Mitglied inaktiv
Hallo! Mein Sohn( 13 Monate alt) macht mir zu schaffen diese Tage: Er heult bei jeder Kleinigkeit oder fängt an zu schreien, wenn er was nicht bekommt oder ich nicht nach seiner Pfeife tanze. Ich habe versucht nicht nachzugeben, aber manchmal nervt er mich oder tut mir einfach leid. Dann gebe ich ihn die Sache zurück. Ich weiss das er jetzt alles entdeckt, und er sehr neugierig ist, kinder sind ja nunmal so. Aber lange kann ich es nicht mehr aushalten. Ich habe keinelei Erfahrungen mit Kindern und er ist mein Erster. Also ich bin für jede Info und für jeden Rat sehr dankbar!
Wenn zwei Erwachsene diese Worte zu einander sagen, dann endet das meist mit einem Stempel im Familienbuch und hoffentlich nicht mit einer Scheidung. Bei Erwachsenen geht man davon aus, dass ihre Äußerung "Ja, ich will.." vorher in irgendeiner Weise mit Hirnleistungen zu tun hatte. Also, wurden Pro- und Kontraargumente abgewogen, es wurde evtl. mit sich gerungen, die Umgebung gefragt, die beste Freundin, der beste Freund konsultiert etc. Jedenfalls setzte die Willenbekundung in irgendeiner Art und Weise eine bewusste Auseinandersetzung, basierend auf Erfahrungen, voraus. Nun kommen wir zum Kind. Es sagt "Ich will", denn eines "ja" bedarf es gar nicht. Es erkennt, was es zu seinem Glück bedarf und "ich will". Es erkennt darüber hinaus, dass die Sache auch erhältlich sein kann bzw. ist. Diese Erkenntnis führt dazu, dass bestimmte Mechanismen in Gang gesetzt werden, die dazu führen sollen, dass dem "ich will" auch ein "ich habe" folgt. Was kannst Du als Eltern machen? Wenig, um ihn vollkommen von seinem Willen abzuschneiden. Zunächst einmal ändere deine innere Einstellung zum "ich will". Es ist "erlaubt" sich als Eltern über den neu entdeckten Willen insofern zu ärgern, als dass die eigenen Pläne damit völlig ins Hintertreffen gelangen. Es ist erlaubt, frustriert zu sein und sich zu fragen "was habe ich falsch gemacht". Es ist erlaubt, auf die Reaktion des Kindes auch unwirsch zu reagieren, wie z.B. "hey, brüll mich nicht an, das mag ich nicht". Was aber definitiv nutzlos ist, ist den Willen zu verneinen. Der Wille ist etwas Tolles. Er zeigt Dir das erste Mal, dass dein Kind denken kann. Im Kopf deines Kindes ist ein Schalter umgelegt worden, der seine inneren Bedüfnisse nach außen transportiert. Respektiere den Willen als solchen, ohne sein Sklave zu sein. Ein "nein" deinerseits wird wohl immer seine Gründe haben. Entweder eine Gefahr, mangelnde Zeit etc. und nicht nur aus Prinzip ausgesprochen werden. Du hast genau so Recht auf deinen Willen wie dein Sohn auf den seinen :) 1. Wäge ab: ist dein "nein" wichtig, dann bleibe dabei. ABER: lebe mit der Wut deines Sohnes! Es gibt kein Recht der Eltern auf ein lachendes Kind, nachdem man ihm etwas verboten hat. 2. Reflektiere die Wut: "Hey, Mensch, es tut mir total leid, dass ich Dich wütend gemacht habe, aber es geht nicht anders, weil.... 3. Auch Du hast das Recht schwach zu sein und mal zu verzweifeln. Kindern kannst Du nicht mit Argumenten kommen. Es gibt für sie nur ihre Bedürfnisse und das bitte jetzt! 4. Ändere deine Einstellung zu seinem Willen. Je mehr Du siehst, dass er sich nun weiterentwickelt, umso einfacher die Auseinandersetzung mit dem Thema. Und 5. Suche auch einmal Abstand zu deinem Sohn, nimm Dir eine Auszeit, indem einmal Papa sich mit Sohnemann beschäftigen darf in brenzligen Situationen allemal. Ach ja und ommmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmm, wir sitzen im gleichen Bott..... ;) LG, AyLe
LG, AyLe
in diesem alter muss man noch keinen machtkampf entstehen lassen (wie eigentlich in keinem alter). hier geht es nicht um "nach einer pfeife tanzen" oder "nachgeben" - da hast du was missverstanden. übrigens das größte missverständnis zwischen eltern und kindern und verantwortlich für die probleme, die eltern oft mit ihren kleinkindern haben. insofern befindest du dich in guter gesellschaft. nein, hier geht es um ein kleinkind, das seine bedürfnisse noch nicht anders ausdrücken kann als zu schreien oder zu heulen. zurückstecken kann es auch nicht, es will alles jetzt und gleich. dass das nicht geht, ist ein dilemma. aber du als seine mama kannst ihm helfen, das auszuhalten. du kannst ihm 1. so weit es im rahmen der möglichkeiten ist, seinen wunsch erfüllen, vielleicht in abgewandelter form (beispiel: kind will mit essen werfen, du willst das nicht, du bietest aber eine alternative, die er stattdessen werfen kann), 2. eine kindgerechte umgebung schaffen, die möglichst wenig gefahren und verbotenes birgt (wegstellen, hochstellen, sichern lautet die devise - ist nur für kurze zeit, schon in 1 oder 2 jahren interessiert das nicht mehr die bohne), 3. dinge, die einfach nicht gehen, unterbinden und seinen frust gemeinsam mit ihm zugewandt und liebevoll aushalten, ihn nicht schimpfen, nicht bestrafen, sondern ihm vermitteln: ich weiß, dass du das jetzt blöd findest, aber es geht nicht anders. wir sind so gut durch die zeit gekommen und hatten eigentlich sehr wenige probleme. mein großer ist jetzt 4 und toller junge. also, es geht auch ohne streit, verbote, tränen und strafen.
Ich danke alle für die tollen tips! bis bald dann denn ich weiss so vieles nicht!!
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