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von Leena  am 08.09.2013, 16:08 Uhr

Ausreden - oder: Keine Alternativen sehen..? s. Erschöpfungsthread

Ich weiß nicht wirklich, wie ich es formulieren soll - also schreibe ich es einfach mal wild durcheinander.

Ich hatte letztens ein längeres Gespräch mit einem Ehepaar, Kind knapp 5. Er erzählte, er hätte ihr erlaubt, drei Jahre Elternzeit zu nehmen, wenn sie sich dabei fortbildet und danach schnell wieder einsteigt (schluck - dass er ihr das "erlaubt" hat). Sie sagt, sie würde ja gerne wieder arbeiten, findet aber keinen Arbeitgeber, die ihr die erforderlichen Konditionen bietet (ich würde sagen - Teilzeitjob täglich zwischen 9 und 11.30 h, und das direkt neben dem Kindergarten und mit einem Spitzen-Stundensatz) - sie würde ja gerne wieder arbeiten, geht ja aber leider, leider nicht. Er sagt, er würde ja gerne mehr mit dem Kind helfen, wenn er könnte - kann er aber nicht, er muss ja so viel arbeiten, sonst würde er seinen Job riskieren, geht also gar nicht, leider, leider... Ich war ziemlich verzweifelt und fand (finde), dass beides Ausreden sind - beide versichern, etwas tun zu wollen, was leider, leider nicht geht - und es geht nicht, weil die Umstände eben so sind, wie sie sind. Dass man dann eben die Umstände ändern muss, wenn man wirklich tun will, was man beteuert tun zu wollen... konnte ich beiden nicht nahe bringen.

Aber wenn ich jetzt unten bei Flockes Erschöpfungsthread lese, und vor allem Leewjas Beitrag und dann Flockes Erwiderung, dass es eben nicht anders geht, weil keiner da ist zum Abnehmen etc. ...

Verdammt noch mal, mir geht es doch genau so!

Ich jammere auch schon seit Ewigkeiten, dass ich immer wieder an meinem persönlichen Limit bin. Dieses Wochenende war wieder arg, mein Mann hatte Geburtstag und hatte gestern groß eingeladen, ich hatte dann vorgestern und gestern fast den ganzen Tag eingekauft und gebacken und gekocht und geräumt und geputzt und war in der Nacht zu Samstag auch so erschossen, dass ich nicht mal schlafen konnte, allein schon, weil mir meine Beine so weh taten vom Stehen und Wurschteln und überhaupt. Es gibt dann so Momente, z.B. als ich den Familien-Feier-Großeinkauf geschafft hatte und das Zeug ins Auto geladen und gedacht, ich schaffe es vielleicht noch, nach Hause zu fahren, aber nie und nimmer, das ganze Zeugs wieder auszuladen und erst recht nicht, es zu verstauen... muss ich ja aber, ist ja sonst niemand da, und meinen Mann muss ich entlasten, nach seinem Hörsturz samt Tinnitus letzten Monat, und - nein, noch mal zum Arzt deswegen, das will er nicht... *waaaah*

Ich sag mir ja auch immer, nur noch diesen Monat, dann hat mein Jüngster seinen Kindergartenplatz und es wird (zeitlich) bei mir wesentlich besser, dann kann ich meinen Mann entlasten und meinen Haushalt auf die Reihe bekommen und habe mehr Luft für meine Arbeit und überhaupt...

Andererseits - ich weiß doch auch, dass es Mist ist, so. Und auf Ratschläge sage ich doch auch immer nur, es geht jetzt nicht anders, weil.... ich kann jetzt nichts ändern, lohnt sich nicht, weil ab nächstem Monat eh wieder alles anders ist...

Da bin ich genau wie die Eltern letzte Woche - alles Ausreden - eben weil ICH keine Alternative seh. Ich bin betriebsblind - es MUSS doch eine geben?!?

Ich glaube, ich muss mal irgendeinen Anfang finden, irgendeine "kleine" Übung, die mich nicht überfordert, die schön klein und überschaubar ist, so dass ich sie irgendwie doch brav und getreulich umsetzen kann..?

Vorhin hatten wir noch meine Eltern zum Nachfeiern (und Rest-Essen *grins*), die waren beide an mir dran, ich solle doch meine Arbeitszeiten aufstocken, jetzt, wo der Kleine in den Kindergarten kommt, da könnte ich doch locker mehr als 20 Std./Woche arbeiten. Vielleicht sollte ich das als erste "kleine Übung" in meinen Alltag einbauen - ich stelle mich jeden Tag eine Minute vor einen Spiegel und sage mir selbst, es kann mir egal sein, wenn meine Eltern mich für zu faul halten.

Waaahhhh.....

Irgendeine Insel nur für mich zum Festhalten muss ich finden, in meinem Alltag. :-(((


P.S.: Flocke, ich glaube, ich fühle mit Dir...

 
44 Antworten:

Ja, ich denke es sind "Ausreden" bei dem Paar, oder Betriebsblindheit

Antwort von Leewja am 08.09.2013, 16:23 Uhr

Bei Dir und Flocke denke ich das nicht unbedingt...

bei dem beschriebenen Paar ist die gesamtsituation ja ganz anders, allein, dass er so gnädig ist, ihr etwas zu erlauben, zeigt ja schon reichlich verschobene machtverhältnisse, die in einjer guten ehe/beziehung nichts zu suchen haben sollten.

Natürlich könnte sie arbeiten, nur eben nicht mit all den bequemlichkeiten.

und natürlich könte er mehr mit dem kind amchen, er müsste dann halt seinem arbeitgeber die stirn bieten (so, wie ich es absolut auch musste und damit übrigens den Müttern nach mir SOWAS von den weg geebnet habe).

Wer wirkich arbeiten WILL (also, mal stellen vorasugesetzt, bei ihr gehts ja wohl "nur" um die Konditionen), der arbeitet und wer WIRKLICH mehr familienmitarbeit leisten will, der tut das.

