Elternforum Rund um die Erziehung

Trotz oder aufkommender Wille - Kind 14 Monate alt

Trotz oder aufkommender Wille - Kind 14 Monate alt

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Hallo! Möchte mich heute an Euch wegen meiner kleinen Tochter wenden (ja, es ist nicht immer nur der große - wenn das einige hier denken). Es ist so, sie wird nächste Woche 15 Monate alt. Sie läuft noch nicht allein, krabbelt viel, zeigt für alles Interesse und darf auch ja nix verpassen. Nun zur aktuellen Situation: Ich spiele mit dem Großen Lego und sie mag halt auch mitmischen. Klar, daß sie dabei auch was kaputt machen kann. Ich versuche sie dann abzulenken, gebe ihr eine eigene Kiste, wo sie räumen kann. Sie mag aber immer dahin, wo auch ihr Bruder ist. Ich versuche es ihm auch so zu erklären. Er versteht zwar viel, aber es ärgert ihn auch. Das eigentliche Problem ist, daß die Kleine immer wie verrückt losbrüllt, wenn man sie irgendwo wegholt oder ihr was aus der Hand nimmt. Auch "nein" mag sie nicht, sie überlegt ganz kurz, dann geht die Sirene los. Ich meide "nein" eher, sage dann stop oder jetzt machen wir das und versuche abzulenken. Gestern konnte sie sich kaum beruhigen, sie ließ sich einfach mit nix anderem ablenken. Ist das nun der eigene Wille, der aufkommt und sie dann enttäuscht ist oder schon die aufkommende Trotzphase? Ich kann sie doch auch nicht immer lassen wie sie will, oder? Ich trage sie viel, versuche auch bestimmte Dinge mit dem Großen zu machen wenn sie schläft. Aber wenn halt beide da sind, dann müssen wir halt alle zusammen spielen. Wie handhabt ihr das? Danke Claudia


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Hallo! Ich weiß ja, daß die Kleine das nicht mit Absicht macht. Sie will ja auch nur "größer" werden und sie ist wirklich ein richtig neugieriges Kind. Sie läßt sich auch sehr gerne ablenken, wenn sie mal Geräusch oder Musik hört. Es ist nur so, dieses extreme Schreien und sich da reinsteigern kenne ich vom Großen gar nicht. Es geht meist nicht anders, als daß ich mit ihr kurz raus gehe, bis sie sich wieder beruhigt hat. Oft denkt man dann, man kann ihr nix recht machen, sie mag dann nicht auf dem Arm bleiben und will wieder runter. Lasse ich sie dann runter, dann ist ihr das auch nicht recht und wieder geschrei. Sie bekommt aber auch grad Zähne, vllt. ist es deswegen? Soll ich einfach immer kurz raus mit ihr, wenn sie so schreit? Danke Claudia


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Also zum einen kenne ich das Problem, mit beiden gleichzeitig ist es schwierig in dem Alter. Aber gerade, wenn ihr z.B. Lego spielt, dann kannst Du ihr doch eine extra Dose geben, in die Du ihr ein paar von den Legos des großen reintust. So kann sie genau wie ihr das gleiche spielen, muss aber nichts vom großen kaputt machen und auch nicht woanders spielen. Ich würde versuchen, sie so weit wie möglich mitmachen zu lassen und früh beibringen, dass sie darf, wenn sie vorsichtig ist. Für die Kleinen ist es schon manchmal hart, wenn sie ständig erleben, was die Großen schon können und dürfen und sie selbst noch nicht. Die Frustausbrüche waren beim Großen sicherlich nicht so arg, weil es auch nicht so viel gab, was er nicht durfte oder konnte. Außerdem ist es auch immer eine Frage des Charakters wie man mit Frust umgeht und wie leicht man gefrustet ist. Wenn es hilft, wenn Du kurz mit ihr rausgehst und insbesondere wenn es dem Großen auch lieber ist, das Gebrüll nicht mit anhören zu müssen, dann finde ich das schon passend. LG, koesti


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Hallo! Danke für Deine Worte. Ja, ich mache es schon so, wie Du es vorgeschlagen hast, auch weil ihr liebstes Spielen grade "Kiste ausräumen, Kiste einräumen" ist. Sie ist aber sehr auf ihren großen Bruder fixiert. Auch wenn ich etwas mache, muß sie es auch machen (ist ja auch schön, daß sie "lernen" will). Es sind halt die "Ausflipper", da weiß ich nicht so recht mit umzugehen. Auch wenn man sie sonst mal zurechtweist (nicht mit Gewalt), dann wird erst lautstark protestiert. Wahrscheinlich ist das grad ein neues Gefühl, mit dem sie noch nicht umgehen kann. Danke Claudia


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keine Bezeichnung für "Trotz" gibt? Und das, obwohl italienische Kinder genauso rumkreischen wie deutsche oder englische ;-) Man geht dort einfach anders mit dem Phänomen der Willensbildung um. Das heißt nicht, dass den Kindern dort ständig ihr Willen gelassen wird. Aber wenn möglich, dann schon. Es kostet die Eltern ja eigentlich auch nicht soooo viel, kompromissbereit auf die Kinder zuzugehen. Und jetzt mal ganz allgemein, ohne mich auf deine Situation zu beziehen: Eines ist auf jeden Fall sicher: den aufkeimenden Willen des Kindes von Anfang an zu ersticken oder zu brechen, ist - auf Dauer gesehen - ein Garantieschein dafür, sich ein kadavergehorsames Kind zu erziehen, das im späteren Leben mit Sicherheit auf die eine oder andere Seite ausbrechen wird. Und zwar immer weg von den Eltern, die allzu bedacht darauf waren, die Kinder durch Willensunterbindung zu erziehen. Ich würd einfach die Einstellung dem Kind gegenüber dahingehend ändern, dass ich mir sage: wenn niemandem Schaden dadurch entsteht, dann kann eine fünf ruhig mal grade bleiben ;-) Im Übrigen: wenn die Kinder allzu neugierig alles befummeln und testen, dann wirkt in solchen Fällen vor allem: erst einmal umlenken (also Wegtragen vom interessanten Objekt) und wenn das nicht ausreicht, dann ablenken und mit etwas anderem beschäftigen. LG JAcky


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Hallo, mir gehts genauso wie dir mit meiner Kleinen (fast 17 Monate), siehe Beitrag: Wutanfälle - was tun und woher? Ich weiß auch oft nicht, wie ich damit umgehen soll. Kannst ja mal schreiben, wenn du Lust hast. Lieben Gruß Denise