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Dr. med. Ludger Nohr

Die psychische Entwicklung von Babys
und Kindern besser verstehen

Dr. med. Ludger Nohr

   

Antwort:

Erziehung Kita + Bemutterung

Also er hat es daran festgemacht. Er hat versucht, ihr in die Ohren zu leuchten. Dabei hat sie geschrien und mit den Händen das Gerät abgewehrt. Wenn er das dann weggenommen hat, war sie sofort wieder tiefenentspannt. Und wenn ein Kind wirklich Angst hat, dass eine Untersuchung zum Beispiel schmerzhaft sein könnte, dann wäre sie nicht so schnell wieder ganz normal. Also hat sie quasi gelernt, unbewusst zu manipulieren, indem sie im richtigen Moment schreit und zappelt.

Und der Mittelpunkt meiner Welt ist sie wirklich. Jede der beiden Omas hat sie jede Woche ein Mal für 2 Stunden, und dort ist sie auch der Mittelpunkt der Welt. Meine Mutter kann sie nicht häufiger nehmen, weil sie Vollzeit beschäftigt ist. Meine Schwiegermutter meinte, meine Tochter mit ihrem extrem aktiven Forschungs- und Bewegungsdrang sei für sie nicht öfter oder länger zu händeln, weil sie schon über 60 ist... (Besonders einfach ist die kleine willensstarke Persönlichkeit ja übrigens auch nicht). Wir besuchen ein Mal wöchentlich zusammen die Krabbelgruppe für 1 Stunde; dort ist sie für die anderen Kinder nicht der Mittelpunkt der Welt, aber das ist ja nur eine Stunde in der Woche.

Wenn ich das richtig verstanden habe, besteht die Sorge darin, dass sie dadurch das Gefühl hat, alles richtet sich nach ihr. Das wirkt wohl negativ auf ihr Sozialverhalten. Und das könnte dazu führen, dass sie später keine Freunde findet. Also sollte sie auch mal erleben, dass sie nicht der Mittelpunkt der Welt ist. So habe ich es verstanden und es erscheint mir logisch. Und ich will ja das Beste für sie und ihre Zukunft. Nur ich selber werde immer rennen, wenn sie schreit, ich kann nicht anders. Deswegen eine ganz kurze Fremdbetreuung, die die Mutter-Kind-Bindung nicht erschwert, aber trotzdem diese anderen Eindrücke zulässt. Sehen Sie dazu eine Alternative?

Ich habe mir noch etwas überlegt: Ist eine Tagesmutter-Betreuung vielleicht irgendwie "schonender" für ein so kleines Kind als eine Kindertagesstätte? Weil eine Tagesmutter wirkt auf mich so ein bisschen mehr wie eine "natürliche" Betreuungsform, so ähnlich als wenn eine Großmutter oder Tante da wäre, die jeden einzelnen Tag bereit wäre, sie für 1-2 Stunden nehmen übernehmen würde, so wie früher in den Großfamilien.

von Diana5 am 11.01.2019, 01:18 Uhr

 
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