Mitglied inaktiv
Lieber Dr. Posth, unser Sohn (3, Einzelkind) kann kaum Gesprächssituationen "erdulden", an denen er nicht beteiligt ist. Spreche ich auch nur etwas länger mit meinem Mann, mit Freunden, am Telefon etc., stört er, unterbricht, "will auch", verschafft sich so lange Gehör, u.U. durch ein lautes "Maaaammmaaa, hörst Du mich???", bis ich mich ihm wieder zuwende - um ihm ruhig, aber bestimmt mitzuteilen, daß ich jetzt mit XY spreche, er so lange wartet, und ich dann wieder mit ihm sprechen werde. All das praktizieren wir nun schon eine Weile, aber bislang ohne rechten Erfolg. Sicher spielt auch Gewohnheit eine Rolle - abesehen vom Kiga verbringt er viel Zeit mit mir allein u. ist insofern ungeteilte "Mama"-Aufmerksamkeit gewöhnt. Er ist ansonsten ein fröhliches, zufriedenes, aufgewecktes Kind. Ist das ein Einzelkind-Phänomen? Wie können wir hier weiterkommen? Herzlichen Dank im Voraus für Ihren Rat! Sibylle
Liebe Sibylle, Einzelkinder sind meistens ungeteilte Aufmerksamkeit gewohnt und entwickeln so etwas, wie ein Gewohnheitsrecht auf dieses Zuwendungsoptimum. Das natürlich Korrektiv ist die Kommunikation der Eltern mit anderen Menschen, die dann von diesen Kindern zuweilen etwas eiferüchtig beargwöhnt wird. Hier bleibt Ihnen aber gar nichts anderes übrig, als Ihren Sohn liebevoll freundlich aber bestimmt auf Geduld zu verpflichten. Ein Einsehen in rücksichtsvolles Verhalten kann er aber erst im Alter von 4-5 Jahren entwickeln. Bis dahin werden Sie ihn etwas in seine Schranken weisen müssen. Viele Grüße
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