Mitglied inaktiv
Guten Morgen, ich bin neu hier bei Euch. Mein Sohn Nick (3,5 Jahre) ist schwerer Allergiker und ich hoffe, hier einige Hilfestellungen zu bekommen. Seit letztem Jahr hat er eine Allergie gegen Gräser. Seit diesem Jahr gegen Hausstaub und Milcheiweiß. Das wissen wir seit gestern und ich fühle mich total hilflos mit dieser Diagnose. Seltsamerweise habe ich noch nicht bemerkt, dass Nick ein Problem mit Milcheiweiß hat. Wie äußert sich das? Gegen den Hausstaub werden wir jetzt sanieren aber wie lebt es sich denn ohne Milcheiweiß? Habt Ihr gute Tipps für mich. Das Buch milch-frei habe ich gerade eben bestellt. Wie läuft das im Kindergarten am besten? Werden die Kinder dadurch zu Aussenseitern? Vielleicht sehe ich momentan alles noch zu schwarz, aber ich kann mich damit einfach noch nicht anfreunden. Im Januar wird Nick 4 Jahre alt und die Allergologin will mit der Desensibilisierung in Tropfenform beginnen. Kennt sich damit jemand aus? Welche Behandlungsforem könnt Ihr empfehlen? Ach, und wie sieht es eigentlich mit den möglichen Kreuzallergien aus? Muss man schon im Vorfeld alles mögliche kreuzallergene meiden, auch wenn keine Reaktion bisher erfolgte? Die Allergologin mein ja, aber das wäre massiv. Z. B. keinerlei Getreide mehr, keine Kartoffeln, kein Soja, kein Mais, kein Reis usw. Wem geht es wie uns? Ich würde mich sehr freuen, mich mit Betroffenen austauschen zu können. So, das ist aber sehr lang geworden... Viele liebe Grüße Jeannette und Nick
Hallo Jeannette! Also erst mal vornweg, mein Sohn (bald 3) hat diverse Nahrungsmittelallergien (Milch, Ei, Soja, Erdnuss) und daher kann ich dir sagen, dass eine Milch-freie Ernährung sich erst mal heftig anhört und schwer vorstellbar ist, vor allem, wenn du mal genauer schaust, wo überall Milchbestandteile drin sind! Aber es geht und man gewöhnt sich mit der Zeit dran. Es gibt genügend Alternativen! Die Deklaration der Zutaten ist bei uns inzwischen so ausführlich! Da kann ich dir gern ein paar Tips geben (Email ist hinterlegt für weitere und konkrete Fragen!). Nun, wie sich die Milcheiweißallergie äußert ist individuell verschieden. Bei meinem Sohn geht alles über die Haut (er hat/hatte ND; kann im Moment kaum sagen, dass er sie hat, denn seit schon langer Zeit sieht man gar nichts mehr, aber die Veranlagung ist nun mal da und bleibt). Aber es kann sich bei anderen auch in anderen Formen äußern, z.B. Schwellung der Schleimhäute, Magen-Darm-Probleme, bis hin zu allergischen Schockzuständen. Wenn er aber bisher Milch zu sich genommen hat und darauf nicht oder kaum reagiert hat, dann ist bei ihm die Allergie möglicherweise nicht stark ausgeprägt und du musst gar nicht vollständig auf alles verzichten. In der Kita ist mein Kleiner übrigens und da gibt es keine Probleme, er wird auch nicht zum Außenseiter. Die Erzieher und die Köchin sind entsprechend informiert, Liste der Sachen, die er nicht essen darf hängt in der Küche und im Aufenthaltsraum zum nachsehen. Die Köchin achtet sehr toll darauf und nimmt für ihn eine Portion raus, bevor sie z.B. Milch, Ei, Sahne etc. an das Essen allgemein macht. Ich bringe immer seine Reismilch mit, zum Trinken und zum Kochen... Eine Erzieherin ißt mit ihm mit, damit er nicht ganz allein was anderes