Rund um die Erziehung

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Geschrieben von Krapferl am 06.08.2006, 15:35 Uhr

Hilfe, 2-jähriges Trotzkopf macht uns fertig!

Hallo,

Meine sonst so liebe kleine Tochter (bald 2)ist in letzter Zeit sehr anstrengend geworden...sie hatte schon immer einen starken Willen, nun wird sie richtig unvernünftig...ihr Lieblingswort ist zur Zeit "nein"...sogar nachts wacht sie auf und schreit "nein", weil sie sich an den Geschehnissen des Tages erinnert. Noch viel schlimmer finde ich, dass sie gewisse Vorstellungen hat, und wenn alles nicht nach ihrem Willen läuft, gibt es Geschrei...hier ein paar Beispiele:

Sie will alles alleine machen, z.B Milch eingiessen...dabei will sie nicht nur eine Tüte sondern alle die im Kühlschrank sind.

Wenn wir irgendwo eingeladen sind, liegen Kekse in einer Schale...sie gibt sich mit einem nicht zufrieden sondern will die ganze Schale, obwohl die doch letztendlich alle auf dem Boden gestreut werden.

Ich stehe im Supermarkt, will weiter einkaufen, sie will aber vorne beim Eingang raus..dabei muss ich noch zahlen. Schreiend schleppe ich sie zur Kasse..

Das sind nur ein paar Beispiele, aber es geht ständig so bei ihr. Sie setzt sich was in den Kopf und wir müssen nach ihrer Pfeife tanzen. Mein Mann hat schwache Nerven und hält es nicht aus..ich dagegen weiss nicht wie man mit so einem Kind umgeht. Wo sind die Grenzen des Erlaubten? Wenn sie unbedingt zwei Joghurt Becher aufmachen will obwohl sie nur einer isst, soll ich nachgeben? Bald sind wir bei meiner Schwiegermutter zu Besuch und ich mache mir schon Sorgen.

Vielen Dank!!

 
7 Antworten:

Re: Hilfe, 2-jähriges Trotzkopf macht uns fertig!

Antwort von xphas am 06.08.2006, 16:00 Uhr

Hallo,

ich kann deine Angst vor der Schwiegermutter verstehen.

Ob ich dir wirklich helfen kann, weiß ich nicht. Aber ich probiere es.

Kinder brauchen klare Grenzen, versuche mal das ganze als Ausenstehender zu betrachten. (Das es im Supermark mal ärger gibt, ist ja klar) Vor allem zu Hause. Nein, es gibt keine zwei Joghurts, wird ja doch nur gespielt damit.
Ich finde es gut, wenn ein Kind zur Selbständigkeit erzogen wird, es ist auch nicht schimm wenn mal was daneben geht, aber Kinder brauchen klare Grenzen.
Versuche, das es in Zukunft nach deinem Kopf geht, nicht zu extrem.
Wenn sie sich was aussuchen darf, dann nur aus einer geringen Menge.
Wenn ihr irgendwo zu Besuch seit, frage doch ob du eine extra Schüssel Kekse bekommen kannst, wo nur zwei oder drei für deine Kleine drin sind.

Wünsche euch viel Kraft.

Lg Xphas

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Re: Hilfe, 2-jähriges Trotzkopf macht uns fertig!

Antwort von rabauken-mami am 06.08.2006, 16:45 Uhr

hallo,
als ich noch keine kinder hatte hab ich immer gesagt,sowas gibt es bei mir nicht,ich bestimme wo´s langgeht und rumbocken geht mal gar nicht- usw usw graue theorie von bunter praxis -du verstehst

so nun habe ich auch einen kleinen trotzkopf zuhause und wir fahren ganz gut mit dieser methode:

