Elternforum Rund ums Baby

Das Gefühl alles falsch zu machen

Das Gefühl alles falsch zu machen

KuschelWundermama76

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Hallo in die Runde! Mein Sohn ist 2 und bisher war ich immer nur Leserin sämtlicher Beiträge, doch jetzt muss ich einmal etwas los werden.  Ich habe so stark das Gefühl, dass ich alles falsch mache. Mein Sohn ist so extrem anstrengend, er schlägt vor Wut ständig gegen den Boden, Türen usw. Er lässt sich absolut nicht beruhigen. 60% des Tages raunzt oder schreit er :( Ich versuche ihn so gut es geht ruhig zu beruhigen. klappt leider selten. Er hat als Baby auch schon viel geschrien.  Er schläft auch von Anfang an extrem schlecht. Durchgeschlafen hat er noch nie. Mind. 2 mal wacht er auf und braucht sein Flaschi. Ich bin schon so erledigt, daas ich mir nun immer öfter mit dem TV behelfe. Oft 1 stunde :(. Essen tut er auch sehr schlecht. Vom Fläschchen kommt er nicht weg usw usw.  Habt ihr vl Tipps, was ich machen könnte, dass die Wutanfälle weniger werden?! bzw wie er vom Fläschchen wegkommt? Papa gibt es ist aber beruflich leider viel weg. Wenn er da ist, nimmt er mir unseren Sohn aber zu 90% ab 🙏 Danke für eure Tipps im Voraus. 


Caot

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Ohje. Das klingt wie so ein Hamsterrad. Was sich auch noch verstärkt. Und aus der Not folgt eher noch Verstärkendes. Das was Du aufzählst; hast Du das schon mal mit dem Kinderarzt besprochen?  Warst Du schon mal in einer Erziehungsberatung?  Hast Du Dir schonmal Hilfe geholt? Um mal zu schauen was Ihr besser regeln könnt? Ich denke, dass sich bei Euch Gewohnheiten eingeschlichen haben, dessen Änderung Du, aufgrund deiner Erschöpfung, nicht mehr adäquat begleiten kannst.  Als Beispiel sei hier die nächtliche Flasche genannt. Das hängt mit dem durchschlafen zusammen und das wiederum mit deiner eigenen Erschöpfung. Auch ein Kleinkind was nicht ausreichend schläft, quengelt.  Ich würde da mal eine kompetente Person drüber schauen lassen. Manchmal sind schon kleine Veränderungen hilfreich, auf die man selber gar nicht kommt, da man den Wald vor lauter Bäumen nicht sieht. Ich würde also da ansetzen.


FräuleinMond

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Ich bin bei meiner Vorschreiberin. Und erwähne in diesem Zusammenhang auch Mal das "böse, böse" Jugendamt. Die sind nämlich, entgegen häufiger Meinung, nicht nur dazu da Kinder aus der Familie zu nehmen. Das soll möglichst gar nicht erst passieren. Deswegen bieten die frühe Hilfen an die einen im Alltag unterstützen und Mal schauen wo die Schwierigkeiten liegen und wie man die lösen kann. Ziel der Übung ist dann, dass nach Zeit X das Jugendamt sagt, super, war nett bei euch, wir sind wieder weg, ihr schafft das jetzt alleine.  So. Und ansonsten noch ein weiterer Tipp: schau dir Mal die Bücher von Nora Imlau an, da geht's viel um Gefühlsstarke Kinder.  Bei unserem Kind, was auch gerne Mal ein bisschen frei dreht sage ich Mal, hilft häufig raus gehen. Da ist mir das Chaos egal, er kann mit dem Roller Gas geben, Rennen, irgendwas schmeißen, völlig egal. Und über die Bewegung vergisst er häufig, dass er gerade eigentlich furchtbar sauer war. Ich würde im übrigen dann auch nicht explizit nicht auf einen Spielplatz gehen, sondern einfach Wald, Wiese, Feldweg. Auf dem Spielplatz besteht die "Gefahr", dass man weiterhin viel Rücksicht nehmen muss. Ist man auf freier Fläche unterwegs geht das meist besser. 


