Elternforum Rund ums Baby

Auf die Frage "Warum macht man einen Job, den man eigentlich nicht mag"...(s.u.)

Auf die Frage "Warum macht man einen Job, den man eigentlich nicht mag"...(s.u.)

Mitglied inaktiv

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… gibt es wahrscheinlich so viele Antworten wie es Leute gibt, denen es so geht. Bei mir war es schon von Anfang an die Wahl des falschen Lehrberufes mit 16, wo ich eh noch keine Ahnung vom Leben hatte und von dem was ich eigentlich will. Und von da an war es eine Aneinanderreihung von logischem Folgestudium, was natürlich eigentlich auch nicht meinen Begabungen und wahren Interessen entsprach, einer kränkelnden Industrie, wo es nach Studienabschluss keinen Job gab und der daraus resultierenden "Notlösung" Einzelhandel. Und irgendwann war der Zug einfach abgefahren. Aber egal, ich kann damit leben (es ist ja auch nicht so dass ich 12 h in einer Mine schufte) und sage mir zum Trost immer: "In der Berufswahl alles falsch gemacht, dafür im Privatleben alles richtig. Besser als andersrum!"


PcPeace

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Schöne Erklärung, so ähnlich ist es bei mir auch


juleba

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Schlussendlich ist das nicht schlimm, da man nicht lebt, um zu arbeiten, sondern arbeitet, um zu leben. Da muss der Job nicht zwangsweise die größte Leidenschaft sein. Dann reibt man sich auch nicht bis zum Burn-Out am Job auf.


Pamo

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Weil man seinen Lebensunterhalt verdienen will und kein Vermögen im Rücken hat. Nicht immer hat man eine Wahl, aber sehr oft kann man sich stückchenweise verbessern. Ich bin sehr zufrieden, war es aber nicht immer.


Fleurdelys

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Ich hab mal ein Buch durchgearbeitet, „How to Get a Job You Love“ (sehr empfehlenswert!) und am Ende bin ich dabei gelandet, dass mein jetziger Job eigentlich ganz gut zu mir passt Nur die Bezahlung ist halt leider nicht so das was man sich mit abgeschlossenem Studium vorstellt, aber da bin ich eben selbst schuld. Ich mag meinen Chef und mein Team, das ist mir am wichtigsten. Vielleicht mache ich irgendwann nochmal eine erfüllendere Arbeit, mit der ich anderen Menschen auf irgendeine Art helfen kann, denn das wäre etwas was mir noch wichtig wäre. Ansonsten ist es mir auch wichtiger, privat glücklich zu sein. Andersrum würde ich wahrscheinlich depressiv werden.


DK-Ursel

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Was heißt eigentlich: "Irgendwann war der Zug dann raus?" Ich kenne als vielleicht Extremfall unsere ehem. Pastotrin, die mit um die 50 nicht mehr putzen konnte und die Aussage der Jobvermittlungfsdame "naja, mit einem Hochshculabschluß wird das ja nichts mehr" als Anlaß nahm, ihr Abitur nachzuholen und Theologie zu studieren. Nein, sie hat nicht mehr Jahrzehnte in ihrem Beruf gearbeitet, aber sie war eine der besten Pastorinnen, die wir hatten: Empathisch, praktisch, gut - lebenserfahren und klug. Weniger "extrem" satteln hier sehr viele noch um die 40 um, und wenn man bdenkt, daß das Renteneinstiegsalter sich eher nach hinten und nicht nach vorne verschiebt, bleiben einem dochg auch noch etliche Jahre in einem neuen Beruf, den man sich in diesem Alter dann auch mit anderen Träumen, Wünschen und prakt. Voraussetzungen aussucht. Ich verkenne nicht, daß das schwerer ist als mit 16 die Ausbildung oder mit 18 das Studium anzufangen, man muß sich mehrbemühen, man muß auch - nicht nur finanziell - oft zurücjsteuern, aberselbst vor vielen jahren in meinem Studienganhg waren doch Umschüler- teils aus gesundheitlichen Gründen, teils aber auch, weil der Büchereigehilfin, wie sie damals noch hieß (inzwischen gab es dann ja den Ausbildungsberuf Bibliotheksassistentin) das nicht mehr reichte und sie das Studium zu Bibliothekarin draufsetzte. Oder meine Freundin hier, die nicht mehr nur Mithelferin im KIGA sein woltle, sondern mitbestimmen - und darum nach der Scheidung und mit über 40 das Studium zur Pädagogin machte. Ich habe Verständnis dafür,daß man es sich eben auch in einem unbgeliebten Job oder gar Beruf eingerichtet hat, aber Möglichkeiten gibt es heute doch noch mehr als vor vielen Jahren und möglich ist eben vieles, wenn auch Kraftanstrengung, die man aufbringen muß. Dafür muß man bereit sein. Aber der Zug ist doch erst abgefahren ,wenn man aufgibt - oder tot ist Wenn ich bedenke, daß man u.U. mehr Zeit mit Kollegen in seinem Beruf vberbringt als mit der Familie - und daß Schwidungen manchmal eher vollzogen werden als ein Berufswechsel, dann kann mich das wundern. Für mich unverstellbar, selbst täglich zu etwas aufzustehen,was ich hasse oder ähnliches meinen Kindern zu raten. Gruß Ursel, DK