entscheidungsfreiheit geben, 1 yougurt gibt es welchen darfst du aussuchen, will er zwei gibt es keinen wenn gebrüll dann theather machen lassen, nach ein paar minuten wieder geht er zum kühlschrank ok du darfst 1 yogurt haben, welchen darfst du aussuchen und es wird auch nur einer rausgenommen,
-im supermarkt theather, ok das geschrei ist zwar nervig und zeitweise unangenehm aber ich habe die erfahrung gemacht, das wenn man sie brüllen lässt und beruhigend immer mal wieder zuredet haben die leute doch zum größten teil verständnis wenn jannik abhauen will kommt er in sein buggy oder in den einkaufswagen
ich setze grenzen da wo ich es nicht mehr mit mir vereinbaren kann,
d.h was ist mir wichtig das er es lernt, nämlich nicht die ganze schüssel in beschlag zu nehmen sondern das er vorher fragen soll ob er einen keks darf- keiner wird nein sagen-aber mir ist wichtig das er fragt- ich kann es nicht mit mir vereinbaren das mit essen rumgesaut wird, damit meine ich bewußtes spielen mit essen und nicht geklecker weil er sleber essen will,denn das ist ok -was er nicht üben darf kann er nicht lernen- mir ist wichtig das ich mich 2 minuten ungestört unterhalten kann und er nicht permanent mama ruft, wenn er was möchte frage ich ihn und wenn es nur darum geht auf sich aufmerksam zu machen weil er gerade nicht im mittelpunkt steht sage ich im klar und deutlich das ich mich mit xy unterhalte und er bitte einen moment warten kann.
dinge die ich nicht sooo wichtig finde da bin ich nicht ganz so kategorisch, jeder muß selber abwiegen was für einen wichtig ist das das kind es lernt, und da kann man ansetzten klare grenzen zu setzten..
und man muß sich eben mal auf konflikte einlassen auch wenn sie teilweise schwer fallen und auch heftige wutausbrüche mit sich bringen.
ich gebe zum anziehen z.b 2 sachen vor aussuchen darf er selber, will er beide teile nicht frage ich was er stattdessen anziehen möchte kommt er zu keiner lösung wird 5 minuten gewartet und es nochmal probiert,
also ob ich dir damit helfen konnte weiß ich nicht...
aber ich wünsch dir starke nerven
lg heidi

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Re: Hilfe, 2-jähriges Trotzkopf macht uns fertig!

Antwort von kaempferin am 06.08.2006, 18:15 Uhr

Hallo,

ich schließe mich meinen Vorschreiberinnen an und würde auch ganz klare Grenzen setzen!

Wenn sie Milch eingießen möchte, kann sie das gerne tun (denn sie SOLLEN ja selbständig werden und man MUSS/SOLL ihnen ja auch etwas zutrauen!), dann nur 1(!!!) Tüte Milch und NICHT MEHRERE! Mehrere (aufreißen) gibt es einfach nicht und damit "muss"/"müsste" sie sich dann eben zufrieden geben - oder auch nicht -> dann eben mal Gekreische!

Es gibt ebenfalls immer zuerst EINEN Keks - und wenn sie DANN noch einen - oder auch 2 - haben möchte, ja, ok, aber nicht einfach in die Schüssel reingreifen und alle auf einmal nehmen. So kleine Kinder müssen auch (beizeiten!) lernen, dass mit Esssachen/Lebensmitteln nun mal nicht gespielt und geaast wird.

Joghurt - ebenfalls nur einen, den SIE sich raussuchen darf! Aber der andere bleibt zu und verschwindet ebenfalls im Kühlschrank.

Im Supermarkt: Sie kann/darf laufen, muss aber in der Nähe der Mutter bleiben und darf nicht einfach wegrennen. Wenn das NICHT klappt, käme sie bei MIR - nach vorheriger KLARER Ansage - in den Einkaufswagen/Buggy/auf meinen Arm - und bei Gekreische "dürfte" sie auf dem Nachhauseweg auch im Buggy bleiben oder auf meinem Arm. Dann dürfte sie überhaupt nicht mehr laufen.
Du machst das schon ganz richtig, sie zur Kasse zu schleppen. Würde ich ganz genauso machen und, wie gesagt, sie dnan auch auf dem Arm behalten.