essen muss (und sie findet es ganz gut, da sie dadurch etwas fettärmer ißt! ;-)). Das klappt alles sehr gut. Meine Meinung zu Desensibilisierung: Würd es nicht machen, besonders, wenn mehrere Allergien bestehen, da bei Desensibilisierung gegen eine Substanz oftmals andere Allergien auftreten.... Würde mir auf jeden Fall nochmal eine andere Meinung dazu einholen! Mein Sohn wurde mit klassischer Homöopathie behandelt. Zusätzlich halten wir uns daran, dass er entsprechende Nahrungsmittel nicht bekommt, wobei ich inzwischen schon festgestellt hab, dass er nicht mehr ganz so empfindlich reagiert (hatte letztens mal vom Papa ein "Wassereis" bekommen, von dem sich im Nachhinein rausstellte, dass doch Milch mit drin war, aber wahrscheinlich nur sehr wenig, naja, jedenfalls hat er gar nicht drauf reagiert!). Und wie oben schon angemerkt, seine Haut ist super! Man sieht ihm keine Neurodermitis mehr an! Wie das mit Kreuzallergien ist, kann ich dir leider nicht sagen, da kenn ich mich recht wenig aus. Falls du noch Fragen haben solltest, kannst du mich gern anmailen. Freue mich immer, wenn ich Tips geben kann, denn ich weiß, wie schwierig der Anfang ist, man fühlt sich damit sehr allein gelassen... Ganz liebe Grüße, Jamilia jamiljanni@hotmail.com
Liebe Jamilia, es war sehr hilfreich, das alles zu lesen. Heute war ich gemeinsam mit Nick einkaufen. Wir haben als Alternative zur Margarine Becel Original gekauft. Kennst Du die? Ist das ok.? Soll ja völlig milchfrei sein. Außerdem Wassereis und rote Grütze für den Kindergarten, wenn es wieder mal Jogurt oder Quark als Nachtisch gibt. Wie umgeht man denn das Problem, nicht zu wissen, ob das Kindergarten-Essen nicht doch mit Butter oder Margarine zubereitet ist? Unser KiGa kocht nicht selbst, sondern wird mit Essen beliefert. Die Leiterin versprach mir heute, gezielt nachzufragen. Ich hoffe, das klappt. Wie gibst Du Deinem Kleinen die notwendige Menge an Calcium? Und was ist eigentlich mit den oft genannten Bestandteilen an Süß- oder Sauermolke? Ist das genauso mit Milcheiweiß versehen? Es ist ja Wahnsinn, wo überall Milch enthalten ist. Und welches Brot isst Dein Kind? Ich weiß, es sind Fragen über Fragen und ich freue mich wirklich sehr, wieder von Dir zu lesen. Es ist alles gar nicht so einfach und für mich echt furchtbar, dass er das alles mitmachen muss. Ich danke Dir sehr, für Deine Hilfe. Ganz liebe Grüße Jeannette
Hallo Jeannette, mein Sohn (im Oktober 5) hat auch diverse Nahrungsmittelallergien (Milch, Ei, Fisch, Nüsse,...) sowie Pollen-, Hausstaub-, Schimmelpilz- und Tierhaar-Allergien. Bei Hausstauballergie hilft es sehr gut, wenn man die Betten saniert und Encasings benutzt (kriegst Du auf Rezept von Kinderarzt oder Allergologen von der Krankenkasse) und auf kurze Teppiche und wenig Gardienen achtet. Insgesamt Staubfänger vermeiden und möglichst nicht vor dem Kind staubsaugen. Mindestens dreimal die Woche saugen ist sinnvoll. Was die Milchallergie angeht: Am Anfang viel es mir unwahrscheinlich schwer, jetzt haben wir zwar noch Milch im Haus (weil der kleine Bruder nicht allergisch ist und mein Mann sie in den Kaffee trinkt), aber zum kochen und backen benutze ich ausschließlich Reis-, Soja- oder Hafermilch und -Sahne. Wenn Du Milch konsequent