Schmetterfink

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Meine Antwort ist "Weil mich in meinen 30ern niemand mehr umschulen wollte" Ich habe nach dem Abitur was studiert, das auch gerne und gut. Dann wollte ich promovieren, es gab keine Promotionsstelle, also war ich etwas über ein Jahr WHK und habe da v.a. Projektmanagement gemacht. Das liegt mir, ich kann sowas gut - es erfüllt mich nur nicht. Dann war ich ein Jahr "arbeitslos" - habe an meiner Diss gearbeitet, nebenbei im Buchhandel gejobbt, mein Mann war in der Zeit noch im Studium Nach dem Jahr hat sich zufällig ein Job aufgetan. Ich wollte den nicht, aber man wollte mich. Ich dachte, es sei besser als nichts und - wie gesagt - Projektmanagement liegt mir. Völlig überqualifiziert (bzw. fehlqualifiziert) und unterbezahlt. Dann bin ich in meinen studentischen Nebenjob zurück, weil nach der Probezeit im Hauptjob dort eine Kollegin längerfristig ausfiel. Und dann... bin ich hängen geblieben. Mein Mann war prekär beschäftigt (in einem winzigen Familienbetrieb, immer mit einem Fuß in der Kündigung, als einziges Nicht-Familienmitglied), ich in Vollzeit und unbefristet im ÖD. Als mein Mann endlich einen sicheren Job hatte, haben wir sein Bafög und die Studienkredite abgetragen. Als wir dann finanziell auf sicheren Füßen standen, habe ich versucht, mich beruflich in den Bereich umzuorientieren, in den ich schon nach der Schule hätte gehen sollen. Einziger Knackpunkt: die Ausbildung musste bezahlt sein. Auf mein Einkommen verzichten und noch Schulgeld irgendwo zahlen, war für uns keine Option (sonst hätte ich vermutlich Physiotherapeutin gelernt). Und dann... wollte mich niemand. Nichtmal zur Krankenschwester wollte man mich ausbilden, dabei werden die doch so händeringend gesucht. In die Altenpflege hätte ich gehen können, das war nun aber nicht gerade mein Traumbereich. Mein Nebenjob hätte mich ausgebildet, aber ohne Jobgarantie im Anschluss und die Gehälter im Buchhandel sind ja nun auch überschaubar (und macht mir der Job in Vollzeit wohl noch so viel Freude wie mit 10 Std/Wo?=. Also bleibe ich, wo ich bin. Mein Job (beide meine Jobs) bieten ein gutes Arbeitsklima, mein Hauptjob flache Hierarchien und eine sichere Bezahlung. Ich muss keine Sorge vor Kurzarbeit oder Insolvenz haben. Jetzt sitze ich seit 10 Jahren auf der gleichen Stelle, die eine absolute Einbahnstraße ist, und finde nichtmal intern etwas, was auch nur ansatzweise meine Erwartungen (vollzeit, unbefristet, besser bezahlt als jetzt) erfüllt. Ich bewundere jeden, der seine Zelte irgendwo abbrechen kann, um sich woanders ganz neu umzuorientieren. Ich kann das nicht. Ich brauche die Sicherheit einer festen Stelle, die jeden Monat pünktlich eine Summe X auszahlt, von der ich meine Kosten decken kann. Ich arbeite mit vielen Menschen zusammen, für die ihr Beruf auch ihre Berufung ist. Bei mir ist das eben nicht so, ich finde meine Berufung an anderen Orten. Dafür kann ich abends die Tür hinter mir zu machen und meine Arbeit im Büro lassen. Da ist mir meine work-life balance wichtiger, als meine Erfüllung im Beruf zu finden. Und ich sehe es wie du, ich schufte ja keine 12 Stunden am Tag in einer Mine oder schaufel Scheiße. Beides muss auch gemacht werden, aber "mein Job macht mir keine Freude" ist ja manchmal (wenn auch ganz bestimmt nicht immer) auch einfach klagen auf hohem Niveau.


