Mitglied inaktiv
Hallo Dr. Posth, Papas Dienstreise haben wir erfolgreich überstanden (http://www.rund-ums-baby.de/entwicklung/beitrag.htm?id=35001) Unsere To hat die Trennung ganz gut weggesteckt – mit Papa hat sie denn doch nur „normal“ telefoniert. Sie hat ihm erzählt, was wir alles unternommen haben etc. Bei seiner Rückkehr stürzte sie sich ihm freudig in die Arme. Ich war einerseits erleichtert, andererseits ist mir Ihre Bemerkung von der beschleunigten Loslösung wieder in den Kopf gestiegen. Könnten Sie vielleicht etwas näher ausführen, was es damit auf sich hat? Ich bin immer von einer sicheren Bindung zu meiner To ausgegangen, sie war schon immer sehr pflegeleicht, wurde nicht schreien gelassen und nicht fremd betreut. Papa ist allerdings ein Bilderbuchpapa mit schier unendlicher Geduld und herausragendem Talent, was den Umgang mit Kindern und seiner To im speziellen betrifft. Darauf bin ich immer stolz gewesen, aber nun verunsichert, ob dies die Bindung zu meiner To beeinträchtigt haben könnte
Hallo, so wie Sie die Zusammenhänge schildern, kommt der Begriff "beschleunigte Loslösung" bei Ihrer Tochter eigentlich nicht infrage. Ein "starker", d.h. positiv wirkender Vater ist grundsätzlich immer von Vorteil für das Kind, aber nur im Sinne einer guten Loslösung und erleichterten Selbstfindung. Die "beschleunigte Loslösung" soll die "Rettung" des Kindes durch den Vater bei einer unsicheren oder gestörten Bindung beschreiben. In solchen Fällen führt dann der Vater das Kind zu sich selbst und erfüllt dabei auch noch fehlenden Bindungsanteile. Die Mutter bleibt im Hintergrund. Es mag Fälle geben, da läuft ein Vater der Mutter den Rang ab und verhilft dem Kind so zu Selbstsicherheit, aber das liefe eher auf eine Bindungskonkurrenz hinaus. Was von alledem gut und was eher schlecht für das Kind ist, kann ohnehin nur im weiteren Verlauf des jeweiligen Einzelfalls untersucht werden. Viele Grüße
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