Hallo ihr Lieben, ich muss mir das einfach mal von der Seele schreiben, weil mich meine Gefühle momentan so sehr beschäftigen. Mein Großer ist 2,5 Jahre alt und unsere Kleine ist jetzt 7 Wochen alt. Ich liebe unsere Tochter über alles, aber gleichzeitig vermisse ich meinen Großen so unglaublich sehr. Es fühlt sich teilweise wirklich wie Liebeskummer an.  Seit die Kleine da ist, fühlt es sich an, als würden wir irgendwie aneinander vorbeileben. Ich kann ihn nicht mehr ins Bett bringen, nicht mit ihm baden und auch vieles andere nicht mehr machen, was für uns vorher ganz selbstverständlich war. Ich bin einfach ständig mit dem Baby beschäftigt. Ich stille, und tagsüber schläft die Kleine eigentlich nur in der Trage. Wir wollen jetzt versuchen, dass sie auch bei meinem Mann in der Trage schlafen kann, damit ich wieder mehr Zeit für meinen Großen habe. Ich vermisse unsere Abendroutine, das Kuscheln beim Einschlafen und diese kleinen, selbstverständlichen Momente nur mit ihm. Ich habe das Gefühl, so viel von seiner kleinen Kindheit zu verpassen, und es tut mir unglaublich weh. Er ist doch selbst noch so klein und braucht mich genauso. Gleichzeitig überfordert mich der Alltag mit zwei Kindern total. Das erste Jahr mit meinem Sohn war wirklich hart. Mein Alltag bestand eigentlich nur daraus, Mama zu sein. Me-Time gab es praktisch nicht, und auch mein Mann und ich hatten kaum Zeit füreinander. Ich weiß also, wie intensiv diese Zeit sein kann. Trotzdem macht mir der Gedanke zu schaffen, dass es vermutlich auch im nächsten Jahr nicht viel anders sein wird. Manchmal frage ich mich, wie ich das alles schaffen soll, obwohl ich es doch eigentlich schon einmal geschafft habe. Ich wünsche mir so sehr, wieder mehr Zeit für mich, meinen Mann und vor allem auch für meinen Großen zu haben. Gleichzeitig weiß ich, dass diese Babyzeit irgendwann vorbei ist und wir als Familie unseren neuen Alltag finden werden. Aber gerade fühlt sich alles einfach unglaublich viel an. Dazu kommt das Thema Stillen. Ich spiele mit dem Gedanken abzustillen und auf die Flasche umzusteigen, damit mein Mann mehr übernehmen kann und ich nicht immer diejenige bin, die für alles zuständig ist. Vielleicht könnten wir uns dadurch besser aufteilen und ich hätte wieder mehr Möglichkeiten, Zeit mit meinem Großen zu verbringen oder einfach mal durchzuatmen. Aber gleichzeitig habe ich ein wahnsinnig schlechtes Gewissen. Meinen Sohn habe ich so lange gestillt, und jetzt fühlt es sich irgendwie falsch an, unserer Tochter diese Zeit nicht genauso zu geben. Obwohl ich eigentlich weiß, dass ich nicht weniger für sie empfinde, nur weil ich vielleicht einen anderen Weg gehe. Ich habe das Gefühl, egal, was ich mache, irgendjemand kommt zu kurz. Mein Großer, weil ich ständig mit dem Baby beschäftigt bin. Die Kleine, weil ich vielleicht abstillen möchte. Mein Mann, weil wir kaum Zeit füreinander haben. Und ich selbst, weil ich versuche, allen gerecht zu werden. Und jetzt kommt ein Gedanke, für den ich mich wahnsinnig schlecht fühle: Manchmal bereue ich es, ein zweites Kind bekommen zu haben. Nicht, weil ich unsere Kleine nicht liebe – ich liebe sie wirklich über alles. Sondern weil ich unser altes Leben, unsere Routine und vor allem die Zeit mit meinem Großen so sehr vermisse. Ich wünsche mir manchmal einfach, dass alles wieder so sein könnte wie vorher. Dass ich mich zu ihm legen, mit ihm kuscheln und ihn ins Bett bringen kann, ohne ständig im Hinterkopf zu haben, dass das Baby mich gleich wieder braucht. Ich schäme mich für diese Gedanken, weil ich weiß, wie sehr ich mir ein zweites Kind gewünscht habe. Aber ich glaube, ich habe unterschätzt, wie sehr sich die Beziehung zum ersten Kind durch ein zweites verändert. Natürlich wusste ich, dass es anstrengend werden würde. Aber dass ich meinen Sohn so sehr vermissen würde, obwohl er direkt neben mir ist, damit habe ich nicht gerechnet. Vielleicht ist es die Umstellung, die Erschöpfung und die Tatsache, dass ich gerade versuche, zwei kleinen Menschen gerecht zu werden, während ich selbst kaum Zeit habe, meine Gefühle zu sortieren. Deshalb würde ich gerne wissen, ob es anderen Mamas ähnlich geht. Wird es irgendwann besser?