mausebär2011

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Ich habe ursprünglich Erzieherin gelernt. Ich habe es geliebt mir den Kindern. Aber die Eltern habe ich gehasst. So sehr das ich den Beruf nach einem halben Jahr hingeschmissen habe. Ich trauere dem immernoch sehr hinterher. Aber ich musste schnell feststellen das ich damit nicht zurecht komme. Ich bin dann in einen völlig anderen Beruf gewechselt (der übrigens nichts mit Kindern zu tun hat für diejenigen die unten so schön gerätselt haben ). Diesen Beruf liebe ich auch sehr. Leider muss ich hier auch oft einiges aushalten. Aber da stört es mich nicht ganz so sehr, obwohl es schlimmer ist als damals mit den vielen Eltern. Aber ich denke für den Beruf den man aus ganzem Herzen liebt, nimmt man einfach viel in Kauf. Das ist ein bisschen wie beim Partner. Wenn er DER Mensch fürs Leben ist, akzeptierst du auch seine Macken. Und wenn es DER Beruf fürs Leben ist, akzeptiert man ebenso seine Macken.


Loretta1

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Wenn der Beruf immer schleichend schlechter und schlechter wird... immer mehr Arbeit, immer weniger Freizeit/Privatsphäre, immer weniger Kollegen, .... ... das war nicht immer so, aber wurde immer schlimmer und wird leider nicht besser... Ab einem bestimmten Alter ist es halt nicht mehr sooo einfach etwas komplett neues zu machen (wenn man weiß, dass der gelernte Beruf leider in allen Bereichen "kaputt" ist). Auch weiß man ja noch, was man einmal gelernt hat, wie man einmal arbeiten konnte... und wie man arbeiten könnte, wenn man die Chance dazu hätte ! Dann würde man ja weiter machen... Aber wenn das alles nicht mehr gegeben ist und null Verbesserung/Perspektive in Sicht ist..


Mitglied inaktiv

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Antwort auf Beitrag von Loretta1

Da hast Du Recht, ich denke so oft: Was könnte man alles machen wenn man die Gelegenheit dazu hätte. Wenn einfach mal genug Mitarbeiter da wären damit man mal die Freiheit hätte solche längst überfälligen Dinge zu erledigen. Aber man rennt nur den ganzen Tag wie ein Feuerwehrmann rum und löscht nur da wo es am schlimmsten brennt.... Das ist so schade und dann immer das Schöngerede in der Öffentlichkeitsarbeit. Wenn ich lese was potentiellen Mitarbeitern in offenen Stellenanzeigen so alles versprochen wird und wie weit das an der Realität vorbei geht weiß ich nicht ob ich lachen oder weinen soll....


