Mitglied inaktiv
Hallo liebe MitstreiterInnen! Ich habe einen Sohn, der in 5 Tagen ein Jahr alt wird. Er war schon immer wahnsinnig temperamentvoll und hat sozusagen "Hummeln im Arsch" und außerdem anscheinend ein sehr ausgeprägtes Ego :-) Seit einigen Tagen bekommt er nun immer häufiger wahnsinnige Trotzanfälle. Zum Beispiel braucht er während des Essens immer irgendwas zum Spielen in der Hand. Wenn dieses Spielzeug nach wenigen Minuten uninteressant geworden ist, muss schnellstens das nächste Spielzeug her. Und wehe wenn nicht! Dann wirft er alles um sich und wenn man ihn auf den Boden setzt, dann schlägt er mit dem Kopf auf den Boden und steigert sich so hinein... Wahnsinn! Ich denk mal, dass das mehrere Mamas und Papas kennen... Momentan versuche ich, dann zwar bei ihm zu bleiben, aber ihn erst mal ausspinnen zu lassen. Dauert zwar eine Weile, aber irgendwann beruhigt er sich dann wieder. Allerdings heißt es ja, wenn das Kind sich beruhigt hat, soll man es hochnehmen und trösten und sich mit ihm beschäftigen. Mein Kleiner legt allerdings dann immer wieder von neuem los, sobald ich ihn auf den Arm nehme... Hat da jemand von euch einen Tip? Oder auch einen Buchtip? Die meisten Bücher und Erziehungsratgeber in denen es ums Trotzalter geht sind ja leider noch nicht so sehr für Kinder mit 1 Jahr gedacht :-( Wäre sehr dankbar für Tips! Viele liebe Grüße, Alexandia
Ob das jetzt ein Trotzanfall ist oder nicht, kann ich nicht beurteilen, aber ich denke, daß dein Kind irgendetwas von dir will, was du nicht verstehst, und das geht ihm gegen den Strich. Anders als mit Gebrüll kann er sich noch nicht äußern. Ich habe jezt nicht recht verstanden, warum dein Sohn beim Essen spielen will/muß. Normalerweise fängt ein Kind ja spätestens in dem Alter an, allein zu essen (jedenfalls kenne ich das von meinen so), und dann ist er doch beschäftigt, und nicht zu knapp! Wenn er keinen Hunger hat, setzt ihn runter, und laß ihn unten spielen, aber am Tisch hat - zumindest bei uns -Spielzeug nichts zu suchen. Meine Tochter ist schon fast 2, aber sie schmeißt sich auch manchmal hin, wenn sie ihren Willen nicht bekommt. Ich lasse sie dann erstmal kurz herumtoben und nehme sie dann auf den Arm. Wenn sie das - so wie dein Sohn - nicht annehmen will, versuche ich sie abzulenken, also etwas ganz Spannendes zu entdecken, und spätestens dann geht es meistens. Wenn alles nichts hilft, dann tut es auch der Schnuller. Der besänftigt eigentlich immer. Ich würde dir raten, mehr mit deinem Sohn zu sprechen. Frag ihn, ob er allein essen oder gefüttert werden möchte, biete ihm den roten oder den blauen Löffel zur Auswahl an usw. Je mehr er sich ernstgenommen fühlt, umso eher wird er es auch mal akzeptieren, wenn es nicht nach seinem Willen gehen kann. Sicherlich wird das noch etwas dauern, aber sprich trotzdem immer mit deinem Kind und erklär ihm Dinge. Die kleinen Monster verstehen viel mehr, als man denkt.