meidest, dann kann sich diese Allergie, wenn sie nicht so stark ausgeprägt ist, in relativ kurzer Zeit (einige Monate - wenige Jahre) wieder verflüchtigen. Du musst dann aber wirklich darauf achten auch nicht kleinste Mengen (wie in Butter oder Sahne) zu geben. Wie sich die Allergie äußert kann ganz verschieden sein. Bei meinem (mit starker Allergie) zeigt es sich direkt durch Hautausschlag oder wenn er etwas essen würde, würde er es wahrscheinlich recht bald wieder erbrechen (ist bisher mit Ei und Fisch passiert). Es kann aber auch einfach nur den Allgemeinzustand verschlechtern, weil das Immunsystem ständig arbeiten muss und weniger Reserven für andere Angriffe hat. Meiner ist im KiGa dadurch keine Außenseiter, aber schon etwas Besonderes in seiner Klasse. Wie es genau gehandhabt wird ist unterschiedlich. Im ersten Jahr und auch jetzt haben die Erzieher immer etwas für ihn extra gemacht, wenn sie gemeinsam gekocht oder gebacken haben. Bei Geburtstagen habe ich mir vorher Bescheid sagen lassen (es gibt immer Kuchen) und ihm extra ein Stück für ihn verträglichen Kuchen mitgegeben. Im letzten Jahr die Erzieherin wollte, dass alle alles gemeinsam machen, da haben alle Milch- und Eifrei gebacken (ich habe Rezepte beigesteuert) und zum Geburtstag haben fast alle Kinder etwas für ihn verträgliches mitgebracht. Er war sogar mit auf der zweitägigen KiGa-Fahrt und alles ist super gelaufen. Behandlung ist bei Nahrungsmittelallergien in der Regel konsequentes Vermeiden, damit man die Chance hat, dass sich die Allergien wieder geben. Ich würde noch keine Desensibilisierung machen, da das bei Pollenallergien häufig zur Folge hat, dass neue Allergien auftreten. Ich selbst habe sehr erfolgreich eine Hausstaubdesensibilisierung mitgemacht, als ich 20 war und bin jetzt seit über 10 Jahren beschwerdefrei (allerdings lebe ich immernoch allergenarm). Bei einem Kind würde ich das aber noch nicht machen - ist allerdings nur so ein Gefühl. Was Kreuzallergien angeht, so habe ich mich bisher noch nicht darum gekümmert. Es ist ja auch so, dass diese Allergien nur dann auftreten, wenn die entsprechenden Pollen fliegen. Da würde ich nicht vorsorglich auf alles verzichten, führt letztendlich im Zweifel nur zu Stress und Unterversorgung. Ich würde aber in Zeiten, in denen Pollen fliegen verstärkt darauf achten, ob mein Kind Abneigungen gegen irgendwelche Nahrungsmittel zeigt, das kann schon auf Kreuzallergien hinweisen. Wenn Du noch Fragen hast, oder Dich einfach nur mal austauschen/ausheulen möchtest, dann kannst Du Dich gerne mal melden, die Adresse ist oben hinterlegt. LG, koesti
Liebe Koesti, vielen Dank für diese Menge an wirklich interessanten Informationen. Was die Allergien unserer Kinder betrifft, können wir uns ja wirklich die Hand reichen. Und Du hast vollkommen recht , dass mir echt nur noch zum Heulen zu Mute ist. Ehrlich gesagt, hab ich heute sehr viel geheult. Ich kann mich ganz schlecht damit abfinden, dass mein Kind das nun alles mitmachen soll. Zu schlimm ist alles das, was ich von der sog. Allergiker-Karriere so gelesen und gehört habe, die mein Kind ja nun auch einzuschlagen scheint. Er hatte als Baby Milchschorf, mit 3 Monaten ND und mit 2,5 begannen die Allergien, die jetzt in rasendem Tempo