Chriss123

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Puh, das klingt anstrengend. Und als wäre irgendetwas schief gegangen, dass man aus der Ferne gar nicht beurteilen kann.  "Wilde Kinder", die ihre Eltern überfordern, entstehen meist, wenn Bedürfnisse nicht erfüllt sind. Und das kann alles mögliche sein: zu viele Einschränkungen oder zu wenige Regeln. Zu viel Aktion im Alltag oder Langeweile. Und noch viel mehr auf der Seite des Kindes. Bei dir kann es so ziemlich alles sein zwischen Überfoderung und Überperfektionismus. Oder ihr passt vom Charakter einfach nicht gut zusammen. Eine sehr ruhige, introvertierte Mutter, die gerne zu Hause bastelt und vorliest, passt eben tendenziell schlecht zu einem Wildfang, der 99% des Tages rennen muss. Aber eine Mutter, die sich zwingt 99% des Tages mitzurennen, ignoriert eben ihre Bedürfnisse, wird dadurch unzufrieden und das färbt wieder aufs Kind ab. Wirklich gute Ratschläge wirst du wohl nur von Leuten bekommen, die euch interagieren sehen. Was denkt dein Partner? Gibt es Großeltern, Nachbarn, Freunde, die du um Rat bitten kannst? Viele dieser Personen würden dir sicher nicht ungefragt in die Erziehung reden, aber bekommen ja trotzdem eingefahrene Mechanismen mit und sind vielleicht bereit dich da zu unterstützen. Geht ihr ansonsten zu Kinderkursen (Krabbelgruppe, Musikschule, Spieletreff,...) oder schon in eine Betreuung? Auch dort kann man sich gut austauschen und erlebt vorallem auch, dass es bei anderen auch mal holpert. Das gibt einem häufig eine ganz andere Perspektive auf die eigenen Probleme. Du kannst auch versuchen ein Verhaltenstagebuch zu führen, aber das macht dir wahrscheinlich nur noch mehr Stress.


KielSprotte

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Ich beziehe mich jetzt einfach mal auf deinen Nick: euer Sohn ist euer Kind und kein Wunder, welches angebetet werden muss. Und du hast dir vielleicht ein Kind erträumt, was den ganzen Tag vor sich hin lächelt und abgeknutscht werden möchte - und hast einen kleinen Wildfang bekommen, der den ganzen Tag Action möchte. Ganz allgemein: Kinder brauchen Struktur und Regeln - und Eltern, die diese ruhig und konsequent vermitteln und einhalten. Höre bitte bitte mit dem Fernseher auf - stattdessen lieber Abenteuerspielplatz. Und zwar jeden Tag und bei jedem Wetter. Die leichteste Baustelle dürfte  die Babyflasche sein: entsorgen (wirklich weg schmeissen, dann kommst du nicht in Versuchung einzuknicken) und den Protest aushalten - vielleicht an einem Freitag beginnen, dann ist das Schlimmste bis Montag ausgestanden. Nachts einen Becher Wasser anbieten und die ersten Nächte vielleicht auch ein Stück Banane oder Brot, aber wirklich nur die ersten Nächte.  Und ansonsten wirklich Hilfe holen - zuerst kann es auch der Kinderarzt oder deine Hebamme sein (wenn du noch Kontakt hast). Und die wirklich selbst klarmachen: du bist die Mutter, du gibst  die Regeln und Grenzen vor: Kinder brauchen ein Nest, aber ein Nest ohne Grenzen ist kein Nest.


KuschelWundermama76

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Antwort auf Beitrag von KielSprotte

