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Geschrieben von Strudelteigteilchen am 01.10.2013, 8:20 Uhr

Wer hat eine Eigentumswohnung...

Ich bin großer Fan von ETW. Ich hatte schon zwei (eine selbstbewohnt, eine vermietet) und meine Eltern haben derzeit drei (ebenfalls eine selbstbewohnt, den Rest vermietet) und hatten auch schon mehr.

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, sich zu organisieren, und alle haben Vor- und Nachteile. Meine Eltern wohnen derzeit in einem Altbauhaus mit ca. 20 Wohnungen. Die Eigentümergemeinschaft organisiert sich selber. Die beiden vermieteten Wohnungen sind in größeren Wohnanlagen, wo es dann (wie meistens) eine Hausverwaltung gibt.

Wenn man sich selber organisiert und die ETW nicht bewohnt, ist das manchmal anstrengend und vor allem problematisch, wenn man sehr weit weg wohnt. Da hat es sich bewährt, den Mieter mit ins Boot zu ziehen, der dann den Eigentümer in bestimmten Aspekten vertritt. Aber so oder so ist man deutlich stärker gefordert, weil jedes Detail von der ganzen EG beschlossen werden muß. In der Wohnung, die meine Eltern bewohnen, klappt das aber gut. Sie haben eine ausgezeichnete Hausgemeinschaft und bis auf zwei Wohnungen sind alle vom Eigentümer bewohnt - das ist ein Punkt, auf den ich bei einer kleineren, selbstverwalteten EG achten würde. Die ETW, die ich bewohnt habe, war auch in einer relativ kleinen EG, allerdings waren mehr Wohnungen vermietet. Aber da das dann wiederum eher die kleinen Wohnungen waren, war das auch okay. Die EG war nicht ganz so harmonisch wie jetzt bei meinen Eltern, aber es war okay.

Bei großen Hausgemeinschaften würde ich auf eine gute Hausverwaltung achten. Idealerweise hat man dann nur einmal im Jahr, zur Eigentümerversammlung, irgendwas mit der Wohnung zu tun. Die Verwaltung handelt im Namen der Eigentümer und hat insofern die gleichen Aufgaben und Kompetenzen wie die Hausverwaltung bei einem Haus, das einem einzigen Eigentümer gehört. Nur für größere Dinge braucht sie eine eigene Vollmacht der EG, "Kleinigkeiten" wie lärmende Nachbarn händelt sie selber. Die Hausverwaltung hat auch die Aufgabe, aus dem Wohngeld Rücklagen zu bilden für Reparaturen und diese zu verwalten. Also, zum Beispiel: Wenn die HV weiß, daß das Dach schon 30 Jahre alt ist und normalerweise nach 30 bis 35 Jahren neu gemacht werden muß, dann schaut sie, ob die Rücklagen für ein neues Dach reichen und schlägt gegebenenfalls eine Erhöhung des Wohngeldes vor. Ein bis zehn "mir egal, was mit der Wohnung ist"-Eigentümer machen da gar nix, denn die werden im Zweifel von den anderen überstimmt. Rausdividieren kann sich keiner, denn die Verteilung der Kosten wird om Vorfeld in der Teilungserklärung geregelt und wird nicht neu diskutiert. Wenn da drin steht, daß das Dach von allen zu gleichen Teilen gezahlt wird (was m.W. immer der Fall ist - ich kenne keine TE, die das anders regelt), dann können sich die Eigentümer im EG auf den Kopf stellen und mit den Beinen wedeln - sie zahlen mit.

Generell würde ich bei selbstgenutztem Eigentum immer darauf achten, daß mindestens 60% der Anteile ebenfalls von Selbstnutzern gehalten werden - je mehr, desto besser. Bei vermietetem Eigentum würde ich schauen, daß es eine HV gibt, und daß diese kompetent ist und den Job nicht erst seit vorgestern macht.

ETW haben bei uns in der Familie "Tradition" - meistens als Geldanlage, aber auch zum Selberbewohnen (wobei es ja dennoch eine Geldanlage ist). Mein Opa hatte ETW, meine Eltern, wie gesagt, haben immer noch welche, meine Schwestern haben/hatten welche - meine eine Schwester wohnt auch in einer selbstgenutzten ETW - und auch für mich war das immer die Geldanlage der Wahl, wenn ich Geld anzulegen hatte. Ich kann mich nicht erinnern, daß es auch nur ein einziges Mal größere Probleme gab. Wenn man weiß, worauf man achten muß, gibt es auch keinen Ärger.

Bis auf meine jüngste Schwester sind wir alle eher Wohnungs-Menschen als Haus-Menschen. Ich fand an den ETW immer angenehm, daß die Verantwortung geteilt wurde und ich nicht selber daran denken mußte, wann das Dach wohl wieder fällig ist und ob ich dafür genug Geld eingeplant habe. Die ETW, die ich mal als Geldanlage besaß, habe ich nie gesehen, ich kannte keinen der Mieter persönlich, und ich ging nie zu einer EV. Ich habe der HV das alles komplett übertragen, bekam einmal im Jahr die Abrechnung und gut war's. In den knapp 10 Jahren, in denen sie mir gehörte, habe ich mich nicht einmal über die Abrechnung und deren Angabe in der Steuererklarung hinaus damit beschaftigt. Als ich Geld brauchte, habe ich die Wohnung an meine beste Freundin verkauft, die damit auch nicht mehr zu tun hat.

Ich weiß nicht, was hier konkret anders ist als bei Euch, aber ich kann aus über 40 Jahren Erfahrungen mit ETW kein einziges größeres Problem berichten. Ich bezweifle nicht, daß es Probleme geben KANN, aber ich bilde mir ein, daß sich das Risiko mit sorgfältiger Auswahl der ETW und der EG auf einen sehr kleinen Wert reduzieren läßt.

Weil mein Vater nicht mehr ganz fit ist, helfe ich zunehmend mehr bei der Verwaltung der vermieteten Wohnungen (zumal beide hier in M sind und meine Eltern ja in B leben). Ich finde die Arbeit interessant, aber überschaubar und definitiv unproblematisch. Beide Eigentumswohnungen haben nette Mieter, kompetente Hausverwaltungen und erträgliche Eigentümergemeinschaften.

 
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