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Geschrieben von sasu am 18.04.2003, 16:16 Uhr

bin ich wohl doch nicht die einzige, die befuerchtet, dass es jetzt zur aufruestung anderer nationen kommen koennte: bericht der IAEA...lesenswert....mt

»USA zerstören unsere Arbeit«
Beschwerden aus der Internationalen Atomenergiebehörde IAEA

Von Martin Schwarz, Wien

Hochrangige Mitarbeiter der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) richten schwere Vorwürfe gegen die USA: Sämtliche Enthüllungen über verdächtiges Nuklearmaterial Iraks hätten sich als falsch erwiesen, die Suche der USA-Truppen nach Massenvernichtungswaffen in Irak sei »lächerlich«.
Unter dem Vorbehalt der Anonymität haben hochrangige Mitarbeiter der IAEA die USA scharf kritisiert und deren Handhabung der Irak-Krise als »kontraproduktiv« für die Arbeit der UN-Behörde dargestellt: In einer Phase, in der die illegale Weiterverbreitung von Nuklearmaterial als eines der gravierendsten sicherheitspolitischen Probleme angesehen wird, hätten die USA durch die Vertreibung der UN-Inspektoren aus Irak falsche Signale gesetzt: »Viele Staaten könnten so handeln wie Nordkorea und Inspektoren aus dem Land weisen, weil sie nicht Gefahr laufen wollen, so behandelt zu werden wie Irak«, sagte ein Wiener UN-Diplomat gegenüber ND. Schließlich seien UN-Inspektoren in der Wahrnehmung einiger Staaten schuldlos zur Vorhut der USA-Truppen geworden. »Jetzt werden einige Staaten versuchen, schnell ein illegales Nukleararsenal aufzubauen, um vor den USA sicher zu sein. Unsere Bemühungen, die Proliferation (Weiterverbreitung) von Nuklearmaterial zu verhindern, sind dadurch zerstört«, befürchtete ein anderer IAEA-Mitarbeiter. Deshalb gebe es jetzt zwischen der Wiener UN-Behörde und den USA »schwerste Spannungen«.
Begonnen hätten die schon mit den Berichten der UN-Inspektoren vor dem Sicherheitsrat in New York: »Die USA waren wütend über die Art, wie wir unsere Ergebnisse präsentiert haben«, berichtet der UN-Offizielle weiter. Die eigenmächtigen Bemühungen der USA, in Irak nach Massenvernichtungswaffen zu suchen, hält man in Wien für »lächerlich«. Die USA hätten die UN-Inspektoren gerade mal dreieinhalb Monate arbeiten lassen und dann die Geduld verloren, jetzt aber gehen die Kommandeure der USA-Truppen davon aus, dass es wohl bis zu acht Monate dauern könnte, bis die zu Inspektoren ernannten Soldaten alle verdächtigen Objekte untersucht hätten. »Wir wären schneller gewesen.«
»Alle zwei Tage berichten völlig unqualifizierte Soldaten der USA-Armee davon, dass in irgendeinem Gebäude erhöhte Radioaktivität festgestellt worden wäre, ein paar Tage später hat sich das dann alles als falscher Alarm herausgestellt. Wenn ich Ihnen ein Gerät zur Feststellung von Radioaktivität in die Hand gebe, werden Sie ein erhöhtes radioaktives Niveau auch bei jedem Rauchmelder feststellen«, erklärt ein IAEA-Mitarbeiter das Scheitern der USA-Truppen bei ihrer Umschulung zu Inspektoren.
Ein klassischer Fall dafür waren die Berichte der letzten Tage über den Fund nuklearen Materials in einem Forschungszentrum in Al-Tuwaitha. Es sei nicht weiter verwunderlich, so IAEA-Beamte in Gesprächen mit ND, dass dort USA-Soldaten erhöhte Strahlung hätten messen können, immerhin handle es sich bei dem Objekt um ein Nuklearforschungszentrum. »Wenn die USA auch nur einen unserer Berichte gelesen hätten, hätten sie leicht erfahren können, dass Al-Tuwaitha das von unseren Inspektoren am meisten besuchte Objekt war und Irak nach allen gültigen UN-Resolutionen diese Anlage auch hat betreiben dürfen. Al-Tuwaitha besteht aus insgesamt 70 Gebäuden, an drei von ihnen befanden sich auch unsere Siegel. Die USA-Soldaten sind dort einfach eingebrochen und haben das als große Enthüllung verkauft. Das ist genau so, als würden Sie zu McDonald’s gehen und überrascht sein, dort Hamburger vorzufinden. Das ist derart lächerlich«, findet ein IAEA-Experte einen kulinarischen Vergleich.
Die Verhaftung von General Amer al-Saadi, Saddam Husseins Berater für ABC-Waffenprogramme, wird den USA aller Voraussicht nach auch keine neuen Erkenntnisse bringen, vermutet man im UN-Hauptquartier in Wien: »Die Annahme der USA war ja, dass die irakischen Wissenschaftler nur frei reden würden, wenn keine Bedrohung von Saddam Husseins Regime mehr ausgeht. Das ist ja nun eingetreten und Al-Saadi bleibt trotzdem bei seiner Geschichte, dass es keine Massenvernichtungswaffen gibt.«
Wenn die UN-Inspektoren irgendwann einmal wieder nach Irak zurückkehren, wie es erst kürzlich IAEA-Generaldirektor Mohamed El Baradei forderte, wollen sie auch wieder mit Al-Saadi sprechen: »Er ist für unsere Mission wichtig, weil ein Großteil unseres Wissens auf seinen Aussagen basiert.« Die USA müssten in dem Fall also einen Zugang zu dem Wissenschaftler ermöglichen.
Eine nächste Bewährungsprobe erwarten die UN-Inspektoren nun in Syrien. »Es würde uns gar nicht mehr wundern, wenn die USA Syrien bald den Vorwurf machen werden, auch das irakische Nuklearmaterial zu verstecken oder selbst ein entsprechendes Programm zu entwickeln«, verabschiedet man sich in Wien von Illusionen. Doch laut IAEA gibt es mit Syrien »keinerlei Probleme bei der Überwachung der nuklearen Aktivitäten«. Ein Hindernis für eine militärische Konfrontation ist eine solche Abwesenheit unmittelbarer Gefahr aber für die USA mitnichten.