Bei euch beiden ist glaube ich wirklich der perfektionismuswahn am werk, wie gesagt, ich kene das von mir auch...und dazu seid ihr (oder: sind wir) gesegnet mit männern, die herzlich überbeschäftigt in ihren Jobs sind (und, seien wir ehrlich, das höher stellen, als die familie, die gesundheit oder, gott bewahre, gar die gesundheit der ehefrau).

Ja, DU bist am Limit, schon seit Wochen, wenn nicht Mopnaten, und Ja, auch Flocke ist es.
Und ja, bei dir mag etwas absehbar sein, ABER abnstatt zu sagen, "Super, dann hab ich mal etwas mehr Luft, dann such ich mal in aller ruhe eine Putzfrau (denn es MUSS eine geben, die nicht schwarz arbeiten will, EINE im Ort doch mit SICHERHEIT!) und versuche mal, mein völlig überbordendes programm der perfekten Leena-mama-hausfrau-ehefrau-arbeitnehmerin-köchin-vaterdiabetesbebackerin-gastge berin-schwestern-retterin etc.pp. zu entrümpeln, denkst du noch, du müsstest die kostbare "Freizeit", die du gewinnen könntest, durch mehr haushaltsperfektion oder was weiß ich füllen.

Man kann viel, klar, Frauen können viel, aber nein, auch wir können nicht alles!!!

und was heißt denn, deinen mann entlasten?

er ist erwachsen, aber nicht bereit, sich ausreichend um seine gesundheit zu kümmern (es zeugt von allergrößter dämlichkeit, sich mit einem ernstzunehmenden medizinischen problem NICHT in entsprechende behandlung zu begeben und gerade Hörsturz/Tinnitus hat eine so massive psychische/Burnout-Komponenete, dass es schon binsenweisheit ist....)

er hat zeit zum marathontraining und vermutlich ironman vorbereitung (das ist doch deiner, oder? der trainierende läufer?), aber DU musst IHN entlasten????

UND ja, diese Übung solltest du dir absolut dringend angewöhnen, dreimal täglich mindestens...was bilden deine eltern sich nur ein, da auch noch druck auszuüben????

Du musst mehr JAMMERN, nicht hier, sondern in aller öffentlichekit! Jammere, hab Kopfschmerzen, mach nichts mehr für andere erwachsenen menschen, lass dir helfen und SUCH-DIR-EINE-PUTZFRAU! zur Hölle!

und das alles gilt auch für Flocke und das alles meine ich sowas von nicht böse, sondern wirklich, ehrlich von herzen gut!!!!!!

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Re: Ja, ich denke es sind "Ausreden" bei dem Paar, oder Betriebsblindheit

Antwort von Fredda am 08.09.2013, 16:31 Uhr

So ein bißchen Faulheit und Einsicht in die eigenen Grenzen ist glaube ich ganz gesund, so rödeln wie Leena könnte und wollte ich im Leben nicht. WIr sind im Moment auch ohne Putzfrau aber die Kinder fassen alle ganz gut mit an und wir können über etliches hinwegsehen (Leewja, war arg Land unter als du hier warst???).

Das blöde Gefühl, wenn ich von der Arbeit komme, das sagt "eigentlich sollte das und das auch schon fertig sein", kenne ich auch, aber ich weiß, dass es nicht die Wahrheit ist.

(worksheet ;))

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Re: Ja, ich denke es sind "Ausreden" bei dem Paar, oder Betriebsblindheit

Antwort von maryplysch am 08.09.2013, 16:42 Uhr

na klar, es ist auch so wunderbar *einfach* sich Ausreden einfallen zu lassen. Wir sind doch Gewohnheitstiere und bequem und wäre es nicht schön, wenn alles andere sich so ändern könnte, dass es passt, anstatt dass WIR tätig werden?

Ich versuche seit einiger Zeit, mir KEINE Ausreden mehr einfallen zu lassen. Ich sage dann lieber: ich habe keine Lust, kein Interesse, die Zeit ist noch nicht reif oder was weiß ich.
Was ANDERE davon halten ist mir herzlich egal, schließlich muss ICH ja mit MIR leben.
Mach dir keinen Druck, du bist gut so wie du bist und du machst alles nach bestem Wissen und Gewissen und vor allem wie es für DICH am Besten ist.

Und was deine Eltern betrifft:
Eltern machen sich immer *Sorgen* , vor allem um *später*, was in dem Zusammenhang *mit mehr Stunden arbeiten* sicherlich auf deine später zu erwartende Rente gemeint war. Und damit haben sie ja auch nicht wirklich Unrecht.

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katastrophe, ich mochte mich gar nicht hinsetzen und hab erstmal mit sagrotan gegurgelt

Antwort von Leewja am 08.09.2013, 16:53 Uhr

als ich heim kam...



Quatsch, ich bemerke ja gar nie, wie sauber/dreckig es irgendwo ist, wenn es nicht entweder wirklich unhygienisch ist ODER so sauber, dass hinter einem hergewischt wird, sobald man eine tasse abstellt.

Bei euch war es völlig ok, genau meine kragenweite ;)))

wobei, als ich mal besuch von mkeiner besten freundin, die einen manifesten putzwahn hat, bekam und WIRKLICH aufgeräumt und saubergamcht hatte, meinte sie "Ach, bei dir ist es immer so schön rummelig, das find ich so gemütlich"....soviel zu jmeinem sauberkeistverständnis ;))))

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Re: Ja, ich denke es sind "Ausreden" bei dem Paar, oder Betriebsblindheit

Antwort von taram am 08.09.2013, 16:54 Uhr

Wie lange wird es überhaupt noch eine Rente geben?
Habe die Tage ein Bericht im TV gesehen bzw. mehr gehört - alles muss schnell gehen, alles muss erledigt werden - Bahnfahrer wurden befragt, was sie mit ihrer eingesparten Zeit mache - Antwort durch weg - Arbeiten

Tage vorher ein Bericht - was wünschen sich die Deutschen - mehr Freizeit und der Trend geht wohl auch dahin

Ich persönlich bin ja der absoluten Überzeugung, dass es in den nächsten 1´- 20 Jahren einen großen Knall geben wird -sei es, dass das Öl - Wasser oder sonstiges nicht mehr zur Verfügung stehen wird - oder es gibt richtig Krieg - also - genießt euer Leben so gut es geht

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Re: katastrophe, ich mochte mich gar nicht hinsetzen und hab erstmal mit sagrotan gegurgelt

Antwort von Fredda am 08.09.2013, 17:01 Uhr



Das ist schön! (Und du hast nur ein Kind, das seine Sachen umherstreut...)

