Frage im Expertenforum Entwicklung von Babys und Kindern besser verstehen an Dr. med. Rüdiger Posth:

Loslösung 24 Monate

Frage: Loslösung 24 Monate

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Lieber Dr. Posth, das Temperament unseres impulsiven Sohnes (ex-Schreibaby) verlangt viel von uns ab, aber er entwickelt sich gut, Ergebnis U7 super. Er spricht nun in ganzen Sätzen auf Platt und Hoch, spricht viel Arabisch mit Papa. Auch grob- sowie feinmotorisch ist er topfit, bastelt viel mit Papa. Sind wir bei fremden Leuten braucht er so 20 min bis er sich von mir löst, sind Kinder da geht’s auch schneller. Karim hat von Geburt an im Familienbett/Babybalkon geschlafen, wurde unendlich viel getragen, kennt keine verschlossenen Bad/Toilettentüren, Betreuung durch Papa wenn ich 2 Vormittage die Woche arbeite. Warum will er dennoch so viel auf meinen Arm (bes. zu Hause, wenn keine Ablenkung da, sind wir in interessanter Umgebung mit Kindern reicht Mama im Hintergrund) und warum muss ich mich immer zur Arbeit wegschleichen? Bin ich erst einmal weg geht’s gut mit Papa. Bin ich da will er viel auf meinen Arm. Ist dieser Loslösungsstatus normal für 24 Monate? LG, Moni


Dr. med. Rüdiger Posth

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Hallo, das Verhalten Ihres sohnes deutet darauf hin, dass es sich doch um eine leicht erschwerte Loslösung handelt. Das hat aber nichts damit zu tun, dass Sie ihm in den ersten beiden Lebensjahren zuviel Zuwendung geschenkt haben, sondern nur mit gewissen Unsicherheitsfaktoren in der primären Bindung, die vielleicht unvermeidbar gewesen sind (schwieriges Tmeperament). Sie müssen das eigentlich so sehen, dass Ihr hoher Einsatz im 1. Lebensjahr jetzt schon damit belohnt wird, dass Sie jetzt nur geringe Probleme in der Loslösung haben. Insofern lädt Ihr Sohn immer noch etwas Bindung nach und stärkt sich damit selbst, wenn Sie diese Kontaktsuche zu Ihnen auch adäqquat beantworten. Der Drang zur Selbstständigkeit wird dadurch eher nur größer, denn Bindungssicherheit schafft Mut zur Selbstständigkeit (mehr Urvertrauen führt zu mehr Selbstvertrauen!). Viele Grüße


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