quelle:http://www.nd-online.de/artikel.asp?AID=34196&IDC=25

 
4 Antworten:

Re: bin ich wohl doch nicht die einzige, die befuerchtet, dass es jetzt zur aufruestung anderer nationen kommen koennte: bericht der IAEA...lesenswert....mt

Antwort von JoVi66 am 18.04.2003, 16:34 Uhr

Warnung. Achtung ,Achtung: Erhöhte Radio Aktivität, ah pardon Aktivität von Radios im Umkreis des Senders Al Dschasira! Achtung Achtung!
Die USA machen sich langsam echt lächerlich. Aber ehrlich: würden sie jetzt was finden , ich würd's nicht mehr glauben. Für wie dumm werden wir alle eigentlich gehalten? Antwort: Für saublöd!
G JoVi

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ich wuerde mir auch sehr schwer tun damit, das zu glauben, wenn die abc-waffen finden. dazu passt der artikel, den ich hier reinkopiert habe......

Antwort von sasu am 18.04.2003, 16:41 Uhr

die entsenden jetzt eigene (!!!), d.h. us-waffeninspekteure in den irak. wie kann man in so einem fall dann noch von unvoreingenommenheit reden ??? also bitte ! wie du schon sagtest jovi:'die halten uns fuer saubloed'.....

gruss,
sasu

USA entsenden Waffenexperten nach Irak

18. Apr 08:11, ergänzt 12:35


Die US-Regierung will laut Medienberichten 1000 Experten nach Irak schicken, die dort nach ABC-Waffen suchen sollen. UN-Chefinspektor Blix bietet Washington Hilfe an.

