Frage im Expertenforum Kinderernährung - Gastroenterologie an Prof. Dr. med. Stefan Wirth:

EPEC

Frage: EPEC

JM1983

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Hallo Herr Prof. Dr. Wirth, unser Sohn (16 Monate) macht uns seit Beikoststart (Anfang 7. Monat) Sorgen bzgl. seine Darmtraktes. Je mehr Beikost, desto (gefühlt) schlimmer. Es äußerten sich insbesondere nachts immer wieder Bauchweh und Koliken. Die zuletzt dazu führten, dass er nachts bis zu 12x wach wurde und Schmerzen hatte, denen in mancher Nacht nur noch mit Schmerzmitteln beizukommen war. Anfangs wurde es ausgesessen und auf fehlende Darmreife geschoben. Danach wurde versucht über diverses Austesten ggf. Nahrungsmittelunverträglichkeiten zu ermitteln - soweit es uns als Laien möglich war konnten auch diese zum großen Teil ausgeschlossen werden (mit oder ohne waren die Nächte gleich schlecht). Auch ein Bluttest ergab nichts. Als wir nun vor zwei Wochen aufgrund einer anderen Erkrankung ein Antibiotikum gaben, waren auch kurz nach Beginn der Einnahme die Nächte plötzlich ruhig (bis vor zwei TAgen). Unser KInderarzt vermutete daraufhin Keime und schickte eine Stuhlprobe ein. Daraufhin rief mich gestern das Gesundheitsamt an und teilte mit, dass in dieser Probe meldepflichtige EPEC-Keime ermittelt wurden und nunmehr Ermitllungen erfolgen. LAut Aussage des Gesundheitsamtes und unseres Arztes werden diese jedoch bei Wohlbefinden des Kindes nicht behandelt und auch ansonsten findet wohl lediglich eine symptomatische Behandlung statt. Ganz ehrlich, ich kann auch nach dem Durchforsten der Laufzettel vom Gesundheitsamt nicht viel mit dieser Diagnose anfangen. Zumal wir ja nun wieder zunehmend nicht beschwerdefrei sind... Es kommen immer mehr Fragen dazu auf: Kann es wirklich "lediglich" dieser Keim sein, der uns diese Probleme über diesen langen Zeitraum bereitet? Kann es sein, dass er "nur" dieses eine Symptom zeigt, obwol ein typischer Verlauf ja meist auch mit Erbrechen, Durchfällen und Fieber einhergeht? Da er ja nun nicht mehr beschwerdefrei ist, wie sollte das Vorgehen durch den behandelnden Arzt erfolgen? Gibt es ggf. Folgeerkrankungen? Wie lange können die Keime denn im Darmtrakt sein? Wir müssen unbedingt auf Hilfe hoffen, denn wieder einen dauerhaften nächtlichen Zustand übersteht unsere Familie nicht... Vielen Dank für Ihre Hilfe!!! Liebe Grüße


Prof. Dr. med. Stefan Wirth

Prof. Dr. med. Stefan Wirth

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Ich habe Zweifel, ob die nächtlichen Probleme mit dem Verauungstrakt in Verbindung zu bringen sind. Aber man kann versuchen, eine konsequente Beeinflussung der Darmflora durch Probiotika durzuführen. Hier wären vor allem Lactobacillus reuteri oder GG sinnvoll. Man muss hoch genug dosieren. Der Keim ist ohne Verursachung von Durchfall nicht behandlungsbedürftig; wir sind von vielen Keimen besiedelt, ohne dass wir krank sind. Ernähren Sie Ihren Sohn mit ganz normaler Kost vom Tisch und meiden zu viel kohlensäurehaltigen Getränke und Milch in größeren Mengen. Gruss S. Wirth


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