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das aber auch gründlich!

Antwort von Leewja am 08.09.2013, 17:08 Uhr

ich bin wirklich froh über meine milde lächelnde putzfee, die das bett auch immer nochmal macht, egal, wieviel mühe ich mir gebem, es ihrem standard entsprechend hinzubekommen ;)

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Re: das aber auch gründlich!

Antwort von Steffi528 am 08.09.2013, 17:27 Uhr

hmmmmm, wir haben zur Zeit nur eine Nanny, ABER irgendwann, wenn ich keine Nanny mehr brauche (oder mich doch überreden lasse, wieder voll zu arbeiten), dann habe ich auch eine Putzfee.

Aber irgendwie will ich gar nicht mehr voll arbeiten.

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Das Schlimme ist,

Antwort von Fredda am 08.09.2013, 17:28 Uhr

dass die Kinder in der besten Absicht so viel Chaos machen (neben dem ohne Absicht...). Gerade wird wieder gebacken, was das Zeug hält

Meine hat immer so lieb die Bügelwäsche gefaltet...

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aber das ist familiär wertvolles chaos ;)

Antwort von Leewja am 08.09.2013, 17:30 Uhr

genieß es und v.a. das ergebnis....

ich hab gestern das knoblauchfaltenbrot gebacken, lecker, soweit man es unkauend/lutschend beurteilen kann ;))))

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Re: aber das ist familiär wertvolles chaos ;)

Antwort von Fredda am 08.09.2013, 17:33 Uhr

Hast du IMMER noch Kiefer? M. ist wieder da, du kannst jederzeit kommen und dich reparieren lassen.

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was ich zu bedenken geben möchte...

Antwort von jaspermari am 08.09.2013, 17:35 Uhr

und ich war nur ein paar wochen erschöpft: wenn man dann zusammenbricht, geht es ja komischerweise auch, dass der laden ohne einen läuft...

zeigt doch oder zeigte zumindest mir: dass ich NICHT genügend ernst genommen wurde.

Ich hab gejammert, gezetert, geheult usw.... aber meine Ex Temkollegin und mein Mann haben es erst gerafft, als ich in die Klinik gegangen bin, irgendwie abgehauen...

Jetzt läuft es anders, auch für mich ein warnschuss. wieder auf eine halbe stelle , viel mehr darauf geachtet, was mir wirklich gut tut.

Verändert wird erst, wenn das Kind in den Brunnen gefallen ist...leider.

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Re: aber das ist familiär wertvolles chaos ;)

Antwort von Leewja am 08.09.2013, 17:36 Uhr

naja, ja, ich kaue halt nicht, dann ist es super, aber sobald ich es vergesse (Twix ) oder mal absichtlich versuche, ist es wieder da.

ich hab aber morgen ZA-termin deswegen.

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Re: was ich zu bedenken geben möchte...

Antwort von Fredda am 08.09.2013, 17:37 Uhr

Es wird ernst genommen, wenn man selbst es ernst nimmt. Wenn ich sage, ich kann nicht mehr (und lege mich ins Bett oder fahre weg oder was auch immer), nimmt man das wahr. Wenn ich sage, ich will nicht mehr, glaubt mir das keiner - Tücken der Formulierung.

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Re: aber das ist familiär wertvolles chaos ;)

Antwort von Fredda am 08.09.2013, 17:40 Uhr

Osteopathieerfahrener ZA? Wär gut.

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erstmal einfach meiner, die knirschschiene brauch ich ja so oder so

Antwort von Leewja am 08.09.2013, 17:42 Uhr

und es gibt bei uns im ort CMD-Physiotherapeuten...mal sehen.

sonst wende ich mich vertrauensvoll an dich ;)

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Re: erstmal einfach meiner, die knirschschiene brauch ich ja so oder so

Antwort von Fredda am 08.09.2013, 17:43 Uhr

Es gibt auch kinesiologische Knirschschienen, da könnte ich mich mal schlau machen.

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gerne

Antwort von Leewja am 08.09.2013, 17:49 Uhr

ich nehm alles ;)

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leenalein, du bist nicht sauer jetzt, oder?

Antwort von Leewja am 08.09.2013, 17:53 Uhr

ich meins wirklich nur mitfühlend und besorgt!

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Re: Ausreden - oder: Keine Alternativen sehen..? s. Erschöpfungsthread

Antwort von maxwell! am 08.09.2013, 18:08 Uhr

Für eine Feier kann man sehr viel vorbereiten und einfrieren. Tip fürs nächste Mal :-)
Ich denke, es gibt immer Möglichkeiten. Man neigt in einer Stresssituation zur Betriebsblindheit. Weil man die Lösungen oder Möglichkeiten eben nicht sehen kann. Dazu braucht man Abstand. Und oft hapert es auch an der Organisation.
Entlastet Dein Mann Dich auch? Oder ist das eine Einbahnstrasse?

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Nein, nein, nein - kein Stück!!!!

Antwort von Leena am 08.09.2013, 18:15 Uhr

Kein Stück bin ich jetzt sauer - und zwar nicht nur, weil ich weiß, dass Du im Großen, Ganzen und Wesentlichen recht hast. :-)

Was meinen Mann betrifft - er ist zwar trainierender Läufer, derzeit hat er aber (zu meinem Glück *grins*) erstens nicht den Ehrgeiz und zweitens nicht die Aufraffe, ernsthaft für einen Marathon zu trainieren. Außerdem merkt er, dass er jetzt mit seinen eigenen Spitzenzeiten nicht mithalten kann, also läuft er jetzt auch keinen Marathon, um sich seine Zeiten nicht zu versauen. Im Moment läuft er praktisch nur zur Arbeit (etwa 7 km täglich) - wobei er schon richtig läuft, mit Sportklamotten und hinterher im Büro umziehen etc.