Suche nach verbotenen Waffen
USA räumen Schwierigkeiten bei der Suche nach ABC-Waffen in Irak ein
Syrien lehnt Waffeninspektionen ab
Paris bestreitet Waffenlieferung an Irak


Die USA planen Spezialisten für Massenvernichtungs-Waffen nach Irak zu schicken. Wie CNN unter Berufung auf das Pentagon berichtet, soll ein Team aus 1000 Militärangehörigen, Geheimdienstmitarbeitern und Forschern dort nach verbotenen Waffen suchen.
US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld sagte, die Experten sollten «Menschen aufspüren, die uns sagen, wo wir etwas finden werden». Ansonsten werde die Suche schwierig werden.

Die «Irak-Überwachungs-Gruppe» soll CNN zufolge in etwa zwei Wochen mit ihrer Arbeit beginnen. Erste Mitglieder des Teams seien bereits in Irak, hieß es am Donnerstag. Iraker, die auf Waffenverstecke hinweisen, sollen demnach eine Belohnung erhalten.

Laut CNN will die US-Regierung durch die Experten Hinweise auf Massenvernichtungswaffen genauer prüfen lassen. Washington ist zu dem Schluss gekommen, dass ohne die Hilfe der irakischen Bevölkerung kaum Bio- oder Chemiewaffen entdeckt werden könnten.

Die USA hatten den Krieg gegen Irak unter anderem damit begründet, dass Bagdad Arsenale von Massenvernichtungs-Waffen besitze. Gefunden wurden diese Waffen bisher allerdings nicht.

UN-Chefinspektor Hans Blix bot den USA und Großbritannien Unterstützung durch die Rüstungskontrolleure der Vereinten Nationen an. Er sei überzeugt, dass beide Länder ab einem gewissen Stadium wünschten, dass «ihre Funde auf internationaler Ebene glaubwürdig bestätigt würden», sagte er der BBC. Blix versicherte, die Kontrolleure könnten ihre Arbeit binnen zwei Wochen wieder aufnehmen.

Eine Sprecherin des Weißen Hauses sagte jedoch, die Waffenkontrolleure sollten nicht in das Land zurückkehren, solange die alliierten Streitkräfte dort noch im Einsatz seien.

Frankreich und Russland wollen der von den USA angestrebten Aufhebung der UN-Sanktionen gegen Irak nur zustimmen, wenn die internationalen Waffeninspektoren mit der Suche nach irakischen ABC-Waffen beauftragt werden. (nz
quelle:http://www.netzeitung.de/servlets/page?section=1110&item=235820

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Re: ich wuerde mir auch sehr schwer tun damit, das zu glauben, wenn die abc-waffen finden. dazu passt der artikel, den ich hier reinkopiert habe......

Antwort von JoVi66 am 18.04.2003, 17:01 Uhr

Weißt du wie mir das vorkommt? Wie im Mittelalter, wie so ein echter Hexenprozess: " Bekennen sie sich schuldig der Zauberei? Ja: verbrennen!
Nein: Foltern! Anschließend befragen . Schuldig? Ja: verbrennen! Nein: Daumenschrauben und spanische Stiefel! Befragen: Schuldig? Ja ersäufen! Nein erwürgen , ersäufen und anschließend vierteilen! Wäre doch gelacht wenn wir der Hexe die Zauberei nicht nachweisen könnten!
Gruß Johanna

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da hast du recht......mt

Antwort von sasu am 18.04.2003, 17:58 Uhr

bush u. blair sind in der bringschuld. schliesslich war das einer der hauptbeweggruende fuer den krieg...
hier noch ein kleiner artikel dazu, dass blair daheim problemchen hat wg. den "verschwundenen Massenvernichtungswaffen":

http://www.diepresse.at/default.asp?channel=p&ressort=ai&id=349103

gruss,
sasu

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