Hallo, das war bei meinem Sohn in dem Alter exakt dasselbe. Ich fand's aber egal, dass er immer ein Spielzeug beim Essen haben wollte, Hauptsache, er war zufrieden und wir konnten in Ruhe essen. :-) Kinder in diesem Alter können einfach noch nicht lange mit am Tisch sitzen, ohne zappelig zu werden, da darf ein bissel Beschäftigung ruhig sein. Dass Du ihn nach Trotzanfällen hinterher hochnimmst, finde ich ehrlich gesagt unnötig. Ich hätte eher Sorge, dass diese zusätzliche Aufmerksamkeit das unerwünschte Verhalten verstärkt, weil "belohnt". Bei meinen Kindern habe ich immer die Erfahrung gemacht, dass es am besten ist, unangenehmem Verhalten so wenig Aufmerksamkeit wie möglich zu geben. Und positives Verhalten (wenn sie also mal still sitzen etc.) ausführlich zu loben. Trotzanfälle dagegen darf man gelassen verstreichen lassen und danach zur Tagesordnung übergehen. Kinderpsychologen betonen zum Thema "Trotz", dass es darum gehe zu verstehen, dass ein Kind sich ab etwa einem Jahr verstärkt von den Eltern ablösen MUSS, und dass es seinen eigenen Willen und sein eigenes Ich entdecken muss. Das Wort Trotz impliziert eine negative Absicht des Kindes. In Wirklichkeit kann ein Kind nicht anders, als sich so zu verhalten, dies ist genetisch festgelegt und gehört zur gesunden Persönlichkeitsentwicklung dazu. Gut fand ich daher immer das Buch "Wenn die Kinder klein sind, gib ihnen Wurzeln - wenn sie groß sind, gib ihnen Flügel" von Ursula Neumann. Sie ist seit Jahrzehnten Erziehungsberaterin und Kinderpsychiaterin. Besonders wichtig finde ich, dass sie einen völlig vorurteilsfeien Blick auf Kinder hat. Sie mag es nicht, dass wir Kindern ständig unsere Erwachsenen-Stempel aufdrücken ("Mein Kind ist trotzig, hat ein starkes Ego, will mich provozieren, schikanieren" etc.). Statt einfach zu schauen, WARUM ein Kind sich denn eigentlich gerade jetzt so verhalten muss, wie es das tut. Man sieht sein Kind danach wirklich mit anderen Augen und versteht sein Verhalten viel besser - und das gibt auch ein bissel Gelassenheit im Alltag. Grüßle, Astrid
das ist erst der erste wille. trotz entsteht mit der wahrnehmung des selbst mit ca 1,5-2 jahren. in dem alter deines kindes haben sie einen drang gewisse dinge auszuführen etc. und wenn das nicht klappt,können sie nicht damit umgehen,haben (nohc) keine alternativen. ich finde es sehr wichtig,ein kind nach einem solchen "gefühlsausbruch" zu trösten,wenn es dies denn annimmt. so kleine kinder können mit ihren gefühlen noch nicht umgehen bzw sie nicht steuern.das ist für sie viel schlimmer als für uns. und so müssen sie das gefühl haben,dass sie auch angenommen werden mit "negativen" gefühlen,dass sie auch diese rauslassen dürfen und mama hinterher da ist,um zu trösten. schau auch mal hier,viell. hilfreich für dich... Trotz von Dipl.-Päd. Ines Gärtner Was ist Trotz? Der Begriff Trotz impliziert, dass das Kind bewusst etwas gegen den Willen eines anderen tut, was aber nicht der Fall ist. Trotzdem ist Trotz der gängige Begriff, weshalb ich ihn weiter verwende. Trotz ist eine Entwicklungsphase, die alle Kinder durchlaufen. Er lässt sich nicht vermeiden und ist, falls er ganz ausbleiben sollte, eher ein Zeichen der behinderten Ich-Bildung. Trotz erfolgt im Zuge der Loslösung und Abgrenzung von der Mutter und der Ich-Bildung. Orientiert sich ein Säugling und Kleinstkind noch an der Mutter und hält sie weitgehend