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Gedächtnisschwierigkeiten

Gedächtnisschwierigkeiten

Pipiletta

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Heute ist mir bei meiner Schwiegermutter aufgefallen, dass sie mit manchen Erinnerungen durcheinander kommt. Mehrere Erinnerungen packt sie zu einer Geschichte zusammen, obwohl da viele Jahre dazwischen sind. z.B. "Als wir Urlaub in Südfrankreich gemacht haben, da habt ihr ja auf unsere Katze so liebevoll aufgepasst..." Da war die Katze aber schon seit ca 5 Jahren verstorben. Und so ist es mit den meisten Erinnerungen, alle an sich stimmen, aber die zeitliche Zuordnung nicht, diese werden dann zusammengefügt. Irgendwie weiß ich nicht genau, ob es normal ist in dem Alter oder ob es Anzeichen für eine Erkrankung sein könnten.


Rahme284

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Antwort auf Beitrag von Pipiletta

Normalerweise zeigt es sich bei dementiellen Erkrankungen, dass zuerst das Kurzzeitgedächtnis betroffen ist, du berichtest hier vom Langzeitgedächtnis - denn die durcheinander gebrachten Erinnerungen liegen Jahre zurück. Fällt dir auf, dass sie im Alltag vergesslich ist? Zerstreut wirkt, geistig vielleicht abwesend oder unruhig? Melancholisch oder sogar gereizt? Das sind normalerweise ebenfalls Hinweise für dementielle Veränderungen. Wenn sich das Gemüt verändert, die Stimmung, das Verhalten. Wobei eine degenerative Erkrankung nicht gänzlich ausgeschlossen ist. Es kann aber auch einfach das Alter sein, dass sie da manche Erinnerungen nicht mehr so richtig hinbekommt. Ich kann auch sehr die Deutsche Alzheimer Gesellschaft empfehlen, die können euch da auch beraten. Habt ihr andere Gründe euch um sie zu Sorgen? Dann würde ich eventuell mit einem (kompetenten...) Hausarzt sprechen. Der kennt seine Pappenheimer normalerweise und sollte auch die Veränderungen im Alter auf dem Schirm haben. Gilt natürlich nicht für jeden Hausarzt.


Pipiletta

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Antwort auf Beitrag von Rahme284

Genau, das habe ich auch gelesen. Aber bis vor nicht zu langer Zeit konnte sie sich echt gut erinnern und sogar Geschichten aus ihrer Jugend erzählen. Das verunsichert mich etwas. Im Alltag sehen wir sie nicht und treffen uns mittlerweile nur alle 3-4 Wochen mal Sonntags. Sonst klappt es bei uns leider kaum. Noch bin ich nicht sicher, ob es ein Grund ist Alarm zu schlagen oder erstmal abwarten und beobachten wie es sich entwickelt. Sie selbst habe ich nicht darauf angesprochen. Mein Mann ist der Meinung, dass es in dem Alter normal ist.


LuiBee

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Antwort auf Beitrag von Pipiletta

Also meine Oma (85) wird auch langsam, wie sagt man so schön, tüddelig. Das fing schon vor Jahren an. Da hat sie mit meiner Schwester Waffeln gebacken und guckte sie ganz verdattert an und fragte, ob in den Teig denn auch Mehl rein müsste. Zur etwa selben Zeit war sie mit meiner Mama und Schwester im Urlaub und hat jeden Abend im Restaurant das gleiche Gericht gegessen, weil sie nicht mehr auf dem Schirm hatte, dass sie es tags zuvor schon hatte. Da waren wir dann auch alle etwas beruhigt. Aber was soll man machen, behandelbar wären mögliche Erkrankungen ja eh nicht. Bei solchen kleineren Zwischenfällen ist es seit dem aber geblieben. Sie lebt immer noch mit meinem Opa in ihren Haus und sie bekommt ihren Alltag gewuppt. Klar, sie kriegt es nicht mehr so sauber wie früher und muss teilweise 3x wieder rein laufen bevor sie zum Wochenmarkt kann, weil sie alles mögliche vergessen hat. Oder an Weihnachten erzählt sie innerhalb von 3 Stunden 25x, dass es in der Kirche ja ziemlich kalt war. Meistens sorgt das eher für Lacher als für ernsthafte Sorgen bei uns, eben weil es schon so lange stagniert. Vor 2 Jahren ist völlig unerwartet ihr Sohn und Zentrum ihres Lebens (sie hat jeden Tag für ihn gekocht, Wäsche gemacht usw) gestorben. Das hat sie komplett aus der Bahn geworfen und sie hat echt doll abgebaut, körperlich und geistig. Da haben wir uns wirklich Sorgen gemacht. Aber wieder erwarten "berappelt" sie sich in den letzten Monaten wieder total gut. Wird wieder aktiver, wirkt insgesamt wieder mehr beisammen. Ihre kleinen Aussetzer ausgenommen. Ach und Geschichten als "Remix" wiedergeben kann mein Opa (83) auch verdammt gut. Aber ansonsten ist er geistig noch komplett fit, trotz 5 Schlaganfällen. Ich bin natürlich kein Arzt aber das sind meine familiären Erfahrungen, vielleicht ja interessant für dich :)


Felica

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Den letzten Fall den wir mit solchen Symptomen in der Familie hatten, hatte Krebs, metastasiert ins Gehirn. Also ja, ich würde lieber einmal öfter schauen lassen als zu selten.


StolzeMama_2020

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Antwort auf Beitrag von Pipiletta

Hallo, sowas sollte man abklären lassen, auch wenn es noch harmlos scheint. Veränderungen des episodischen Langzeitgedächtnis können verschiedene Ursachen haben. Auch wenn viele direkt an Alzheimer’s oder Demenz denken, kann es auch durch beispielsweise Schlaganfälle, TIA (quasi die Vorstufe eines Schlaganfalls), Verletzungen, Hämatomen oder starker Alkoholmissbrauch/ Thiamin-Mangel kommen. Auch Vitamin B12 hat einen Einfluss auf die Gedächtnisleistung. Daneben noch starker (traumatischer) Stress, Depression oder eine angehende Parkinson Erkrankung. Es kann also vieles oder nichts sein und deshalb ist rechtzeitig Diagnostik wichtig. Es gibt verschiedene Tests zur Beurteilung der kognitiven Fähigkeiten. Am besten den Hausarzt fragen und in deinem Fall- versuchen liebevoll mit ihr ins Gespräch zu kommen, um sie ggf. zu ermutigen einen Arzt zu konsultieren. Alles Gute.