Elternforum Frauengesundheit

Was stimmt mit mir denn nicht !

Was stimmt mit mir denn nicht !

User-1726616693

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Hallo meine lieben ,   Ich weiß gar nicht wo ich anfangen soll.   Der Text wird wahrscheinlich ein wenig länger und ich weiß auch gar nicht was ich mir hiermit erhoffe außer vllt zu hören das ich nicht so furchtbar bin wie du ich selber denke . Oder ich muss es einfach mal nieder schreiben und es los werden .   Naja....ich bin Mama von 2 Kindern. Sie sind im Schulalter. Vorallem mein 2 geborenes Kind und ich , haben eine sehr innige Bindung. Mein erstes Kind und ich auch natürlich , aber sie ist zur Zeit in der Pupertät und macht eben so ihr Ding. Pupertät halt.     Nun vor 4 Wochen wurde ich nochmal Mama. Ein kleiner Nachzügler. Ich habe mich auf das Baby gefreut und mit liebe alles vorbereitet und auf ihn gewartet . Die Geburt war wunderschön und auch die Zeit nach der Geburt. Ich war fit und glücklich. Doch die letzten 4 Tagen sind irgendwie anders.....als ob eine graue wolke über mir schwebt. Ich Weine manchmal einfach so. Wenn mein 2 geborenes Kind morgens zum Schulbus geht ,kommen mir die Tränen. Es tut mir im Herzen leid ihn nicht mehr begleiten zu können morgens . Da ich mich eben um das Baby kümmern muss. Ich fühle mich so unglaublich schuldig , ich kann ihn nicht mehr so viel Aufmerksamkeit geben wie zu vor , da eben das Baby da ist.   Ich schaue mein Baby an und Frage mich ob es nicht besser sei wenn er doch bei einer anderen Familie aufwächst. Ich weiß nicht woher diese Gedanken plötzlich kommen. Und ich fühle mich so unglaublich schuldig so unglaublich schlecht und ich glaube wenn man Rabenmutter googeln würde , dann würde ich an erster Stelle stehen. Ich rieche an mein Baby und finde er stinkt. Egal ob er baden war oder frisch eingecremt . Er riecht eben nicht wie meine großen Kindern , er stinkt einfach. Es ist so abartig von mir das zu sagen. Aber ich empfinde nun eben so. Und ich weiß nicht weshalb. Ich schlafe kaum. Nicht weil er mich nicht lässt, sondern weil ich nicht kann. Ich kuschel mit ihm , küsse und umsorgen ihn. Ja keine Frage. Aber was ist wenn ? Was ist wenn meine Liebe für ihn schwinden sollte ? Was ist verdammt nochmal mit mir los ? Vor paar Tagen war alles okay und urplötzlich kam diese graue wolke. Diese graue Wolken mit diesen Gedanken.   Und nun ist es halb 2 nachts. Ich fütter mein Baby und schreibe diese Zeilen und es laufen die Tränen.  Andere Frauen hätten gern dieses Glück ! Und ich ? Ich heule hier anstatt einfach Happy zu sein.  


rabe71

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Antwort auf Beitrag von User-1726616693

Hallo, es ist so mutig, dass du das hier so schreibst! Es klingt sehr danach, dass du eine Wochenbettdepression entwickelt hast. Das passiert öfter, als man es hört - weil so selten darüber gesprochen wird! Die gute Nachricht ist: sie kann sehr gut behandelt werden! Du wirst die Mutter sein, die du sein möchtest und die Welt wird sich wieder fröhlicher anfühlen. Wirklich! Sehr wichtig ist jetzt aber, dass du dir Hilfe holst. Wende dich direkt an deine Hebamme,deine Frauenärztin , schatten-und-licht.de, manche Kliniken haben eine Frauensprechstunde, die frühen Hilfen... Falls dir das gerade alles zu viel ist: bitte deinen Partner oder eine Freundin um Hilfe! Auch um Unterstützung im Alltag! Alles, alles Gute!


Bonniebee

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Antwort auf Beitrag von User-1726616693

Hallo, das könnte noch von der hormonellen Rückumstellung kommen (sog. "Heultage"). Je nach Ausmaß kann es aber auch eine beginnende Wochenbett-Depression sein. Typisch sind hier Weinattacken, aber auch ambivalente oder ablehnende Gefühle gegenüber dem Baby. Diese Depression kann man auch dann bekommen, wenn man sie bei den ersten Schwangerschaften nicht hatte. Sie kann im ganzen ersten Jahr nach der Entbindung auftreten. Und sie ist nicht harmlos, sondern sollte frühzeitig behandelt werden. Oft wird sie von der Frau und den Angehörigen sehr unterschätzt. Zunächst reicht es, mal mit dem Gynäkologen zu sprechen (sehr zeitnah!). Das ist wichtig, um zu erkennen, ob das Ganze noch im Rahmen ist (Heultage), oder bereits Handlungsbedarf besteht. Bei manchen Frauen reichen dann tatsächlich Globuli aus, um die Depri zu lindern und allmählich abflauen zu lassen, so war es bei einer Freundin von mir. Manchmal aber ist es auch nötig, einige Wochen lang ein leichtes Antidepressivum zu nehmen. Es ist wichtig, dass du das rechtzeitig klärst und handelst, damit das Ganze mild bleibt und rasch vergeht. Je länger man wartet, desto schwieriger wird es, da wieder rauszukommen. Eine andere Freundin von mir ist mit einer spät erkannten Wochenbett-Depression für einige Wochen in der Klinik gelandet und brauchte anschließend lange Medikamente. Das belastet die ganze Familie sehr, auch das neue Baby. Sprich deine(n) Gyn an und erzähle ehrlich und ungeschönt von deinen Gefühlen und Weinattacken, das ist jetzt ganz wichtig. Sie oder er kennt das, weil es häufig ist, und kann das Ausmaß gut einschätzen. LG und alles Liebe!