Kinder vegetarisch ernähren?

Tomatensuppe in der Suppenschuessel

© fotolia, fahrwasser

Ist eine vegetarische Ernährung von Kindern im 2. und 3. Lebensjahr möglich? Ja, vorausgesetzt, sein Speiseplan enthält auch Milch und Milchprodukte sowie eventuell Eier. 

In diesem Falle sprechen Ernährungsfachleute von ovolakto- oder, wenn die Eier entfallen, laktovegetarischer Ernährung. Ist der Speiseplan vielseitig und abwechslungsreich, versorgt er Ihr Kind trotzdem mit allen nötigen Nährstoffen und Vitaminen. Auch mit Eiweiß, denn das steckt in Milch bzw. Milchprodukten und Eiern sowie zum Teil auch in pflanzlichen Lebensmitteln.

Hingegen warnen Kinderärzte vor strengeren Formen vegetarischer Ernährung, die völlig auf Lebensmittel tierischen Ursprungs (also auch auf Milch/-produkte) verzichten. Oder im Extremfall ganz auf Rohkost setzen. Solche Ernährungsformen können bei Kindern Mangelerscheinungen und Erkrankungen hervorrufen sowie ihre Entwicklung beeinträchtigen. Riskant ist auch eine vegetarische Ernährung, die manchmal "Puddingvegetarier" genannt wird. Das heißt, dem Speiseplan fehlt es an Qualität und Ausgewogenheit, etwa an Obst, Gemüse und Vollkornprodukten. Das führt schnell zu einem Mangel an unentbehrlichen Nährstoffen.

Es ist auf alle Fälle sinnvoll, Ihren Kinderarzt/Ihre Kinderärztin darüber zu informieren, dass Sie Ihr Kind vegetarisch ernähren. Es kann zum Beispiel sein, dass Ihr Kind bestimmte Nahrungsmittel ganz ablehnt oder nicht verträgt. Dann ist es nötig, gemeinsam zu überlegen, wie sich das ausgleichen lässt oder eine Ernährungsberaterin um Rat zu fragen.

Nur beim Eisen kann's haken

Das Eisen aus pflanzlichen Lebensmitteln kann unser Körper weit schlechter verwerten als das aus Fleisch. Normalerweise haben zwar auch Vegetarier trotzdem selten Eisenmangel, aber ihre Eisenreserven sind deutlich geringer. Gerade bei Kindern kann dann, zum Beispiel bei einem Wachstumsschub oder in Krankheitszeiten, relativ schnell Eisenmangel auftreten.

Mögliche Anzeichen sind u.a. auffallende und anhaltende Blässe, Abgeschlagenheit, Appetitlosigkeit und eine gesteigerte Anfälligkeit für Infekte. Das können Sie tun, um die Eisenversorgung zu optimieren:

1. bringen Sie möglichst oft pflanzliche Lebensmittel mit hohem Eisengehalt auf den Tisch. Dazu zählen Vollkorngetreide und daraus hergestellte Produkte wie Brot oder Vollkornflocken. Tipp: Hafer und Hirse enthalten besonders viel Eisen.

2. bieten Sie Ihrem Kind zum Essen am besten immer ein wenig Saft(-schorle) an. Denn Vitamin C erleichtert und fördert die Eisenaufnahme aus pflanzlichen Lebensmitteln. Es ist, mit etwas Übung, auch gut möglich bzw. sinnvoll, eisen- und Vitamin C-reiche Lebensmittel zu kombinieren (etwa Vollkornreis oder -nudeln mit Paprika).

Haben Sie den Verdacht, dass Ihr Kind Eisenmangel hat, sprechen Sie am besten bald mit Ihrem Kinderarzt. Ob tatsächlich ein Eisenmangel vorliegt, lässt sich mit einem Bluttest feststellen. Möglicherweise wird der Arzt dann ein geeignetes Eisenpräparat empfehlen.

Zuletzt überarbeitet: April 2019

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