Mit einer Ironman-Vorbereitung ist übrigens nicht zu rechnen - er läuft zwar sehr gerne, fährt aber nur eher ungern Fahrrad, auf jeden Fall nicht auf Tempo, und Schwimmen (außer Planschen) mag er gar nicht.

Ich rechne eher mal mit der Teilnahme am Laugarvegur-Ultra-Marathon o.ä., also irgendeine extrem lange Strecke in irgendeinem interessanten Kontext...

Was seine Gesundheit betrifft - er findet, er hört wieder und der Tinnitus ist eigentlich auch immer wieder komplett weg, also warum sollte er dann noch zum Arzt gehen, ist doch alles okay, derzeit... *grmpf* Klar, wenn es um mich ginge, würde er darauf bestehen, dass ich noch mal zum Arzt ginge, aber das ist doch auch total etwas anderes.

Mir fällt es einfach schwer, mich selbst beim Jammern ernst zu nehmen, irgendwie empfinde ich es ja selbst mehr als ein "Mensch, musst du halt mehr den Hintern zusammen kneifen und durch, andere schaffen viel mehr!" und nicht als ein "ich kann wirklich nicht mehr" - zumal, irgendwie kann ich ja auch noch...

So, jetzt muss ich packen gehen, Kind2 fährt morgen auf Klassenfahrt. (Wenn ich's nicht täte, würde Kind2 beim Selber-Packen enorm viel qualitativ und quantitativ wertvolles Familienchaos stiften, und Mann würde so oft mit Zwischenfragen ankommen, dass Streiken nichts brächte. Ich überleg mal weiter, was die Konsequenz wäre, wenn ich mich dafür mal nicht zuständig fühlen würde, während ich das Zeugs zusammen suche...)

Liebe Grüße,
L.

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für zwischenfragen nicht erereichbar sein?

Antwort von Leewja am 08.09.2013, 18:21 Uhr

badewanne? so tun, als ob du tot wärest?

das hört sich extrem böse an, aber mal angenommen, du würdest dir vorstellen, morgen vom auto überfahren zu werden--mal abgesehen vom schrecklichen emotionalen zustand deiner lieben, MÜSSTEN sie es dann ja nun mal alleine hinkreiegn, es bliebe ihnen schlicht nichts andres übrig...

und jetzt dreimal auf holz geklopft und so weiter...

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Re: Ausreden - oder: Keine Alternativen sehen..? s. Erschöpfungsthread

Antwort von Häsle am 08.09.2013, 18:24 Uhr

Ich bin GsD nicht so perfektionistisch veranlagt, und mein Mann zum Glück auch nicht.
In der Arbeit machen wir das, was wir machen, so gut wie möglich, aber nicht unbedingt mehr, nur weil es besser ausschauen würde oder eine bessere Beurteilung geben würde. Da wir damit immer noch locker im oberen Drittel schwimmen, scheint es wohl nicht so verkehrt zu sein. Mehr würde in Stress ausarten, und der macht krank und faltig ;-) Wir haben zusammen beschlossen, dass wir, ganz klassisch, 100%/50% arbeiten wollen, und zwar abwechselnd, weil unser Kind nicht in die Ganztagsbetreuung will.
Im Haushalt macht jeder nur die dringenden Arbeiten, und so schaut es auch aus. Wenn "hoher" Besuch ansteht, also nicht die üblichen Gäste, die uns und unser Chaos gut genug kennen, packen wir gemeinsam an und legen ein paar Aufräumstunden ein. Dann ist es ordentlich genug.
Ich würde mir definitiv nicht, wenn ich eh schon am Limit wäre, noch die Organisation und Besorgungen für eine große Party aufhalsen. Warst du nicht auch die Userin, die gerade den Umbau hinter sich gebracht hat? Gib doch einfach mal Ruhe! (ist nicht böse gemeint).

Ganz ehrlich, mir reichen ein Schulkind und ein 50%-Job, und ein vernachlässigter Haushalt. Wenn's klappt, würde ich mir jetzt auch endlich wieder ein Baby zusätzlich zutrauen. Mehr will ich nicht. Mehr kann ich auf Dauer auch nicht, habe ich festgestellt. Wegen der Rente mache ich mir keinen Kopf, weil ich anderweitig abgesichert bin und mein Teilzeitgehalt gar nicht so wenig ist. Warum sollte ich dann mehr machen, als mir gut tut? Auch wenn das nicht jedem schmeckt.
Ich orientiere mich nicht daran, was andere leisten können oder wollen. Mir ist nur wichtig, dass es mir und meiner kleinen Familie damit gut geht.

Das Paar in deinem Beispiel kann offensichtlich nicht zu seinem Lebensmodell stehen. Traurig.

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Re: Ausreden - oder: Keine Alternativen sehen..? s. Erschöpfungsthread

Antwort von yellow_sky am 08.09.2013, 18:37 Uhr

Also wenn es mir schon so schei... gehen würde, und ich mir nur noch denke "ich kann nicht mehr" dann hätte ich, nein dann würde ich die big party meines mannes sicherlich ausfallen lassen. (wenn er mir dabei nicht mal behilflich sein kann) das würde er sicher verstehen. und das geht sicher.

Ausserdem habe ich jetzt angefangen immer öffter auf mich zu hören. damit muss ich auch öfters menschen entäuschen, das ist mir bewusst. aber ich bin wichtiger.

Lg

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Re: Ausreden - oder: Keine Alternativen sehen..? s. Erschöpfungsthread

Antwort von Hase67 am 08.09.2013, 19:00 Uhr

Leena,

ich fühle auch mit dir, und ich glaube, im Grunde sind viele hier so ähnlich gestrickt. Von außen betrachtet gibt es für Probleme immer Lösungen, sonst gäbe es keinen Markt mehr für Therapeuten und Coaches.

