesundheit im Auge zu haben. Viele Daten zur Langzeiteinnahme von Dienogest gibt es tatsächlich nicht; Östrogenmangelsymptome, wie ein möglicher Abbau der Knochensubstanz sollten auf jeden Fall bedacht werden. Es muss sicherlich auch abgewogen werden, ob es bei Ihnen individuelle Risikofaktoren für die Entwicklung einer Osteoporose gibt; man sollte die Familienanamnese, Sport und Ernährung im Blick haben und ggf. auch Calcium und Vitamin D substituieren. Man könnte ggf. auch eine Knochendichtemessung erwägen. Da die Endometriose oft mit viel Leid und einem langen Leidensweg assoziiert ist, ist es aber auch viel Wert, wenn eine Therapie gefunden wurde, die greift. Dementsprechend würde ich als Freunärtztin individuell mit meiner Patientin besprechen ob die Visanne weiter eingenommen werden soll. Risiken wie z.B. ein etwas erhöhtes Osteoporoserisiko unter der Langzeiteinnahme sollten gegen eine Verbesserung der Lebensqualität, Schmerzen etc abgewogen und diskutiert werden. Wann ihre Periode wieder einsetzt nach dem Absetzen der Visanne ist von Frau zu Frau sehr unterschiedlich und kann zwischen 3-4 Wochen und 3 Monaten variieren. Einen Zusammenhang zwischen den wiederkehrenden Sehnenscheidenentzündungen und der längerfristigen Dienogesteinnahme (Stichwort relativer Östrogenmangel) kann ich mir durchaus vorstellen. Es ist wichtig zu wissen, dass die Visanne ein Medikament gegen Endometriose ist und keine Zulassung als Verhütungsmittel hat. Man geht zwar bei einer korrekten Einnahme von einer Hemmung des Eisprungs aus, aber es kann durchaus sein, dass nicht jeder Zyklus ohne Eisprung verläuft und im Ultraschall eine Aktivität zu sehen ist. Dienogest wirkt ja vor allem an der Gebärmutterschleimhaut und sorgt so für die Verbesserung der Endometriosesymptomatik. Die Wahrscheinlichkeit, dass die Endoemtrioseherde wieder aufflammen ist abhängig vom jeweiligen Ausgangsbefund, aber insgesamt doch sehr wahrscheinlich und kann zwischen Monaten und Jahren liegen. Pap 1 ist ein unauffälliger Befund; eine Verhornung wird hier am ehesten als ein benigner Reifungsprozess zu interpretieren sein. Ich wünsche Ihnen alles Gute!
Anna28
Vielen Dank für Ihre ausführliche Antwort Frau Dr Mallmann! Vor 1 Woche habe ich die Visanne abgesetzt aber nach der Maxim setzte die Periode nach ein paar Tagen ein, warum dauert es bei der Visanne länger? Ich glaube unter Maxim hatte sich Gebärmutterschleimhaut aufgebaut, deutet auf Endometriose hin? Das heißt Maxim hat Einfluss auf die Eierstöcke und Visanne nicht? Welches Präparat empfehlen Sie ihren Patienten? Muss ich nach 2 Jahren mit einer starken Blutung rechnen bzw Angst haben, dass die Endometriose sofort wieder wächst? Bei mir war es laut Bericht ENZIAN P3 O2 B1. War wohl schon sehr ausgeprägt aber noch nicht am Darm soweit ich verstehe. Stimmt es, dass man ein viel höheres Eierstockkrebsrisiko hat? Ich danke Ihnen nochmal herzlichst, wenn man so viele Fragen zu einer Erkrankung hat und bei der Behandlung alles nur noch schnell schnell geht, fühlt man sich hier wirklich unterstützt! Ich wünsche Ihnen schon mal schöne Weihnachten und vor allem Gesundheit! Viele Grüße, danke!
Guten Tag, -Bei der Visanne handelt es sich, im Gegensatz zur Maxim um eine östrogenfreie Pille. Dadurch ist der Effekt auf die Gebärmutterschleimhaut stärker und nachhaltiger als bei der Maxim, wo es durch die Östrogenkomponente zu einem Aufbau der Gebärmutterschleimhaut kommt. Beide Präparate haben auch einen Effekt auf die Eierstöcke und können den Eisprung hemmen; auch wenn die Visanne nicht als Verhütungsmittel zugelassen ist. -Meine Empfehlungen bzgl. der weiteren Therapie richten sich immer ganz individuell an die jeweilige Patientin in ihrer Lebenssituation und ihrer persönlichen Krankengeschichte und danach, welche Beschwerden im Vordergrund stehen; demnach kann ich da leider keine generelle Empfehlung aussprechen. -Die Gebärmutterschleimhaut, welche durch die Visanne-Einnahme ganz schmal war, wird sich nach dem Absetzen nun wieder aufbauen. Die Blutungsstärke hat aber weniger etwas mit der 2-jährigen Karenz durch Ihre Pille zu tun, als mit der Höhe der Gebärmutterschleimhaut, demnach ist die Blutungsstärke schwer vorauszusehen. -Bezüglich Ihres #Enzian Stadiums: dies entspricht einem ausgeprägterem Befund, den ich bezüglich des Rezidivrisikos nicht unterschätzen würde. Demnach würde ich empfehlen, dass Sie sich entweder mit Ihrer Frauenärztin absprechen oder in einem Endometriosezentrum beraten lassen, welche weitere Therapie für Sie aktuell sinnvoll wäre. -Und zuletzt: Tatsächlich konnte ein etwas erhöhtes Risiko bei tief infiltrierender Endometriose und Ovarialendometriose für bestimmte Ovarialkarzinomsubtypen festgestellt werden. Dies sollten wir Frauenärzte und -ärtzinnen vor allem bei bestimmten Befunden im Hinterkopf haben! Dennoch muss man sagen, dass das allgemeine Risiko für ein Ovarialkarzinom glücklicherweise insgesamt niedrig ist. Alles Gute und auch eine schöne Weihnachtszeit für Sie!
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