*
Dr. med. Ludger Nohr

Die psychische Entwicklung von Babys
und Kindern besser verstehen

Dr. med. Ludger Nohr

   

 

Aggression bei Kleinkindern

Sehr geehrter Herr Dr. Nohr!
Mein jüngerer Sohn (wird im April 3 J) war von Anfang an sehr temperamentvoll. Nicht nur, aber überwiegend bei Müdigkeit wirft er mit Gegenständen, kneift (mich, manchmal großen Bruder), haut. Ich reagiere mit ruhigen, ernsten Worten bzw mit Induktion. Erfolg habe ich damit nur bedingt. Er sagt "Ich will aber kneifen/hauen/etwas zerreißen etc". Er hört dann wohl auf, weint aber und sagt "Ich bin so wütend/traurig". Biete auch an, auf einen Polster zu schlagen, was er nicht annimmt . Der große Bruder (8J) ist eher fürsorglich und wird sehr geliebt. Der Kleine war noch nie fremdbetreut, Kiga Start soll im Herbst diesen Jahres sein.
Es geht nun schon recht lange so und ich frage mich, wie ich noch beitragen kann, das Werfen/Hauen/Kneifen abzugewöhnen. Er macht das aus "heiterem Himmel", ohne vorangegangenen Konflikt und ist eigentlich ein offenes , fröhliches Kind. Aber er kann ja nicht einfach so zu wüten beginnen, sobald sich Müdigkeit bemerkbar macht. Ich sorge auch für ausreichend Schlaf (macht auch noch Mittagsschlaf), Pausen und regelmäßiges Essen.

Viele Grüße und danke für die Mühe.

von chrpan am 07.02.2019, 08:24 Uhr

 

Antwort:

Aggression bei Kleinkindern

Hallo,
bei solchen Fragen kann man zuerst versuchen zu verstehen, was die Aggressivität/Impulsivität auslöst. Diese Chance verbessert man, indem man das Problem in Situationen anspricht, in denen kein Streit besteht. Manchmal ist hierüber der wiederkehrende Ärger/Enttäuschung usw. klärbar.
Wenn darüber keine Veränderung möglich ist, die Impulse also "einfach" da sind, gilt es sie zu kanalisieren. Das bedeutet, nicht der Impuls wird kritisiert oder abgewertet, sondern es wird ein Weg gezeigt, der ohne Verletzung des anderen Energieabfuhr ermöglicht (Kissenschlacht u.ä.). Wenn die Wut aber auf eine Person bezogen bleibt, muß etwas in dieser Beziehung geklärt werden . Vielleicht fühlt sich Ihr Sohn zurückgesetzt, weniger "richtig/wichtig" usw.. Das zeigt sich dann oft, wenn die Ablenkungen des Tages nicht mehr da sind.
Wenn das alles nicht weiterbringt höre ich wieder von Ihnen.
Dr.Ludger Nohr

von Dr. Ludger Nohr am 08.02.2019

Die letzten 10 Fragen an Dr. med. Ludger Nohr
Mobile Ansicht

Impressum Team Jobs Mediadaten Nutzungsbedingungen Datenschutz Forenarchiv

© Copyright 1998-2019 by USMedia.   Alle Rechte vorbehalten.