Hallo zusammen, ich bin neu hier und habe mich heute aus Verzweiflung hier angemeldet. Ich brauche mal euren Rat. ❤️ Ich bin seit ca. 10 Wochen Mama eines wundervollen kleinen Sohnes. Schon vor der Schwangerschaft und Geburt hatte ich in meinem Leben oft Probleme damit, mir Dinge sehr zu Herzen zu nehmen. Manche Aussagen beschäftigen mich dann noch lange und triggern mich teilweise auch sehr. Jetzt, mit einem Kind, kommen natürlich auch wieder von allen Seiten Ratschläge, Kommentare und tolle Erziehungstipps. 🙃 In den letzten Tagen sind ein paar Dinge vorgefallen, die mich einfach nicht mehr loslassen... Aktuell fällt es meinem kleinen Schatz tagsüber und in den frühen Morgenstunden schwer, in den Schlaf zu finden. Nachts klappt es meistens ganz gut. Da schläft er in seinem eigenen Beistellbett oft 4-6 Stunden am Stück. Nach dem Stillen lege ich ihn schlafend hinein. Das klappt nicht immer, aber meistens. Manchmal brauche ich auch zwei bis drei Versuche. Tagsüber ist es allerdings so, dass er sofort wieder aufwacht, sobald ich ihn ablege. Er weint dann auch fürchterlich. Deshalb mache ich es mittlerweile so, dass ich ihn, wenn er beim Stillen einschläft – was meistens der Fall ist –, einfach auf mir weiterschlafen lasse, bis er von selbst wieder aufwacht. Das sind manchmal 30 Minuten, manchmal aber auch eine Stunde. Alternativ schläft er im Kinderwagen beim Spazierengehen oder in der Trage. Von meiner Mutter kam dazu schon öfter der Kommentar: „So, wie man die Kinder zieht, so hat man sie später halt auch.“ In den letzten Tagen hat sie mir außerdem mehrmals in ernsthaften Gesprächen gesagt, dass ich aufpassen und ihn nicht verwöhnen soll. Sonst hätte ich später nie wieder Zeit für mich, weil ich ihn dann auch nirgendwo anders zum Babysitten abgeben könnte, wenn er tagsüber (meistens) nur auf mir schläft... Dazu kamen anfangs noch ihre Kommentare zum Stillen. Wenn mein Kleiner sich nach einer Stunde schon wieder meldet und trinken möchte, kam öfters von ihr, dass er doch nicht schon wieder trinken könne und ich ihm nicht ständig die Brust geben könne. "Man muss nicht immer essen". Sorry, aber Muttermilch kann innerhalb von einer Stunde verdaut sein!? Gerade bei so kleinen Babys ist es doch völlig normal, dass sie häufig trinken möchten. Außerdem gibt es ja auch das Clusterfeeding. Ich stille nach Bedarf und möchte meinem Baby nicht das Gefühl geben, dass es nicht trinken darf, wenn es Hunger hat oder Nähe braucht. Trotzdem bleiben solche Kommentare bei mir hängen... Heute waren wir wieder bei meinen Eltern. Ich habe mich auf das Sofa gesetzt zum stillen und mein Kleiner hat danach direkt auf mir weitergeschlafen. Meine Mama meinte dann, ich solle ihn doch in sein Bettchen legen (welches er bei ihr hat).Ich habe ihr erklärt, dass das wenig Sinn macht, weil er sonst wahrscheinlich gleich wieder aufwacht und weint. Dann lasse ich ihn lieber auf mir weiterschlafen, damit er wenigstens seinen Schlaf bekommt. Wenn er gleich wieder aufwacht durch das ablegen und weit, findet er nur sehr sehr schwer und nur durch erneutes Stillen wieder in den Schlaf. Daraufhin kam wieder (Überraschung...) der Kommentar, dass das so nicht geht und ich ihn verwöhne würde. Als Krönung hat mir heute auch noch mein Vater erklärt, dass ich ihn einfach ablegen und schreien lassen soll. Wenn ich immer sofort kommen würde, sobald er schreit, und ihn wieder hochnehme, würde er es nie lernen, auch tagsüber alleine zu schlafen. Ich solle ihn einfach schreien lassen... Ich habe dann nachgefragt, wie genau er das meint. Seine Antwort war sinngemäß, dass er irgendwann schon aufhören und einschlafen würde. Er würde ja schließlich nicht zwei Stunden am Stück durchschreien. Ich war einfach nur fassungslos und habe angefangen zu weinen. Warum sollte ich mein Baby schreien lassen, damit es lernt, dass ich nicht immer komme, wenn es mich braucht? Das hat doch nichts mit Verwöhnen zu tun! Weinen ist aktuell seine einzige Möglichkeit, mit mir zu kommunizieren... Für mich gibt es da einen klaren Unterschied: Wenn der Kleine schläft, ich schnell unter die Dusche springe und er dann aufwacht und ein paar Minuten weinen/warten muss, bis ich bei ihm bin, tut mir das schon weh. Aber manchmal lässt es sich einfach nicht vermeiden. Ihn aber bewusst schreien zu lassen, obwohl ich da bin und ihn trösten/helfen könnte, nur damit er angeblich etwas lernt, ist für mich etwas völlig anderes. 2. Situation: Kinderwagen und Trage Wir hatten in letzter Zeit öfter das Problem, dass der Kleine im Kinderwagen völlig durchdrehte und sich irgendwann gar nicht mehr beruhigen ließ. Zum Glück haben wir immer die Trage dabei und können dann auf sie ausweichen. Darin ist sofort Ruhe und meistens schläft er dann auch ein.Wenn wir auf dem Markt oder in der Stadt unterwegs sind, nehme ich inzwischen direkt die Trage, weil es einfach praktischer ist. Auch dazu kam von meiner Mama wieder der Kommentar, dass ich ihn verwöhnen würde und er sich an die Trage gewöhnen würde. Irgendwann wolle er dann gar nicht mehr im Kinderwagen liegen und sie könne mit ihm dann auch nicht mehr im Kinderwagen spazieren gehen. Von den ganzen anderen Kommentaren, die ich in den vergangenen 10 Wochen schon bekommen habe, möchte ich gar nicht erst anfangen. Und das waren längst nicht nur Kommentare aus der Familie … Meine Eltern sind ansonsten eigentlich sehr liebevolle Eltern, unterstützen uns und machen viel für uns. Dafür bin ich auch wirklich dankbar. Aber solche Aussagen tun einfach unglaublich weh! Ich gebe jeden Tag mein Bestes, möchte auf die Bedürfnisse meines Babys eingehen und ihm Geborgenheit geben. Und ganz ehrlich: Was wäre denn die Alternative? Ihn weinen lassen, obwohl ich ihn trösten könnte? Ihn wach halten oder immer wieder aus dem Schlaf reißen, nur damit er lernt, alleine zu schlafen? Ihm die Brust verweigern, obwohl er trinken möchte? Mich machen solche Kommentare mittlerweile richtig fertig. Ich hinterfrage dann alles, obwohl ich eigentlich nur versuche, das Richtige für mein Kind zu tun. Deshalb meine Fragen an euch: Wird das irgendwann besser? Bekommt man mit der Zeit ein dickeres Fell? Wie lernt man, solche Kommentare nicht mehr so sehr an sich heranzulassen? Und vor allem: Was antwortet ihr in solchen Situationen? Ich bin noch ganz neu in diesem Mama-Game und manchmal verunsichern mich solche Aussagen einfach total. Ich würde mich freuen, wenn ihr eure Erfahrungen mit mir teilt. 💕