Frage im Expertenforum Entwicklung von Babys und Kindern besser verstehen an Dr. med. Rüdiger Posth:

Brustentwöhnung nachts bei schlechtem Schläfer

Frage: Brustentwöhnung nachts bei schlechtem Schläfer

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Hallo, unser Sohn wird mit 11Mo nachts noch gestillt und erwacht sehr oft (>6x-8/ Nacht). Mein Mann und ich haben uns daher an der nächtlichen Brustentwöhnung (2 Wochen lang) versucht und sind ziemlich gescheitert. Unser Sohn hat eig. ein ziemlich unkompliziertes Temperament. Brustentwöhnung tagsüber ging mit Beikost und Ablenkung ohne Probleme. Isst tagsüber genug. Nachts ist alles anders! Das Problem: akzeptiert weder Flasche, noch Schnuller oder andere Übergangsobjekte. Umhertragen/ Schuckeln/ Pezziball geht – aber auch nur bei meinem Mann – und auch nur in 50% der Fälle. Bei mir schreit er sich total in Rage, wenn er nicht an die Brust kommt. Wirft sich umher und überstreckt sich. Bei meinem Mann in den andren 50% ebenso. Ging mir ziemlich an die Nieren ihn so zu erleben – daher doch wieder angelegt. Was jetzt tun? Habe Sorge, dass es ihm schadet, wenn er so untröstlich schreit - sogar während des Herumtragens!? Sollte ich ihm die Brust nachts noch lassen? Besten Dank!


Dr. med. Rüdiger Posth

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Hallo, will Ihr Sohn denn jedesmal die Brust, wenn er wach wird, oder geht zwischendurch nicht jedes Mal auch das Herumtragen usw. Auf jeden Fall sollte genau das immer erst probiert werden. Und Sie und Ihr Mann sollten sich abwechseln, sonst können Sie das kaum durchhalten. Wenn ein Säugling gar keine orale Alternative zu Brust akzeptiert, hat man wie Sie sehen ein Problem, denn beim Saugen spielen ja zwei Beruhigungsmittel eine Rolle: einmal das Trinken selbst als körperliche Gewohnheit und zum anderen das Saugen allein als psychische Gewohnheit. Wohlgemerkt beides richtige und gesunde Gewohnheiten und kein Verwöhntsein. Aus diesem Grunde empfehle ich allen Müttern von früh an neben dem Stillen das Trinken aus dem Fläschchen anzugewöhnen, wobei es nicht um Ernährung geht, sondern nur um eine potenzielle orale Ersatzbefriedigung. Das verstehen die Hebammen manchmal falsch. Aber die Hebamme trägt nachts auch nicht einen wütend schreienden Säugling am Ende des 1. Lebensjahres durch die Wohnung. Das Schreien aus Wut ist zunächst einmal noch nicht so schädlich, denn es wird dabei innere Spannung abgeführt. Dauert es aber zu lange, kommen Angst und Verzweiflung dazu und dann muss man das Manöver beenden. In der nächsten Nacht sollte man es aber wieder nach demselben Muster versuchen, denn sonst erreicht man nichts. Und 3 bis 4 Nächte sind eher die Regel als die Ausnahme. Leider gibt es auf der Welt zum nächtlichen Abstillen keine Alternative zu diesem Vorgehen außer der, dass sich der Säugling von alleine abstillt. Viele Grüße und melden Sie sich wieder, wenn es nicht klappt.


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