Manche Lebenssituationen gehen aber dermaßen an die Substanz (so wie es ja jetzt dir aktuell geht), dass man wirklich aufpassen muss, nicht ganz aus den Latschen zu kippen. Ein paar hier sind ja auch schon rausgekippt, aus den verschiedensten Gründen, und das Komische ist - wie Jasper schreibt - dass es dann doch irgendwie geht.

Ich habe hier zwei Nachbarinnen, die ich mir immer als leuchtende Beispiele vor Augen halte, um meine Work-Life-Balance besser zu gestalten (mit mehr oder weniger großem Erfolg). Die sind beide in erster Linie mal egoistisch (im positiven Sinne) und hören ganz genau darauf, was ihnen und ihrem Körper gerade gut tut. Und, was bei den beiden auch bemerkenswert ist: Sie vergleichen sich nicht mit anderen, sondern finden sich okay, genauso, wie sie sind. Und: Sie versuchen nicht, es irgendjemandem recht oder besonders schön oder angenehm zu machen, es sei denn, sie tun es gern und haben Spaß daran.

Wie wär's, wenn du die durch den Kiga-Platz für das kleine Kind frei gewordene Zeit am Anfang erstmal dazu nutzt, dir eine Putzperle zu suchen? Als wir eine hatten, hat mich das ungemein entlastet.

Ein bisschen schimpfen muss ich aber doch mit dir wegen der Geburtstagsfeier deines Mannes: Das klingt so, als hättest du alle, alle Vorschläge umgesetzt, die im Koch&Backforum kamen? Sooo war das aber nicht gedacht...

Lass dich mal virtuell drücken...

LG

Nicole

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Sei mir nicht böse, aber...

Antwort von Sunny76 am 08.09.2013, 19:07 Uhr

Ich glaube das hab ich Dir vor JAHREN schonmal geschrieben. Dein Mann wirkt auf mich wahnsinnig egoistisch. Man liest nur

Leena kocht und backt für irgenwelche Feste
Leena packt die Sachen für Klassenfahrten/Urlaub
Leena schmeißt den Haushalt allein
Leena kümmert sich ums kranke Kind
Leena unterstützt ihren Mann bei seiner Lauferei


WAS TUT DEIN MANN? Warum willst Du ihn auch noch entlasten?

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Re: ganz allgemeine Überlegungen dazu, noch etwas unausgegoren

Antwort von MartaHH am 08.09.2013, 19:21 Uhr

Ich hab in den letzten Jahren den Eindruck gewonnen, dass es in D. schief läuft. Es wird ganz viel von allen erwartet - von Müttern, von Eltern, von Arbeitnehmern, von Kindern natürlich auch. Es wird in dem Zusammenhang von Arbeit/Kindererziehung gern aufs Ausland verwiesen, Frankreich oder Skandinavien. Aber es wird immer versucht, diese anderern Lebens-/Familienformen auf das "deutsche" Leben aufzupropfen.

Wichtig wäre m.E., dass man - bevor man diese ganzen schönen "die Französinnen schaffen das doch auch alles"-Floskeln anbringt, das Arbeitsleben in D. verändert. In anderen Ländern wird eben *nicht* so gearbeitet wie hierzulande. Da muss ich nicht erst bis Griechenland gehen, um eine andere Arbeitskultur vorzufinden, das geht schon in Dänemark los. Und auch in F.
Bei uns herrscht diese (dämliche) Präsenzkultur vor. Wer nicht von 8 bis 17 Uhr arbeitet und dann noch freiwillig ein bis drei mal pro Woche unbezahlte Überstunden ranhängt oder die Mittagspausen sausen lässt, gilt als verdächtig. Faul, nicht produktiv genug, zu teuer und zu anspruchsvoll - ich übertreibe jetzt extra ein bisschen, um es plakativ und nachvollziehbarer zu machen, worauf ich hinauswill.
Also brauchen wir auch viel mehr Kinderbetreuung von 10 und mehr Stunden, und und und... ich weiß aber z.B. von schwedischen Vorgesetzten, dass die mittags nach Hause gehen, wenn die Ehefrau Gebiurtstag hat. Und in Dänemark ist nach 15 Uhr auch nicht mehr überall der Bär los - bei uns hingegen ist da der Arbeitstag erst halb vorbei.

ICH plädiere dafür, dass Eltern beide 2/3 der bisherigen Stunden arbeiten. Also die Frauen etwas mehr, und die Herren deutlich weniger - und das möglichst in den Jahren, in denen die Kinder klein sind und zur Schule gehen. Bei 45 geschätzten Arbeitsjahren kann jeder dann noch genug Jahre Vollzeit arbeiten (vor den Kindern oder nach den Kindern).

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Re: ganz allgemeine Überlegungen dazu, noch etwas unausgegoren

Antwort von Leewja am 08.09.2013, 19:25 Uhr

unausgegoren, aber schlüssig und richtig, finde ich ;)

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Re: Ausreden - oder: Keine Alternativen sehen..? s. Erschöpfungsthread

Antwort von Sabri am 08.09.2013, 19:32 Uhr

Hallo Leena!
Wenn ich dich lese, bin ich doch froh, dass ich alleinerziehend bin. Ich muss hier niemanden entlasten. Ich kann einladen und backen, soviel oder sowenig ich will. Meine Kinder sind fast groß (7 und 11), ich liege hier am Wochenende auf dem Sofa, wenn ich will und dabei arbeite ich ja auch wirklich viel.
Dein Mann muss sich selbst entlasten!
Gruß, Sabri

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Stichwort Präsenzkultur

Antwort von Leena am 08.09.2013, 20:36 Uhr

Jetzt nur mal zum Stichwort Präsenzkultur - das Thema an und für sich kenne ich schon, wenn auch aus einer anderen Perspektive.