für einen Teil seiner eigenen Person, so begreift ein Kleinkind ab dem ca. 18. Lebensmonat zunehmend, dass es eine eigenständige Person ist, die ihre Handlungen selbst verursacht. Diese Ich-Identität ist durch den Spiegeltest nachweisbar. Ein Kind, dass vorher die doppelte Erscheinung der Mutter und des fremden Kindes im Spiegel zur Kenntnis nahm und anlächelte, stellt jetzt erstaunt fest, dass es das selbst ist und versucht beispielsweise einen Fleck auf der eigenen Stirn, den es im Spiegel entdeckte, zu entfernen. Trotz ist keine Opposition oder gar Widerspenstigkeit gegen die Eltern, sondern bedeutet, dass ein Kind sich selbst, der eigenen Handlungen und der eigenen Entscheidungsmacht bewusst wird. Trotz ist der Weg zu Eigenständigkeit und Autonomie, begleitet von Ungeduld, Spannungszuständen und Disharmonie, was sich in Wut und Trotzanfällen äußert. Wann tritt Trotz auf? Trotz und die damit verbundenen Äußerungen der Wut lassen sich nicht grundsätzlich vermeiden, höchstens in wenigen Fällen umgehen. Meist sind die Anlässe austauschbar. Die Äußerungen der Wut, sowohl was die Dauer als auch die Vehemenz und Lautstärke betrifft, haben etwas mit dem Temperament des Kindes zu tun und nicht mit den (fehlenden) pädagogischen Fähigkeiten der Eltern. Kinder in diesem Alter sind unflexibel, haben einen inneren Plan, von dem sie nicht oder nur schlecht abweichen können. Wird ein Kind in seinem Tun unterbrochen, weil die Eltern etwas anderes möchten oder halten die eigenen Fähigkeiten (noch) nicht mit dem Willen mit, kommt es zu Frust und Wut. Enttäuschte Erwartungen, gebrochene Versprechungen und mangelnde Geduld und Ausdauer sind weitere Auslöser. Dazu kommt, dass innere Faktoren wie Müdigkeit, Hunger, Krankheit, neue Umgebung und Stress etc. Trotzäußerungen begünstigen. Ein Kind mit einem bereits stark ausgeprägten Selbstbewusstsein wird wahrscheinlich nicht mit soviel Aggressivität und Wut (Schlagen, Beißen, Wegstoßen der Eltern) reagieren wie ein Kind, bei dem das Selbstbewusstsein noch nicht so stark ausgebildet ist. Wie verhalte ich mich, wenn mein Kind trotzt? Oberste Regel ist, das Kind so viel selbst tun zu lassen wie möglich. Jede Einschränkung und Grenzsetzung erlebt das Kind in erster Linie als Kränkung. Es kann noch nicht unterscheiden, welche Regeln sinnvoll und zum eigenen Schutz sind, sondern empfindet nur die Einschränkung und braucht deshalb wenige, sinnvolle Regeln. Starke, autoritäre Einschränkungen statt liebevollem Unterstützen und Korrigieren sind schädlich für die Selbstentwicklung des Kindes. Kinder wollen ernst genommen und respektiert werden und mitentscheiden dürfen. Eltern sind in dieser Phase vor allem Begleiter und Lenker des Verhaltens. Sie werden manchmal überrascht werden von den starken Gefühlsäußerungen, manchmal auch enttäuscht oder sogar selbst wütend sein, sollten sich aber immer wieder vor Augen führen, dass dieses Verhalten nichts mit Auflehnung und/oder Ablehnung der Eltern zu tun hat, sondern ein normaler und enorm wichtiger Entwicklungsschritt im Leben eines Kindes ist. Es braucht Geduld, sehr viel Verständnis und oftmals ein Umdenken, wenn ein Kind diesen neuen, bisher unbekannten Weg einschlägt. Plötzlich stößt es die Eltern weg, lässt sich nicht beruhigen oder schmeißt sich gar auf den Fußboden. Trotz dieser offensichtlichen Ablehnung bedeutet das Verhalten nicht, dass die Kinder ihre Eltern