Frage im Expertenforum Entwicklung von Babys und Kindern besser verstehen an Dr. med. Rüdiger Posth:

Jammern lassen

Frage: Jammern lassen

mamana

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Verehrter Herr Dr. Posth Ist es erlaubt, ein Baby (6MT) jammern zu lassen? Zuerst wird ja oft gemeckert, dann gejammert und dann leicht geweint und dann - wenn dann nicht reagiert wird, geschrieen. Ist also Jammern, Meckern, sehr leichtes Weinen Ok? Wenn ja, für wie lange? Lieben Dank!


Dr. med. Rüdiger Posth

Dr. med. Rüdiger Posth

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Hallo, dieses Jammern oder Meckern gehört zu den natürlichen Lebensäußerungen des Säuglings. Er muss ja auch ein Ventil haben, seinen Unmut zum Ausdruck zu bringen. Unmut ist für mich ein Gefühl der Unzufriedenheit ohne zu spüren, was eigentlich fehlt. Insofern wird hier keinem direkten Bedürfnis gefolgt sondern eher einem Gefühl der Bedürfnislosigkeit, die aber nicht glücklich macht. Ein Säugling kann -salopp gesagt- nicht meditieren oder ein Einssein mit seiner Existenz anstreben. Er empfindet ja nach allem, was wir darüber wissen, seine Existenz noch gar nicht als seine eigene. Vielmehr erlebt er sich erst richtig in der Kommunikation mit seinen Bindungsperson(en) (Mutter-Kind-Dyade). Es gibt allerdings bei jungen Säuglingen je nach Temperament mehr oder weniger lange Zustände vollkommener Zufriedenheit und Glückseligkeit mit sich selbst. Dabei wandern die Augen dann wie ziellos in der Gegend herum (mit zunehmndem Fixieren auch beobachtend), oder der Säugling entdeckt oder erforscht seinen Körper. Diese Zustände löst das erste Spiel mit Gegenständen ab. Alles das verlangt keine direkte Zuwendung von den Bindungspersonen. Erst wenn das Meckern in Weinen übergeht und die ersten Signalschreie kommen, muss man sich seinem Kind möglichst schnell zuwenden. Viele Grüße


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