kaempferin

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Bei mir war meine Mutter... hmmmmm... "schuld", dass ich erst den grottenfalschen Beruf erlernt habe, was ich nicht und nie lernen wollte. Aber meine Mutter hat mich dazu sehr "elegant" "gezwungen", wenn ich es mal so formulieren darf. Sprich; hat mir diese(n) Tätigkeit/Beruf in den schönsten und schillernsten Farben geschildert, wie schööön und wie nett das doch wäre... OK; habe ich mir gedacht, ich versuche es... War aber - wie bereits erwähnt - überhaupt nicht mein Ding - aber sowas von nicht. Und ich habe auch nicht und nie in diesem Beruf gearbeitet, sondern habe später umgesattelt auf das, was ich schon immer wollte - nämlich Büro. Ja, oftmals kommt man halt auch erst durch zig Umwege ans Ziel! Aber immer noch besser, als gar nicht und nie an sein Ziel zu kommen. Und ich will meiner Mutter auch gar nicht noch nachträglich deswegen ans Zeug flicken, denn sie hat es auf jeden Fall gut gemeint. Aber gut geMEINT ist halt auch nicht immer gut geMACHT, wie man so schön sagt. Aber trotz alledem mache ich ihr deswegen keine Vorwürfe - habe ich damals nicht gemacht und mache ich heute auch nicht, denn das hat sie wirklich nicht verdient! Und heute arbeite ich ja - soz. - in meinem Traumberuf. (Ob es wirkliche Traumberufe gibt, sei auch noch dahingestellt, denn arbeiten muss man ja bekanntlich überall - auch im Traumberuf. Aber da ist es ja auch kein Problem).


ilsevonderunkrautfarm

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Meinen Beruf finde ich gut, vielseitig, ich roste im Kopf nicht ein. Ich habe einige ganz tolle Kollegen, 2 sehr gute Freundschaften dort geknüpft, und wegen 2 alteingesessenen, die bald in Rente gehen, mach ich mich nicht mehr heiß. Mich muss nicht jeder mögen, auf einen mehr oder weniger kommts nicht mehr an . Ich verdiene dort sehr gutes Geld, grade wenn man es im Verhältnis setzt, zu anderen Stellen in unserer Region, tatsächlich überdurchschnittlich. Ich bin nach meiner Elternzeit aufgestiegen und da Konzernstruktur nach oben keine Grenzen gesetzt, was die stellen anbelangt.


LouLou202020

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Viele Gründe.... Eigentlich wollte ich Hebamme werden, ggf. Sogar Real (hatte mich bereits bei ner Abendschule angemeldet denn mit Hauptschulabschluss erreicht man nix) nachholen, Abi machen und vielleicht noch was anderes machen. Dann wurde ich rausgeworfen vom Vater und kam bei meiner Mutter und ihrem Ex 100 km von der Heimat weg unter. Musste arbeiten, jobbte über Leihfirmen. Ging freiwillig zu einer Maßnahme vom Arbeitsamt um zumindest mich bewerben zu können (besaß kein Pc). Darüber mit Umweg (EQJ= Einstiegsqualifizierung) bekam ich die Ausbildung zur Kauffrau im Einzelhandel. Eigentlich absolut nicht mein Traumberuf. Aber mit 22 nimmt man das was man kriegen konnte. Natürlich machts irgendwie Spaß, aber ist absolut nicht meine Welt trotz gutem Abschluss. Mittlerweile merke ich das ich allerdings auch wegen Kinderunfreundlichen Zeiten dort nicht alt werden will. Aber mangels Betreuung hält das Angebot was anderes zu machen ziemlich klein ist. Ich mich auch nicht so recht entschieden hab bis jetzt. Mein Mann wollte immer Fachlagerist werden. Ist es auch geworden und hat eigentlich nur 5 Jahre nach der Lehre den Job wirklich gemacht. Wurde Schichtführer etc. Ich beneide echt Menschen die in ihren Traumjob arbeiten können.


misssilence

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Schön gesagt. Ich glaube, es ist nicht möglich, dass wirklich jeder seinen Traumjob macht. Das ist utopisch. Ich denke, man kann vetitd glücklich sein, wenn man zufrieden ist und nicht jeden Tag hadern muss, zur Arbeit zu gehen. Ich wünsche jedem von hetzen, einem Job nachzugehen, der ihm nicht komplett zuwider ist und eine gewisse Zufriedenheit gibt .


StiflersMom

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Als ich vor 25 Jahren drn Beruf erlernt habe, waren die Arbeitsbedingungen ganz anders. Man musste keinen Nachtdienst machen und der Schichtdienst hat mich nicht gestört. Wenn man dann kleine Kinder hat und nicht weiss,wie man die Betreuung stemmen soll, weil der Partner auch Schichtdienst hat,ist das eine ganz andere Situation. Und natürlich hab ich nicht nur Dienste, an denen ich keine Pause habe nur nicht pinkeln war. Manchmal sitzen wir 1o min und quatschen, das aber sehr selten. Und eigentlich finde ich das immer noch richtig erfüllend. In Teilzeit.