nicht mögen, sondern nur, dass sie in diesem Moment von ihren Gefühlen überrannt werden und diese nicht mehr steuern können. Normalerweise wird ein Kind mit einer guten Eltern-Kind-Bindung immer irgendwann den Trost, die Nähe und Umarmung der Eltern suchen. Eltern sollten immer in der Nähe des Kindes bleiben, auch wenn es sich nicht anfassen oder beruhigen lässt. Wichtig ist das Wissen, dass die Eltern auch in dieser Situation da sind. Kinder brauchen vor allem die Rückmeldung, dass auch diese Äußerungen von vermeintlich negativen Gefühlen auf Verständnis stoßen und erlaubt sind. Gefühle sollten durch die Eltern benannt werden. Ignorieren und Strafen wie z.B. Auszeiten führen in der Regel nur dazu, dass ein Kind noch mehr kämpft, um sich zu behaupten. Kinder wollen Eltern, die ihnen liebevoll notwendige, nicht willkürliche Grenzen vermitteln, sie mit den Kindern zusammen entwickeln, erneuern oder auch weglassen. Mit zunehmend besserem Sprachgebrauch kann ein Kind seine Bedürfnisse besser artikulieren, das Denken wird differenzierter und die Reaktionen immer flexibler. Im Laufe dieser Entwicklung werden Trotzanfälle und aggressives Verhalten seltener. Kinder mit ca. 4, 5 Jahren werden in der Lage sein, grundsätzliche Grenzen anderer zu akzeptieren und nicht mehr egozentrisch alles um jeden Preis durchsetzen wollen. Mit viel Geduld und Verständnis werden sie sich zu autonomen, selbstbewussten Kindern entwickeln. Dipl.-Päd. Ines Gärtner für Rabeneltern.org, Mai 2006 lg pitti
schau auch mal bei dr. posth hier zum thema erster wille,viell. findest du einiges,was dir hilft :0) http://www.rund-ums-baby.de/entwicklung/stichwortsuche.htm?stichwort=erster+Wille lg pitti
hallo, habe mich hierher verklickt, aber ist ja ganz interessant hier *g* von unseren dreien waren zwei kinder so. der jüngste hat auch oft wutanfälle beim essen, braucht häufig spielzeug, aber nicht immer, und isst häufig nur drei löffel und schreit dann los. und schmeißt um sich, nur mit dem kopf haut er selten, dann immer nach hinten, nach hinten schmeißen. ich habe jetzt für mich beschlossen, dass er dann wohl keinen hunger hat, da er danach mehrere stunden hungerfrei bis zur nächsten mahlzeit durchsteht. ich beende bei seinen anfällen die mahlzeit eben. er ist auch sonst so, sehr dickköpfig. auch teilweise sehr schnell von begriff, teilweise sehr ritualisiert. in der krippe sind beide kinder von uns schnell ´berühmt´ geworden. an sich sehr liebe kinder, aber bereits mit unter einem jahr einen ungewöhnlichen dickkopf, der häufig in geheule auf dem boden mündet. sehr pedantisch, der erste heulkrampf kommt morgens direkt nach dem aufstehen am frühstückstisch, wo das brettchen nicht gerade genug liegt, nicht genug getränk oder zuviel im becher ist etc. ich habe mich eine zeit lang drüber aufgeregt. aber es bringt bei uns nichts. nun schiebe ich liebevoll alles so hin, wie der trotzkopf es will, wenn möglich. nur wenn ein anderes familienmitglied drunter leiden würde, müßte der trotzkopf verzichten. alles kann sich ihm nicht unterordnen. es scheint ein bedürfnis nach respekt sich gegenüber zu sein. und manchmal verzweifel ich noch zwischendurch, gerade weil einem einjährigen ja noch nicht so viel zugetraut wird. töfftöfftöff, wird schon shortie
definitiv mit ausrufezeichen! der andere hat zuerst ´auto´ gesagt. shortie
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