Mein Arbeitgeber ist mir da ja, nach den Elternzeiten, immer sehr entgegen gekommen, und hat mir Modelle gebastelt, die es so eigentlich gar nicht geben sollte, nach den eigenen Richtlinien - wirklich toll. Im Moment arbeite ich 50%, habe entsprechend die Hälfte der üblichen "Fallzahlen", bin eh auf meiner Stelle im Grunde "Einzelkämpfer", und ich arbeite überwiegend in Heimarbeit und gehe meist einmal pro Woche in mein Amt, liefere die Ergebnisse ab und nehme neue Arbeit mit.

Da kann ich gar nicht durch "Präsenz" überzeugen (womit etliche Kollegen noch nicht so wirklich klar kommen, eben wegen der gängigen Präsenzkultur) - also bemühe ich mich zu Hause, so fleißig zu sein, wie ich kann, und klemme mich hinter meine Arbeit. Und zwar NICHT, weil es "besser ausschauen" würde oder eine "bessere Beurteilung geben" (auch wenn ich mich über die vorzeitige Beförderung letztes Jahr sehr gefreut habe), sondern, weil ich meine Arbeit liebe und weil ich sie (sozusagen um ihrer selbst Willen) einfach GUT machen will. Das ich dabei mein berufliches Ergebnis-Soll deutlich überschreite, ist nicht mal gewollt - nur Nebenprodukt... mein Arbeitgeber profitiert also auch sehr deutlich davon, dass er mir da so sehr entgegen kommt. :-)))


"ICH plädiere dafür, dass Eltern beide 2/3 der bisherigen Stunden arbeiten. Also die Frauen etwas mehr, und die Herren deutlich weniger - und das möglichst in den Jahren, in denen die Kinder klein sind und zur Schule gehen. Bei 45 geschätzten Arbeitsjahren kann jeder dann noch genug Jahre Vollzeit arbeiten (vor den Kindern oder nach den Kindern)."

Grundsätzlich sehe ich das sehr genauso. Allerdings werden solche "Exoten" wie wir, mit vier Kindern und auch noch 12 Jahren Altersunterschied zwischen Kind1 und Kind4, dann nie auf die vollen Dienstjahre kommen. Das ist allerdings etwas, was ich akzeptiert habe... sonst hätte ich mich, zu unseren Rahmenbedingungen, nicht für die vier Kinder entscheiden können. Und das ist etwas, was mir - trotz oder wegen allem - zumindest bisher noch nie leid getan hat. :-)

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Boah Leena, ich verstehe es echt nicht....

Antwort von SkyWalker81 am 08.09.2013, 20:42 Uhr

schon wieder ein Back-und Kochmarathon und schon wieder lädt dein Mann ein und tut nix und alle Verwandten kommen und schmarotzen und deine Eltern haben noch Sorge, dass es dir langweilig werden könnte, wenn der Jüngste im Kiga ist.
Und dann rümpfst Du hier die Nase über dieses Paar, was es anders macht, bzw. die Mutter, die auf den perfekten Job hofft (der ihr es eben ermöglicht NICHT eine ewig überforderte Superwomen zu sein, die kurz vorm Kollaps steht) und willst Sie bekehren, mit dem Spruch: wo ein Wille ist etc.pp

Nimm dir doch ein Beispiel an diesen "faulen" Leuten, die vielleicht einfach festgestellt haben, dass das Leben zu kurz ist, um immer von allen bewundert zu werden und selbst dabei auf der Strecke zu bleiben.

Ja, verdammt such dir endlich deine Insel und scheiss auf die Perfektion, das Leben ist kurz.

lg
Sky (deren gute Kollegin soeben mit 48 Jahren verstorben ist und deshalb nochmal etwas härter im Ton wird...vielleicht nützt das was...)

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Re: Boah Leena, ich verstehe es echt nicht....

Antwort von Leena am 08.09.2013, 21:03 Uhr

Nein, mit diesen "faulen Leuten" will ich doch nicht tauschen. Okay, sie passen perfekt zueinander, wenn sie ihm verspricht, brav zu arbeiten, sobald sie einen akzeptablen Job findet, und er ihr verspricht, er würde ihr ja soooo gerne bei der Kinderbetreuung helfen, wenn er nur könnte... wenn beide wüssten, es passt so, wie es ist - wäre es ja bestens. Blöderweise erwartet er wirklich, dass sie endlich einen Job anbringt, und sie erwartet, dass er endlich mal nicht nur Sprüche bringt, sondern sich tatsächlich beim Kind einbringt. Ich glaube, sie machen sich quasi gegenseitig damit kaputt, dass sie nie miteinander Klartext sprechen (ja, ja, ich arbeite, sobald ich einen gescheiten Job finde, ich habe schon wieder ein Vorstellungsgespräch, ich geb mir Mühe, versprochen! - ja, ja, natürlich unterstütze ich dich, ich bringe morgen das Kind zum Kindergarten, wenn ich es schaffe!) und im anderen stauen sich dann enttäuschte Erwartungen auf, die sie sich gegenseitig krumm nehmen. Auch nichts, was ich für mich erstrebenswert fände... :-(

Eine Kollegin von mir ist letzten Sommer in ähmlichen Alter verstorben wie Deine gute Kollegin, sie dachte, sie hätte Hautprobleme an den Armen, irgendwelche komischen gelben Flecken, und dann stellte der Arzt Leberkrebs fest und kein Vierteljahr später war sie tot.

Auch wenn's total egoistisch ist - aber das war für mich ein entscheidender Grund (oder eher: Auslöser), ab dem Kindergartenplatz meines Jüngsten eben NICHT meine Arbeitszeit aufzustocken. Ich will nicht "mein Leben" immer auf später verschiebe, denn ob es ein "Später" geben wird, weiß ich nicht, und dann hätte ich es alles verpasst...

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Re: Stichwort Präsenzkultur

Antwort von Häsle am 08.09.2013, 21:05 Uhr

Da du mich zitierst, möchte ich anmerken, dass auch ich meinen Job liebe. Ich bemühe mich auch, ihn gut zu machen, aber nach meinen (Moral-) Vorstellungen, nicht nach denen mancher Kollegen (die mich dann ruhig für faul und ehrgeizlos halten können; die Chefs schätzen meine Art). Ich bin mehr der "Freund und Helfer", mir fehlt wohl der Jagdtrieb ;-) Ich würde kraftmäßig auch Vollzeit schaffen, aber damit blieben Beziehung und auch der nötige schulbezogene Druck, den meine Tochter leider braucht, auf der Strecke.