LG

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Re: kompetente Antwort von Dr. Posth

Antwort von SusanneZ am 06.08.2006, 19:49 Uhr

Dr. Posth hat als Entwicklungspsychologe folgende Ansicht, welche ich auch teile.

"das Verhalten Ihres Sohnes spricht dafür, daß Sie ihm seinen Bedürfnis, die Dinge selber auszuführen, nicht befriedigt haben. Vermutlich war es sein Wunsch, die Straße an Ihrer Hand zu kreuzen, so wie es sein Bruder auch tut. Sie haben ihn jedoch aus Sicherheit auf den Arm genommen. Das hat seinen Widerstand hervorgerufen und ihn mit Wut erfüllt. Wie Kinder so geartet sind, führen sie ihre Wunsch danach nicht mehr aus, sondern zeigen so etwas wie Beleidigtsein. Folglich wollte er jetzt auf dem Arm bleiben, und als Sie wieder seinen Willen mißachteten und ihn auf den Boden setzten, hat er sich hingeschmissen und geschrien.
Sind solche Geschehnisse Einzelfälle, werden sie vom Kind vergessen und habe keine nachteilige Auswirkung auf seine Persönlichkeitsentwickling. Bei Häufung solcher Aktionen und Reaktionen gibts allerdings mit der Zeit durchaus Probleme. Insbesondere wird sich der Oppositionsgeist verstärken. Daraus ergibt sich die Schlußfolgerung, daß man dem Kleinkind nach Möglichkeit die Erfüllung seines Wunsches und Willens gewährt und nur dann eingreift, wenn es unbedingt nötig erscheint (z.B. damit sich das Kind nicht gefährdet). Viele Grüße"

Das Schmeißen der Kekse, kann auch eine Trotzreaktion gewesen sein.

Wenn sie alle Milch-Packs haben will, dann solltest du sagen. Ja, aber wir machen erstmal eine auf. Lässt sich das Problem so nicht lösen, dann habe halt von allem nur ein Stück überall. Gilt auch für die Kekse. Bitte besser deine Bekannte die Kekse wegzustellen oder lenke dein Kind ab, solange Sachen nur kurzweilig irgendwo stehen. Provozier nicht ständig Abwehr sondern stelle alles weg wo sie nicht dran soll oder es nicht sehen soll. Ansonsten wirst du immer Ärger haben und schlussendlich ein stur erzogenes Kind. Sturheit kann nämlich nicht vererbt, sondern lediglich innerhalb der Erziehung erlernt werden.

Versuche, falls dochmal was nicht geht, einen Kompromiss zu schließen. Den ist ein Kleinkind viel eher bereit einzugehen als ein klares "nein" zu akzeptieren. Wie Dr. Posth schon schreibt, ein Verbot nur aussprechen, wenn sich das Kind sonst gefährdet.

Je weniger du den Trotz provozierst, desto schneller wird der Spuk vorbeisein. Seltene "neins" haben dann auch ihre Wirkung. Falls es mal nicht anders geht, dann Wutkissen,... reichen und anschließend trösten.

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Re: Hilfe, 2-jähriges Trotzkopf macht uns fertig!

Antwort von JuliasMommi am 07.08.2006, 10:16 Uhr

Hallo,

zum Thema Supermarkt haben wir es von Anfang an so gehandhabt, dass sie sich ein (!) Stück aussuchen darf (entweder ein Stück Obst, ein Stück KiSchokoloade, 1 Wiener, 1 Joghurt o.ä.). Da hat es wirklich nie Probleme gegeben. Ich habe ihr zusätzlich noch Aufgaben gegeben, z.B. wir brauchen noch Bananen, kannst Du bitte 2 Stück holen (natürlich nur, wo sie auch hinkam mit ihrer Grösse). Wir machen das auch heute noch so (sie ist jetzt 4 Jahre) und es macht ihr Spass und sie fühlt sich wichtig!
Zum Thema Kekse - da gabs halt immer nur ein Keks nach dem anderen, nach kurzem Geschrei war das auch so akzeptiert, zumal sie ja sah, dass sie danach wirklich noch ein Keks bekam.
Beim Thema Milchtüte oder Joghurt war ich rigoros, es gab nur einen (!) und fertig, hab es ihr erklärt, dass die anderen sonst schlecht werden und sie dann eben morgen keine mehr hat.