Ich danke von Herzen für die Ratschläge. Ich antworte jetzt gleich mal auf alle Fragen in einem Post.  Nickname wurde mir vorgeschlagen. Würde mich nicht als Kuschelmama bezeichnen :) Aber ich bin defintitv eher die Mama, die lieber daheim Bastelt und spielt. Mein Partner geht, wenn er zuhause ist, ganz viel mot ihm Raus. Der ist übrigens schon so verzweifelt, dass er ständig weint :(  Ich/wir sind also wirklich verzweifelt. Ich habe mich schon an eine Stelle Gewand, und nächsten Montag gehen wir dort hin. Wir bekommen da sicher gute Tipps.  Wir wohnen halt leider mitten in einer gr. Stadt 300.000 EW. Da ist mit Wald etc leider nix. Aber Spielplätze gibt es zum Glück genug. Das Problem beim Rausgehen ist aber leider; dass er nicht im KiWA sitzen möchte. An der Hand gehn auch nicht und nicht an der Hand ist in einer Stadt zu gefährlich. Autos, Bis, Bim etc Heute ist auch wieder ein extrem schlimmer Tag. Er zankt und weint seit er aufgestanden ist (um 7) bereits etwas über 3,5 h (haben mitgeschrieben) 


KielSprotte

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Antwort auf Beitrag von KuschelWundermama76

Und genau da setze ich wieder an - er möchte nicht in Kiwa sitzen, also gehst du nicht mit ihm raus. DU bist die Mama, also setze dich in solchen Momenten durch - entweder Hand oder Buggy und zur Belohnung gibt's Spielplatz 😉


KuschelWundermama76

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Antwort auf Beitrag von KielSprotte

das stimmt! die Regeln mache ich.  Er schreit draußn halt echt extrem und alle starren mich an. ich fühle mich dann extrem unwohl und was noch dazukommt. er wirft sich dann auf den Boden und schlägt mit dem Kopf auf den Asphalt, sodass ich echt angst habe, dass er sich verletzt. Es fühlt sich, wie oben jemand erwähnt hat, an, als wär ich in einem hamsterrad gefangen.  Und ich weiß, dass ich zu oft nachgebe, aber ich kann nicht mehr.  Unterstützung haben wir schon so viel. meine Mama ist mind. 4 tage den ganzen tag bei uns und trotzdem


KielSprotte

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Antwort auf Beitrag von KuschelWundermama76

Also tanzen 3 Erwachsene nach seiner Pfeife - DAS ist für jedes Kind ungesund. Stelle deine Frage Morgen einmal im Expertenforum von Frau Henkes - nur durchziehen müsst IHR alleine.


KuschelWundermama76

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Antwort auf Beitrag von KielSprotte

Ja, das könnte man wirklich so sagen.  wir versuchen wirklich komsequent zu sein und waren es auch einige zeit, aber die kraft und energie geht langsam aus. aber hilft nichts. grenzen und regeln müssen sein. Danke euch


KielSprotte

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Antwort auf Beitrag von KuschelWundermama76

Was hat Sohnemann also bisher gelernt: ich mzss nur den längeren Atem haben, dann kriege ich meinen Willen.....nicht gut....!


Chriss123

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Fährt er Auto? Könnt ihr es schaffen, mit ihm regelmäßig in die freie Natur zu fahren? Auf dem Land gibt's nicht so viele Gaffer. Und es tut Kindern wirklich gut die Ruhe in der Natur regelmäßig zu erleben. Spielplätze machen zwar Spaß, aber sind einfach anders. Vorallem, weil die richtig schönen in den Städten ja gern mal überlaufen sind. Das lässt sich mit Stochern im Dreck, springen über Bäche, Kastaniensammeln und Herbstblättern schleudern einfach nicht vergleichen. Wir wohnen selbst mitten im Ruhrgebiet und die Wochen, in denen Wald und Feld bei uns wegfallen, sind echt anstrengender als die anderen. Wenn das Auto keine Option ist, schaut mal, wo die Endstationen vom ÖPNV liegen. Die meisten Städte haben ja einen Grüngürtel mit Natur. Dann schreit er eben 20 Minuten den Bus zusammen. Wir waren alle mal Kinder und haben alle mal einen schlechten Tag. Das gehört zum Leben und sich dafür zu schämen und ihm das Gefühl zu vermitteln, dass seine Art euch und alle in der Umgebung stört, hilft euch leider auch nicht weiter. Aus selbstgesammelten Naturmaterialien lässt sich übrigens auch großartig basteln und oft machen Kinder das auch lieber als mit gekauften Dingen. Geht auch schon während des Spielens draußen, wenn man es simpel genug hält.