Ich habe nicht das Gefühl, dass dein Job der Hauptgrund für deine Erschöpfung ist. Aber dein Tag hat wohl zu wenige Stunden, die Woche zu wenige Tage. Kein Wunder bei 4 Kindern (die vermutlich nicht 10 Stunden pro Tag fremdbetreut werden) und einem Mann, dem du fleißig den Rücken freihältst. Bei der Arbeit würde ich auch nicht mit Veränderungen ansetzen. Wo sonst? Vielleicht beim Mann? Beim Haushalt?

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Das fragen sich wohl sehr viele hier...

Antwort von lastunicorn am 08.09.2013, 21:11 Uhr

Als allererste Maßnahme gehört da wohl die Marathonrennerei des Herrn Leena an den Nagel gehängt. Diesen Luxus muss man(n) sich auch leisten können... und ganz offensichtlich leistet sich Herr Leena das Gänze auf Koten von Frau Leena.

Es wird Zeit, dass dein Mann DICH entlastet, Leena! Und wer fett seinen Geburtstag feiern will, hat als Erwachsener entweder das nötige Kleingeld für entsprechenden Dienstleistungen oder packt selber kräftig mit an.

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Re: für zwischenfragen nicht erereichbar sein?

Antwort von Leena am 08.09.2013, 21:16 Uhr

Badewanne hatte ich gestern schon, nachdem alles Essen fertig und das Putzen soweit erledigt war (Wohnzimmer kurz nochmal aufräumen und saugen hatte ich an Ehemann und Kind2 deligiert), das tat schon gut.

Allerdings - als ich im Sommer eine Woche in Urlaub war und mein Mann hier zwei Kinder samt Haus gehütet hat, ging es auch, er kriegt es hin, keine Frage - aber bis ich das derweil entstandene Chaos wieder gelichtet hatte, dauerte schon ein bisschen. Wenn ich morgen vom Auto überfahren würde - wäre das Chaos dann wenigstens nicht mehr mein Problem. Man kann allem auch eine positive Seite abgewinnen, man braucht nur den richtigen Blickwinkel - oder so. ;-)))

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Re: Stichwort Präsenzkultur

Antwort von Leena am 08.09.2013, 21:36 Uhr

Ich wollte auf keinen Fall irgendwie in Zweifel ziehen, dass Du Deinen Job liebst, Häsle. Bitte nicht missverstehen!!!!

Wobei - bei mir kommt bei meiner Arbeit schon der "Jagdtrieb" hoch, dann packt mich der Ehrgeiz und ich will den bestimmten Fall unbedingt vor Gericht gewinnen oder den Sachverhalt gerichtsfest ermitteln oder was auch immer... da packt es mich dann schon.

Wobei meine Heimarbeit für mich schon ein gewisses Problem ist - wenn meine Arbeit oben in meinem Arbeitszimmer liegt und auf mich wartet, bin ich schon oft in Versuchung, in einem halbwegs ruhigen Moment doch noch mal schnell was für die Arbeit zu tun, damit ich xyz schon erledigt habe, meine Mails zu sichten oder was auch immer. Da muss ich schon auf mich achten, nicht zu viel zu arbeiten - bzw. eben gescheit Pausen zu machen.

Wenn Arbeit mich anguckt, egal, ob beruflich oder Hausarbeit, kann ich irgendwie schlecht abschalten bzw. mal richtig "faul sein" und die Seele baumeln lassen.

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Re: Das fragen sich wohl sehr viele hier...

Antwort von Leena am 08.09.2013, 21:45 Uhr

Nein, nein, nein - Herr Leena tut durchaus schon etwas, und auch nicht "nur" seine Erwerbsarbeit (die zugegebenermaßen anspruchsvoll und herausfordernd ist und durchaus gut bezahlt wird, keine Frage).

Fußballtermine der Kinder sind grundsätzlich seine Aufgabe (inkl. der Samstage am Spielfeldrand), und an meinem Amts-Arbeits-Tag ist ER dafür zuständig, Kind4 zur Tagesmutter zu bringen und pünktlich wieder abzuholen, hinterher Kind3 zum Fußball zu bringen (rechtzeitig, inklusive allem Zubehör etc.pp.) und überhaupt Kinder zu hüten, bis ich abends heim komme. Wenn ich berufliche Termine habe, an Tagen, an denen ich eigentlich nicht arbeite, organisiert er auch entsprechend, dass ich dann zusätzliche Termine möglich machen kann, und zwar ziemlich bedingungslos.
Wäsche waschen ist übrigens auch zu mind. 80% seine Baustelle. Bügeln machen wir beide NICHT.

Der Garten sowie Elektronik etc. pp. sind auch seine Aufgaben - auch wenn ich manchmal verzweifele, warum er genau vor einem Besuch z.B. den krummen Kirschbaum im Garten fällen muss und klein hacken, statt mir beim Großputz zu helfen - ist dann aber nicht so, dass er nichts tut, wir haben dann nur unterschiedliche Prioritäten bzw. Blickwinkel.

Aber, ganz ehrlich - Marathon IST nun mal sein Hobby und sein Ausgleich und ich merke doch, er hängt dran - würdest Du nicht versuchen, das dann Deinem Partner zu ermöglichen..?

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Re: Stichwort Präsenzkultur

Antwort von Häsle am 08.09.2013, 21:51 Uhr

Heimarbeit kann ich mir für mich gar nicht gut vorstellen. Ich glaube, da muss man sich echt gut distanzieren können, nicht nur vom Beruflichen.

Mein Jagdtrieb erwacht auch, wenn es sich lohnt. Vor Gericht verliere ich auch nicht gerne, weil ich weiß, dass meine Arbeit Hand und Fuß hat. Im Alltag wäge ich aber ab, ob es sich lohnt, mir den Stress anzutun. Das lässt mir viel mehr Zeit für den menschlichen Aspekt, wegen dem ich den Beruf ja schließlich ausgesucht habe.