Viel Glück und Durchhaltevermögen, Daniela

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Re: Hilfe, 2-jähriges Trotzkopf macht uns fertig!

Antwort von suermel am 07.08.2006, 10:41 Uhr

hallo
ich kenne ein Buch Kinder nerven nicht
sie brauchen Grenzen.
Verusch einfach immer etwas anzubieten
1 Joghurt kann sie haben und aussuchen.
Das andere wartet im Kühlschrank bis
morgen oder so!
Supermarkt.. bezihe sie mint ein,sie soll dir etwas fest halten, oder drück Ihr ein Gelsstück in die Hand damit sie
mit bezaheln kann! das half bei mir prima!
silvia

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Re: Hilfe, 2-jähriges Trotzkopf macht uns fertig!

Antwort von Frosch am 07.08.2006, 11:54 Uhr

Meine sonst so liebe kleine Tochter (bald 2)ist in letzter Zeit sehr anstrengend geworden...sie hatte schon immer einen starken Willen, nun wird sie richtig unvernünftig...ihr Lieblingswort ist zur Zeit "nein"...
--> Sie hört es halt selber sehr oft. Besser ist es, Kompromisse zu schließen und sie "helfen" zu lassen, auch wenn es länger dauert.

Sie will alles alleine machen, z.B Milch eingiessen...dabei will sie nicht nur eine Tüte sondern alle die im Kühlschrank sind.
--> Laß sie EINE Milchtüte aussuchen. Gib ihr einfach ein "Mitspracherecht". Auch würde ich sie eingießen lassen, einfach daneben stehen um ein größeres Unglück zu verhindern ;-)

Wenn wir irgendwo eingeladen sind, liegen Kekse in einer Schale...sie gibt sich mit einem nicht zufrieden sondern will die ganze Schale, obwohl die doch letztendlich alle auf dem Boden gestreut werden.
--> Das geht natürlich nicht. Laß sie einen Keks aussuchen und erklär ihr, daß die anderen Leute doch auch was feines naschen wollen. Einfach kurz erklären.


Ich stehe im Supermarkt, will weiter einkaufen, sie will aber vorne beim Eingang raus..dabei muss ich noch zahlen. Schreiend schleppe ich sie zur Kasse..
--> Vielleicht hilft es, wenn Du sie helfen läßt. Die Sachen, die Du brauchst, suchen läßt?

Das sind nur ein paar Beispiele, aber es geht ständig so bei ihr. Sie setzt sich was in den Kopf und wir müssen nach ihrer Pfeife tanzen. Mein Mann hat schwache Nerven und hält es nicht aus..
--> Versucht sie, Euch gegeneinander auszuspielen?

ich dagegen weiss nicht wie man mit so einem Kind umgeht. Wo sind die Grenzen des Erlaubten?
--> Folge Deiner Intuition! Es ist Quatsch, wenn sie zwei Becher aufmachen will, und da mußt Du streng sein. Aber bei anderen Sachen fünf gerade sein lassen.

Es ist wichtig, daß sie ein gewisses "Mitspracherecht" hat. Einfach nur ein "NEIN" von Deiner Seite gibt ihr das Gefühl, daß sie machtlos ist. Und dann tickt sie natürlich aus.

Vorher Konsequenzen kurz ankündigen, und dann ERKLÄREN, warum sie dieses oder jenes nicht darf. Das ist wichtig.

LG Antje

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