zunehmen. Heut habe ich wegen der Hausstaubmilbenallergie die ganze Wohnung auf den Kopf gestellt. Die Betten und Teppiche mit Milbiol behandelt und das encasing bekommen wir erst noch. Das Bettzeug hab ich gewaschen und auch frische Unterbetten aufgezogen. Bin auf diese Nacht sehr gespannt. Bekommt Dein Sohn Medikamente gegen die Allergie? Welche? Wir nehmen Xusal. Hilft momentan aber gar nicht. Welche Beschwerden hat Dein Sohn? Und was mich gleich noch sehr interessiert, hast Du ihm sein spezielles Bettzeug auch zur KiGa-Fahrt mitgegeben? Wie oft wischst Du die Böden? Ich hab momentan voll die Weltuntergangsstimmung obwohl ich weiß, dass es bei weitem Schlimmeres gibt. Die Milchallergie wollen wir auch so gut wie möglich, durch konsequentes Meiden in den Griff bekommen. Heute habe ich ganz gezielt danach eingekauft und auch mit der KiGa-Leiterin darüber gesprochen. Nick hat heute beim Einkaufen so einen Bananen-Drink geholt und als ich den Kopf schüttelte, meinte er nur: Iss da Milch drin??? Scheiße... Und dann hat er ihn wieder hingestellt.... Er hat soviel von allem mitbekommen, dass er gestern abend im Bett geweint hat und sagte, er weiß gar nicht mehr, was er noch essen darf und er will doch so gerne wieder was essen ;-( Das macht mich sehr traurig. Mit der Desensibilisierung verunsichert mich sehr. Einerseits ist das meine einzige Hoffnung auf Besserung und anderseits habe ich Angst davor und eben ganu deshalb, weil neue Allergien dazu kommen können. Kennst Du Dich damit aus, wie die Chancen stehen, dass Kinder diese Allergien auch wieder verlieren? Oder gibt es da keine Hoffnung? Die Fragezeichen häufen sich im Moment bei mir und ich freue mich sehr über Deine Hilfe. Ganz liebe Grüße Jeannette
Hallo, also ich kann nur von mir selbst berichten: ich bin schlimmer Allergikerin! Frühblüher, Hausstaub, Gräser- die Kreuzallergien der Grühblüher machen mir am meisten zu schaffen- denn ich kann kaum noch Obst oder rohes Gemüse essen...:0( Dazu kommt allergenes Asthma, was ich aber toi, toi, toi im Moment gut im Griff habe. Auch ständige Infekte quälen mich. Ich habe letztes Jahr einen Allergologen aufgesucht, nachdem es immer schlimmer wurde- ganz extrem nach meinen Schwangerschaften. Ich sollte mich auch desensibilisieren lassen. Leider habe ich die Spritzen nicht vertagen- bei der 0er Lösung hatte ich schon Probleme. Das wurde dann abgebrochen und auf Tropfen umgestellt. Leider kann ich mich mit niemandem ausstauschen, weil die Tropfenform nicht so gängig ist. Es ist umstritten ob sie hilft, aber ein Versuch ist es wert und mein Arzt meint, das sie zwar länger braucht, der Erfolg aber gleich wäre. Ich habe letzen Herbst damit begonnen und es war ok. Beschwerden hatte ich keine und das ewige tropfen abends war nicht so nervig wie gedacht;0) Seit drei Wochen nehme ich das erste Mal die Frühblüher Lösung und musste wegen Reaktionen die Dosis herunterschrauben. Aber die Reaktionen sind nicht so extrem wie bei den Spritzen. Es kann zu brennen im Mund/Lippen kommen- mehr wohl nicht. Ich finde es gut, wenn Du damit anfängst. Je früher desto besser!!!!!! Man weiß ja nie, ob es noch schlimmer wird????? Und so kann man rechtzeitig etwas unternehmen. Ich wünsche Dir viiiiiiiel Glück ;0) Alles Liebe Alex