Frage im Expertenforum Babypflege an Katrin Simon:

Hilfe, ich weiss nicht mehr weiter

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Frage: Hilfe, ich weiss nicht mehr weiter

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Hilfe, wir kommen mit unsrer Tochter nicht mehr klar. Im April ist sie drei Jahre alt geworden, und sie macht was Sie will. Sie Tanzt uns nur noch auf der Nase herrum. Ohne schreien und lauterwerden klappt gar nichts mehr. Wenn wir sie in einem normalen ruhigen und lieben ton bitten etwas zu machen, dann schaut sie uns nur stur an, und nichts. Zb Kinderzimmeraufräumen. Wir machen es mit Ihr zusammen, und was ist? 10 Min später sieht es aus wie vorher. Dann bitten wir Sie es aufzuräumen wenn es auf den Abend zu geht. Zwischenzeitlich mache ich dann das Abendessen, und wenn irgendwas ist gehe ich natürlich hin und helfe ihr. Aber sie macht es dann nicht. Das zimmer sieht dann hinterher noch schlimmer aus als vorher. Dann das große geschreie. Beim essen sieht sie immer aus wie eine 1 Jährige. Das ganze Kind, Haare, Klamotten alles ist voll. Mit Besteck tut sie nicht essen. Nur mit den Fingern, und auch nicht vom Rand vorne sondern immer von hinten weggenommen das man mit dem ganzen Arm im Teller ist und des Öfteren liegt sie auch im Teller. Mehrmals haben wir Ihr gesagt sie soll sich bitte vernünftig hinsetzen, mit Gabel oder Löffel essen und von vorne Wegnehmen. Nichts großes Geschrei...Teller wegnehmen?? Dann würde Sie den ganzen Tag nichts essen, den es ist ständig so. Im Auto hat sie den Kindersitz auseinander genommen. Da pult sie den ganzen stoff raus. Im Kinderzimmer spielen damit ich mal in Ruhe den Haushalt macen kann ist auch nicht....sie hängt uns auch nur am Zipfel. Egal was ist ständig ist sie einem zwischen den beinen. Es geht mom nur mit lauter werden. Ich habe ihr so vieles angeboten. Alles aber Interessiert sie nicht. Kindergartenplatz hat sie erst ab August/September. Ich weiss mir echt keinen Rat mehr. Ich bin so Traurig, das ich sie immer nur anmeckern muss egal um was es geht, den in einem normalen Ton klappt es nicht. Da schaut sie uns nur stumm an. Sie hört auch nicht wenn man ihr einmal was sagt. Ich bin verzweifelt...was kann ich machen? Kann mir einer Helfen und hat ein paar Tipps? Danke


Katrin Simon

Katrin Simon

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Liebe Kleinefee, die wünschen Sie sich?! Ihre kleine Tochter versucht nach Strich und Faden ihre Grenzen auszutesten und lechzt quasi danach Regeln zu haben in denen sie sich bewegen möchte. Das, was man als Baby gerne und automatisch gemacht hat, nämlich das Kind eng wickeln und halten, damit es sich wohlfühlt und Grenzen wiedererkennt, kann man nun auch auf das ältere Kind projezieren. Ihre Tochter braucht ein NEIN und eine Reaktion auf das Nein, wenn sie bewußt wieder dagegen angeht. Konsequenz ist das Zauberwort- Eltern sind wirklich nur dann glaubwürdig, wenn eine Meinung auch vertreten wird. Umfangreiche Erklärungen über das Wenn und Aber überfordert die meisten Kinder- Trotzanfall. Aber zeigen Sie z.B. positiv, dass es doch viel schöner ist, in einem Zimmer zu spielen ( man findet alles wieder), wenn es aufgeräumt ist. Und dass wenn Sie nichts wiederfinden auch nicht mehr mit ihrer Tochter spielen können. Das wäre doch schade.... Oder dass Spielzeug kaputt geht, wenn es überall herumliegt und jemand darauf tritt. Soll heissen, dass Sie die Anweisungen, die Sie geben auch begründen und Ihre Tochter den Sinn versteht, in dem was Sie macht. Das laute Brüllen bringt wirklich oft gar nichts. Es wird leider eher zur Selbstverständlichkeit und damit verebbt seine Wirkung und die Brüllauseinandersetzungen sind an der Tagesordnung. Überlegen Sie auch gemeinsam ,warum das Aufräumen so schwer ist. Wie kann man es vereinfachen. Schauen Sie auch, ob das Chaos überhaupt zu solchem werden muss, wenn das Aufräumen so ein Knackpunkt ist. Diese Beispiele sollen zeigen, dass Ihr Kind 1. Grenzen braucht 2. Erklärungen braucht, weshalb etwas nicht o.k. ist 3. Konsequenz durch Ihr Handeln erleben muss 4. Vorbilder braucht, um sich zu orientieren und sie nachzuahmen 5. lernt, nach Lösungsmöglichkeiten zu schauen 6. Lob und Zutrauen erfahren muss, damit es Lust bekommt auf Aufgaben, die es herausfordern ( also geben Sie der kleinen konkrete Aufgaben, die sie erledigen kann und LOBEN Sie sie für gut gemachte Dinge)! Z.B. " Du räumst nun alle Duplosteine in die blaue Kiste; ich sammle die Puzzleteile auf." Oder Sie suchen sich gemeinsam eine Aufgabe. Das Lob ist quasi als ein Belohnungsprinzip zu verstehen. Auch wenn Sie das Zimmer erstmals unterm Strich alleine wieder aufräumen, dann loben SIe die kleine für Ihre Mithilfe; übertreiben Sie ruhig auch ein bißchen. Genauso können Sie verfahren, wenn es um den Autositz geht. " Wenn Du Deinen Sitz weiter kaputt machst, dann müssen wir ihn wegwerfen und Du kannst nicht mehr mit dem Auto mit uns fahren. Das wäre sehr schade, finde ich." Oder schauen Sie, ob der kleinen langweilig ist und sie durch z.B. eine Zaubertafel o.ä. im Auto anders beschäftigt werden kann. Zudem rate ich Ihnen, dass Sie eine wirklich gute Tagestruktur einhalten sollten. Feste Zeiten für die Mahlzeiten, für gemeinsames! Spiel und dann für eigene Aktivitäten. Besuchen Sie auch eine Spielgruppe;; ggf. auch solche, wo Ihre Tochter schon allein hingehen kann,dort lernt sie auch durch andere, dass es Regeln gibt und es unschön wird, wenn diese nicht eingehalten werden. Oftmals reglementieren sich die kleinen schon untereinander und lernen dann sich anzupassen. interessante Bücher ( nur die Titel) - Starke Kinder, starke Eltern ( gibt es auch als Kurse, wo Umgangsweisen in Konfliktsituationen gelernt werden) - Kinder brauchen Grenzen - Was Familien trägt - Jedes Kind kann Regeln lernen Viele Grüße von Katrin


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