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Wird nicht eher anders herum ein Schuh draus?

Antwort von lastunicorn am 08.09.2013, 22:25 Uhr

Müsste nicht eigentlich ER sein Laufpensum etwas zurück schrauben und merken, dass ihr am Limit schrammt? Gut... darauf zu warten, dass er selber diese Idee entwickelt, ist wahrscheinlich zu viel verlangt - da braucht es einen klaren Hinweis, damit er "selber drauf kommt". ;-)

Leena, natürlich sind Hobbies als Ausgleich wichtig. Dennoch kommt es halt vor, dass Lebenssituationen die Ausübung eines Hobbies etwas einschränken oder gar aussetzen lassen. Die Kinder werden älter und selbstständiger. Dann könnte er wieder rennen, soviel er wollte. Aktuell bezweifel ich, dass du dir die Großzügigkeit leisten kannst, deinem Mann sein mehr als aufwendiges Hobby zu ermöglichen.

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wenn man so am Limit schrammt

Antwort von like am 08.09.2013, 23:09 Uhr

sollte man sein Lebensmodell entweder überdenken ( man lebt wirklich nur einmal, evtl. bei weitem nicht so lange, wie man sich vorstellt), oder eindeutige Entlastung suchen. Ich verstehe nicht, warum ihr als gut verdienende Familie den Geburtstag nicht einfach in ein nettes Restaurant verlegt? Oder wenigstens das Essen einfach kommen lasst? Euch einen Gärtner und eine Haushaltshilfe leistet? Die gibt es, auch wenn sie es vielleicht nicht so perfekt erledigen, wie ihr das selber macht.

Vielleicht hast du auch den Leistungsanspruch deiner Eltern schon viel zu arg verinnerlicht - sonst würde er dich wohl gar nicht kratzen. Auch da könntest du ansetzen.

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MartaHH, da hast du was gesagt, ich stimme zu...

Antwort von MM am 08.09.2013, 23:21 Uhr

... da ist sehr viel dran!

Ich finde auch, dass "die Arbeitswelt", so wie sie ist, oft viel zu unhinterfragt einfach hingenommen wird und die Menschen so hingebogen werden, dass sie reinpassen - anstatt anndersrum die Arbeitswelt "menschlicher" zu machen!

(Wobei zu deinen Beispielen - gerade in Griechenland arbeitet der Grossteil der Leute oft sehr viel, klar mit Pausen usw., aber das Arbeitspensum insgesamt ist schon hoch - wir haben Freunde dort, ich weiss einiges über das Land und es ist bei weitem nicht so, wie viele aus der Ferne meinen...)

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hab nicht alles gelesen

Antwort von Benedikte am 09.09.2013, 0:15 Uhr

aber> wenns wirklich zu viel wird, wirds zu viel.

Meine schlimmsten Jahre liegen ja zurueck, aber manchmal konnte ich nicht mehr und habe mich ins Bett gelegt. In mein Bett, ein Doppelbett, das oben unterm Dach in einer Kammer steht/ mein Mann schnarcht und hat komplett andere "Aktivzeiten" als ich und schlaeft woanders.

In meiner Kammer, klitzeklein wie sie ist, habe ich es relativ aufgeraeumt und kahl und bin dann zwei Tage immer dringeblieben. Habe im DAchfenster die Tage vorbeiziehen sehen und bin dann erst rausgekrichen, arbeitgeberfreundlich am WE meist.

Und zwei Tage Schlaf und Doesen wirken absolute Wunder. Mein Mann, auch asboluter Haushaltsmuffel, bemuehte sich dann auch immer etwas mehr um den Haushalt und wenn man wie Phoenisx aus der Asche kommt, ist man auch unglaublich prduktiv.

Jedenfalls, mein Tip, wenns nicht geht, gehts nicht, leg Dich ins Bett ohne Ruecksicht, und denk immer dran, die zeiten werden besser weil die Kinder groesser werden.

Benedikte

und ganz ehrlich, sag Deinen Eltern, dass Du gerne aufstockst wenn deine Eltern fuer die Dir dann fehlende Zeit Koch und Putzarbeiten, Garten und aehnliches uebernehmen.

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Re: hab nicht alles gelesen - MEIN Reden Benedikte, so mach ichs auch immer

Antwort von FrauKrause am 09.09.2013, 11:49 Uhr

zurückziehen, einen halben Tag oder einen ganzen oder gar zwei, das wirkt Wunder, und ganz allein sein und vom Bett aus aus dem Fenster schauen, wenn man nicht mehr schlafen kann... :-) Das ist so wunderbar und erholsam. Und danach fühlt man sich fast wie neu...

LG fk

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Re: Ausreden - oder: Keine Alternativen sehen..? s. Erschöpfungsthread

Antwort von Claudia+Thomas am 09.09.2013, 16:57 Uhr

Ich habe keine der anderen Antworten gelesen, wollte nur schnell meine Erfahrung schreiben: Ja, es gibt immer Alternativen! Und oft sind das auch die, die man empfohlen bekommt. Das Problem besteht nicht darin, Alternativen zu finden, sondern die Alternative akzeptabel zu finden.

Eine Alternative zur Geburtstagsfeier deines Mannes wäre z.B. gewesen nicht zu feiern. Ich vermute das wäre für dich nicht akzeptabel gewesen. Hier müßte man jetzt nachhaken warum. Denn es hilft dir nichts wenn dir jemand sagt dass du dann halt an dich zuerst denken mußt. Solange du in dir das Gefühl hast du kannst das doch nicht machen weil du dann ein schlechtes Gewissen hättest, ist es nicht wirklich eine Alternative.

Daher heißt die Lösung: An der Einstellung arbeiten was sein darf und was nicht. Erfahrungsgemäß ist das aber keine schnelle Sache, sondern da geht es ans eingemachte (psychologisch), das sind Glaubenssätze die oft sehr tief veranktert sind, und denen man nicht einfach beikommt.

Alles Gute

Claudia

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