Mimi46
Lieber Dr Posth, unsere Tochter (2 J) hat immer wieder Phasen, in denen sie ihren Vater eher ablehnt. Schwierig ist sicherlich, dass er Zuneigung einfordert und bei Ablehnung abweisend reagiert. Ansonsten ist er aber sehr bemüht und liebevoll! Momentan kommen beide gut miteinander aus, was mich sehr freut. Ich weiß aus Ihrem Forum, dass das LL Phänomen noch nicht gut untersucht ist. Haben Sie dennoch eine Vermutung, welche Folgen ein eher schwieriger Start haben kann? Kann das zu einer unsicheren Bindung zw. beiden führen?(LL anfangs v. a. durch Bezugserzieherin.) Und leidet primäre Bindung, wenn sie unbedingt auf meinen Arm will, aber Vater auch mal trösten möchte? Meist kommt sie dann doch zu mir, aber eben nicht immer. Ist das ein Problem bei der "Ausgangssituation"? Danke für dieses tolle Forum!!!
Hallo, wenn ich Sie recht verstehe, dann gibt es außer dem Vater als Loslösungsvorbild noch eine Bezugserzieherin in einer Ki-ta. So laufen und das ist das eins der Grundprobleme der frühen Fremdbetreuung zwei Loslösungsprinzipien nebeneinander, einmal die bindungsstiftende durch den Vater und zum anderen die nur zeitweilig in Erscheinung tretende durch eine pädagogische Fachkraft. Für das Kind ist das schwierig, sich innerlich festzulegen. Ich vermute, dass viel mehr Kinder in der frühen Fremdbetreuung dieses Bindungsproblem zum Vater haben, selbst wenn sie gar keiner erschwerten Loslösung unterliegen. Aber solche Feinheiten in der Selbstentwicklung werden einstweilen pädagogisch wie allgemein öffentlich noch völlig ignoriert, was nicht heißt, dass die Probleme, die dadurch entstehen, längst da sind. Aber was können Sie machen? Sie können nur mit Ihrem Mann besprechen, dass er sich noch intensiver, liebevoller und vor allem mit mehr Nachsicht und Geduld um seine Tochter bemüht als bisher. Denn sonst könnte es sein, dass sich Ihre Tochter immer mehr an der Bezugserzieherin orientiert. Viele Grüße und danke für Ihr Lob
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