Elternforum Frauengesundheit

Stress, Schlafmangel& ständig krank

Stress, Schlafmangel& ständig krank

Marienkäfer_28

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Hallo, ich möchte mich mal erkundigen ob es anderen vllt auch so geht und was ihr dagegen unternehmt. Ich bin 40 Jahre alt und hab drei Kinder (11, fast 7, 3Jahre). Seit dem 3. Kind klappt nichts mehr, ich komme nicht mehr klar, mit nichts. Ja, ich gebe zu, große Hilfe von meinem Mann in Sachen Haushalt bekomme ich nicht. Dazu gehe ich arbeiten, aber nur 19 h/Woche, was mir aber auch schon zuviel ist. Ich hab ständig zu niedrigen HB wert durch extreme Blutungen jeden Monat, aber außer Mal Eisentabletten vom HA, was will man tun? Es gibt Tage, da kriege ich wirklich nichts mehr gebacken, wenn die Kinder zu Hause sind, liege ich mit ihnen auf der Couch und das war's. Ich kann nicht mehr gut schlafen und hab logischerweise dadurch Schlafmangel. Ständig bin ich erkältet, und teils auch sehr heftig, was natürlich meinen Arbeitgeber sauer macht - aber was soll ich tun, ich mach es ja nicht absichtlich.  Ich kann irgendwie auch keine Freude mehr empfinden - Sachen die mir früher großen Spaß gemacht haben, da hab ich keine Lust mehr drauf. Manchmal sitze ich ne Stunde am Tisch und kann mich nicht aufraffen, auch nur aufzustehen.  Zu hören bekomme ich meist so Sachen wie 'stell dich nicht so an' etc.  Ich weiß, es gibt tausende alleinerziehende die es auch irgendwie wuppen, aber auf mich trifft es eben leider nicht zu. Geht es irgendwie jemanden u.U. genauso? Was habt ihr dagegen getan? 


Jorinde17

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Antwort auf Beitrag von Marienkäfer_28

Hallo, das klingt hart, und ich kann deine Erschöpfung und Überlastung sehr gut verstehen. Eine halbe Stelle bei drei Kindern kann tatsächlich einfach zu viel sein. Es gibt viele Frauen, die mit drei Kindern erstmal jahrelang gar nicht arbeiten gehen, weil sie daheim mehr als genug Arbeit haben. Drei Kinder sind ein Vollzeitjob, 24/7, ohne Urlaub, Feierabend und Wochenende. Und wenn man dann noch eine halbe Arbeitsstelle zusätzlich hat, ist das eigentlich für jeden zuviel, nicht nur für dich. Für mich klingt es schon nach einer ernsten Warnung, dass du manchmal einfach nur dasitzt und nicht weitermachen kannst im Alltag. Weißt du, man nimmt das Ganze ja nie ernst, bis es passiert, aber dir droht eine Erschöpfungs-Depression (= Burnout). Und wenn du die einmal hast, landest du unter Umständen in der Klinik, weil nämlich gar nichts mehr geht. Und dann müssen dein Mann und die Kinder auch irgendwie zurechtkommen. So lange würde ich nicht warten. Ich würde jetzt knallhart und straight die Notbremse ziehen. Ich würde die Stundenzahl im Job reduzieren und einen neuen Vertrag aufsetzen, mindestens, bis dein jüngstes Kind in der Grundschule ist, eher länger. Sag nicht, das geht nicht. Es geht in Wirklichkeit immer. Ich würde lieber auf Geld verzichten, als auf meine körperliche und seelische Gesundheit. Wenn es von Arbeitgeberseite her gar nicht geht, würde ich mich ein Jahr beurlauben lassen oder sogar kündigen. Alles darf jetzt frech angedacht werden, ich hätte da erstmal gar keine Denk-Tabus, damit man die Optionen wirklich sehen kann. Als erste Hilfe würde ich mir eine Putzfrau nehmen, die putzt nicht nur, sie bügelt auch, faltet Wäsche usw. Dann ist schonmal der Großteil des Haushalt tiptop, und du musst dich darum nicht kümmern. Es geht gar nicht, dass eine dreifache Mutter arbeiten geht und zuhause nicht mal was davon hat außer Stress. Dann nutze das verdiente Geld wenigstens für deine Entlastung. Setze dich hier auch bei deinem Partner durch. Er muss dich nicht verstehen oder das Ganze gutheißen. Es geht um DICH, und dass du für deine Bedürfnisse geradestehst, egal ob du dafür Applaus bekommst oder nicht. Und es geht auch um deine Kinder. Eine chronisch überlastete, bereits leicht depressive Mama, die kaum noch Freude empfindet, kann keine gute Mutter mehr sein. (Von einer gutgelaunten Ehefrau ganz zu schweigen.). Von selbst geht nichts – es gibt niemanden, der es dir abnehmen wird, gut auf dich zu achten und besser für deine Entlastung einzutreten. Du musst das selbst tun, auch wenn das eine große Umstellung und unangenehme Verhandlungen (Chef, Ehemann) erfordert. Setz dich durch. Auch, was andere Hilfe angeht. Keiner wird an der Tür klingeln und bei dir putzen wollen, außer du bestellst ihn. Zieh die Reißleine, Mädel, ja? 😘